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August 2009

?Antony Gormley? im KUB Kunsthaus Bregenz (A)

Antony Gormley BODY & FRUIT, 1991/93, Eisenguss, Luft 229 x 259 x 219 cm / 104 x 125 x 120 cm Ausstellungsansicht Foyer, Kunsthaus Bregenz Foto: Markus Tretter, © Antony Gormley, Kunsthaus Bregenz

Der britische Bildhauer Antony Gormley (geb. 1950) zählt zu den bedeutendsten Bildhauern der Gegenwart. Das Kunsthaus Bregenz (KUB) zeigt vier bedeutende Werkserien des Turner-Preisträgers: die Werkreihe Expansions, Allotment, Critical Mass und Clearing.

Als eine Art Retrospektive präsentiert das Kunsthaus Bregenz ? auf jeweils einem Geschoss - vier wichtige Installationen von Antony Gormley aus den letzten 15 Jahren. Sie machen deutlich, wie Gormley den Raum erkundet und besetzt. Damit wird der Betrachter aufgefordert, sich und seine Wahrnehmung und die Bedingungen seines Selbstverständnisses neu auszurichten.

Die Ausstellung führt vier zentrale Serien aus Gormleys Gesamtwerk zusammen:

"Expansions", "Allotment", "Critical Mass" und "Clearing".

Seit 25 Jahren beschäftigt sich der 1950 in London geborene Gormley intensiv mit dem bildhauerischen Menschenbild, dem menschlichen Körper und seiner Interaktion mit dem ihn umgebenden Raum. Zum Einsatz kommt dabei als Arbeits- und Ausgangsmaterial immer wieder Gormleys eigener Körper, so etwa in der aus 60 lebensgroßen Gusseisenfiguren bestehenden Installation "Critical Mass II" (1995) im Obergeschoss. Die stehenden, liegenden, kauernden Körperformen eröffnen vielfältige Assoziations-möglichkeiten. Für Gormley reflektieren sie die Industrialisierung des Krieges ebenso wie den sozialen Zusammenbruch, indem sie etwa auf Massaker des 20. und 21. Jahrhunderts verweisen.

Die wenige Zentimeter über dem Boden gehängten Schwergewichte "Body" und "Fruit" im Erdgeschoss stammen aus Gormleys Werkreihe "Expansions" (1991/93). Die beiden Gusseiseninstallationen sind von der Form eines Körpers in der Startposition eines Schwimmers vor dem Sprung ins Wasser abgeleitet. Über eine strahlenförmige Erweiterung mit Stäben und der Verbindung ihrer Enden erhielt der Künstler eine Eiform mit Wölbungen und durchgängig geschlossener "Haut". Die Objekte entfalten durch ihre große Masse eine Anziehungskraft. Deren Energie und der umgebende Raum sollen dem Besucher ein "direktes physisches Erlebnis" ermöglichen.

Für "Allotment II" (1996) nahm der Künstler die Körpermaße von 300 Einwohnern der schwedischen Stadt Malmö als Basis. Die rechteckigen, architektonischen Betongehäuse stellen den minimalsten Umraum dar, der zur Umschließung eines bestimmten Individuums nötig ist. Im 1. Obergeschoss  sind sie zu einer urbanen Landschaft aufgestellt. Die Hohlräume zeugten von den menschlichen Körpern, die darin leben, so Gormley, der sie als Meditation über die Zukunft der Städte sieht.

Über das ganze 2. Stockwerk des KUB spannen sich vom Fußboden zur Decke und von Wand zu Wand zwölf Kilometer unbearbeitete Aluminiumbögen. Als Betrachter kann man sich durch die Struktur hindurchbewegen, die "sowohl ein Ding als auch eine Zeichnung" darstellt. Sie ist auch eine Hommage an Julio Gonzalez, der mit seinen gebogenen Eisenskulpturen den Begriff ?Zeichen im Raum? prägte.

Gormleys Werke wurden bereits umfassend in Ausstellungen gewürdigt, unter anderem mit Einzelausstellungen in Großbritannien an Ausstellungsorten wie zum Beispiel der Whitechapel Gallery, der Tate und der Hayward Gallery, sowie in internationalen Museen wie dem Louisiana Museum in Humlebaek, der Corcoran Gallery of Art in Washington DC und dem Kölnischen Kunstverein in Deutschland. Blind Light, eine bedeutende Einzelausstellung seines Werkes wurde im Jahr 2007 in der Hayward Gallery in London gezeigt. Er war in wichtigen Gruppenausstellungen wie der Biennale in Venedig und Documenta 8 in Kassel vertreten. ?Angel of the North? und das neuere ?Quantum Cloud on the Thames? in Greenwich, London, zählen zu den berühmtesten Beispielen zeitgenössischer britischer Skulptur. Im Jahr 1994 wurde Gormley mit dem Turner Prize geehrt; des weiteren erhielt er den South Bank Prize for Visual Art im Jahr 1999 und den Bernhard Heiliger Award for Sculpture 2007.

Die Ausstellung läuft vom 12. Juli bis zum 4. Oktober 2009.

Weitere Informationen: http://www.kunsthaus-bregenz.at/html/welcome00.htm

 

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