Die diesjährige Frühjahrsausstellung widmet sich, wie bereits in den vergangenen Jahren, dem Thema Bildhauerei. Eröffnung am Sonntag den 1. Mai 2011 um 14.00 Uhr mit vielen neuen Skulpturen und Plastiken im Innen- und Außenbereich. In diesem Jahr sind die folgenden Bildhauer neu dabei:
- Uwe Jonas, München
- Tim Maertens, Bliestorf
- Robert Schmidt-Matt, Berlin
- Ilse Schrottenbach, Wien
Außerdem wird ein weiteres Event die Ausstellung bereichern: Im Verlauf der Ausstellung lässt der Künstler Tim Maertens einen Turm aus Backsteinen wachsen.
Tim Maertens, in Lübeck geboren und im lauenburgischen Bliestorf ansässig ist in der Region kein Unbekannter.
Als Gegensatz zu einer Videoprojektion eines als Loop geschnittenen Sonnenauf- und unterganges über dem Meer, die als Metapher für die Kraft und Schönheit der Natur stehen, baut Tim Maertens einen "sinnlosen", mäandernden Turm aus Klinkern im Zeichen des nicht minder aktuellen Wahnsinns und der Kurzsichtigkeit menschlichen Fortschritts, die im Titel durch die Geschichten aus dem alten Testament vom Brudermord und Turmbau anklingen. Aber der gleichsam meditative Entstehungsprozess und die Ruhe und der Rückzug und Schutz, die auch in dem Bild eines Turmes liegen können, machen Ihn gleichzeitig auch zu einem Gegenentwurf zum babylonischen Wirrwarr, also auch wiederum »kein Babel«.
Der Künstler bearbeitet mit diesem Werk in Progress auch auf biographischer Ebene nach 20 jähriger Abwesenheit seine Rückkehr in seine Heimatstadt der sieben Klinker-Türme.
Eine andere seiner ausgestellten Arbeiten nennt der Künstler "Menhir". Ein Hinkelstein der aus schwarzem, afrikanischem Serpentin entstanden ist. Menhire sind ursprünglich aufrecht stehende Steine aus menschlicher Vorzeit und hatten damals religiöse Funktionen. Bei Tim Maertens wirkt der Stein wie eine Flamme, weil die Schwärze und Glätte des Materials vielfache Spiegelungen erlaubt und sich das kompakte Material nahezu aufzulösen beginnt.
Die Objekte von Uwe Jonas bestehen aus zwei materiellen Elementen, nämlich aus unregelmäßig geformten Natursteinen und Stahlgerüsten. Die gebrochenen Steine aus unpoliertem grauem Marmor setzt der Künstler zu einem skulpturalen Feld zusammen das durch das tragende Stahlgerüst vorgegeben wird. Die Stahlgitter wirken im übertragenen Sinn wie Leinwand und Rahmen zugleich, mit ihnen wird die Form und die Struktur bestimmt. Uwe Jonas sieht sich deshalb auch mehr als Maler denn als Bildhauer, es geht ihm bei seiner Arbeit in erster Linie um Oberfläche, um Licht und Schatten, um Farbtöne und Farbklänge.
Die Arbeiten von Robert Schmidt-Matt sind aus Naturstein gemeißelt, die Oberflächen bleiben unbehandelt und rau. Der Künstler ersinnt Formen innerhalb eines Steinkubus und entwickelt dafür ein gedankliches Strickmuster. Mit Hammer und Meißel arbeitet er vertikal in das Material. Er zerlegt das innere Volumen des Steins ohne es zu teilen und löst miteinander verzahnte Formen heraus. Danach lassen sich die entstandenen Einheiten gegeneinander verschieben, drehen oder aufklappen. Statisches wird überwunden und der Stein wird beweglich.
Von Ilse Schrottenbach aus Wien kommt in diesem Jahr der größte Neuzugang in den Skulpturenpark, ein Stein in der Größe 180 x 240 x 110 cm mit einem Gewicht von 5.500 kg. Die Künstlerin hat diesen Stein in Larvik in Norwegen in einem Steinbruch entdeckt und bei Wien in Österreich bearbeitet. Steindreieck ist der Titel des bläulich schimmernden Labradortis, der am Freitag in Groß Grönau abgeladen wird und der ein Highlight der Ausstellung ist. Die Steinskulpturen von Ilse Schrottenbach sind glatt und weich, Kanten und Flächen gehen durch die Glättung und Rundung ineinander über. Die Skulptur verdreht sich auf diese Weise in sich selbst. Manche Steine tanzen dann wie Kreisel, andere zieht es in mehrere Richtungen, manche kippen nach vorne und nach hinten. Der stabile Stein erlaubt es, das Instabile zu zeigen.
Mit diesen "Neuzugängen" sind insgesamt 79 Arbeiten im Garten von 23 Bildhauern zu sehen.
Die Galerie ist den ganzen Mai hindurch immer an den Wochenenden, Freitag bis Sonntag, von 14.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Finissage ist am Sonntag, den 29. Mai 2011.
Hauptstr. 49 a, 23627 Groß Grönau
Folgende Künstler stellen zurzeit im ca. 1 ha großen Außenbereich unserer Galerie aus:
- Dr. Ulrich Barnickel
- Alf Becker
- Rainer Fest
- Michael Fischer-Art
- Gunther Fritz
- Thomas Helbing
- Norbert Jäger
- Uwe Jonas
- Jo Kley
- Hanne Kühner
- Hans-Ruprecht Leiß
- Claus Lindner
- Roland Mayer
- Tim Maertens
- Jörg Plickat
- Arne Prohn
- Thomas Reifferscheid
- Adriana Rupp
- Winni Schaak
- Robert Schmidt-Matt
- Ilse Schrottenbach
- Stefan Sprenker
- Ricarda Wyrwol








