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Juni 2009

Chris Peterson (NL) beim ?Uchinuki Project? (JN)

Chris Peterson

Dank seiner günstigen Lage in einer Hochlandsenke mit vielen Quellen ist die kleine Stadt Saijo in der Präfektur von Ehime bekannt für ihr hervorragendes Wasser und den preisgekrönten Sake. Hier findet jedes Jahr ein Skulpturen-Symposium statt, das ?Uchinuki Project?, zu dem seit wenigen Jahren auch internationale Bildhauer eingeladen werden. Dies Jahr hatte ich das Glück, im April/Mai für fünf Wochen dort arbeiten zu dürfen.

Ich wollte eine Skulptur für das Tanbara Cultural Centre schaffen, das als Satellitenstadt Tokyos ein Teil von Saijo ist. Wie bei vielen meiner bisherigen Skulpturen wollte ich eine mehrteilige Arbeit realisieren, und auch ein ?japanisches Element? in die Arbeit integrieren.

Während der Eröffnungszeremonie wurde von einem buddhistischen Priester ein ?Horagai? (eine grosse Schneckenmuschel) geblasen. Er erklärte mir, das ?Horagai? sei der Klang des Meeres. Ich fragte ihn, ob es Ähnliches auch für den Klang der Berge gäbe. Da antwortete er: ?Das Meer, das Wasser und die Berge sind Teil eines Ganzen und daher repräsentiert dieser Klang auch beides: Meer und Berge.?

Das fand ich sehr inspirierend und fragte mich: Wenn Meer und Berge als Eins wahrgenommen werden, sehe ich dann auch die Wellen des Wassers in den Bergen? Schimmert dann die Flüssigkeit des Wassers auch im Stein durch? Da Stein in der Urzeit auch einmal flüssig war und fest wurde ? wird er in meinen Händen wieder flüssig werden?

 

Beschäftigt mit diesen Gedanken, schuf ich eine Skulptur aus vier Elementen. Man kreiert einen neuen Raum, wenn man sie zueinander platziert, schafft einen Dialog und baut eine Spannung zwischen ihnen auf.

Auf der Oberfläche von zwei Steinen habe ich assoziative Elemente von Wasser eingearbeitet. Für das Publikum ist es ein möglicher Beginn zur Erklärung des Abstrakten. Ich stelle Fragen, um den Betrachter zur Stille anzuhalten, ihn zum Schauen anzuregen und hoffe, dass er das Wesen des Wassers erkennt.

Wenn ich nun die Zeit reflektiere, stelle ich fest, dass meine Gedanken in eine stärkere spirituelle Richtung gelenkt wurden. Ich erinnere mich an die Eröffnung, als japanische Künstler mir sagten, ich hätte eine ?japanische Art? auf Dinge zu schauen. Ich weiß nicht, ob das nur eine höfliche Geste war. Aber eins ist mir inzwischen klar geworden: Mein Blick auf die Dinge hat sich verändert, ich brauche jetzt weniger Erklärungen. Ich fühle mich viel leichter hier und sehr privilegiert, dass ich diese Chance hatte.

Chris Peterson

 

(Chris Peterson ist Steinbildhauer in Zwolle/Niederlande http://www.bastarto.com . Zusammen mit Freunden hat er dort den ?ZWISS - Zwolle International Sculpture Space? gegründet - http://www.zwiss.nl)

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