Ein Bericht von unserem Länderkorrespondenten für Osteuropa Andrej Srakar.
Das Bildhauersymposium Forma Viva in Se?a in der Nähe von Portoro? in Slowenien ist eines der ältesten Skulpturensymposien der Welt. Mehr als 120 Skulpturen wurden von Bildhauern aus über 30 Ländern dort in den letzten 30 Jahren erschaffen. Die meisten von ihnen wurden in der Nähe von Portoro? installiert, andere wurden in den slowenischen Städten Koper, Izola und Piran aufgestellt.
Das Symposium wird von ?Coastal Galleries? in Piran, eine der wichtigsten slowenischen Kunst-Institutionen der vergangenen Jahrzehnte organisiert. Seit 30 Jahren ist der Direktor der ?Coastal Galleries?, Toni Biloslav, auch der Kreativ- und Technikdirektor des Symposiums. Durch fortwährende Bemühungen um Spenden (verteilt auf Städte, Staat und private Sponsoren) sowie das beachtliche Interesse der breiten Öffentlichkeit und Touristen (das Symposium wird jährlich von 30.000 Menschen besucht!), vollbrachte er die bemerkenswerte Leistung, ein beinahe 50 Jahre lang und vor allem auch regelmäßig im Zweijahrestakt stattfindendes Symposium am Leben zu erhalten. Im Jahr 2010 wird eine Publikation veröffentlicht, die die 30 Jahre des Symposiums von 1981-2009 behandelt.
Historie
Die slowenischen Bildhauer Janez Lenassi und Jakob Savin?ek, beide kann man zu den wichtigsten slowenischen Bildhauern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zählen, waren bereits bei den ersten Symposien im österreichischen St. Margarethen (seit 1959) Teilnehmer unter dem Auspizium des Bildhauers Karl Prantl.
Savin?ek und Lenassi waren begeistert von dieser Idee und neuen Möglichkeit für die Bildhauerei und entschieden sich nach einigen Überlegungen dazu, ein ähnliches Symposium in Slowenien zu veranstalten. Folglich fanden 1961, in zwei kleineren slowenischen Städten, Se?a nahe Portoro? und Kostanjevica na Krki im Südosten Sloweniens in der Nähe von Zagreb, ähnliche Symposien unter dem Namen ?Forma Viva? statt.
Da Slowenien zu dieser Zeit noch ein Teil des ehemaligen Jugoslawien und unter Tito eine neutrale Stellung im West-Ost-Konflikt einnahm, wollten die Gründer des Forma Viva Symposiums bei ihren Zusammenkünften eine Stimmung der Offenheit, Gemeinschaft und Unabhängigkeit schaffen. Im ersten Jahr nahmen insgesamt 22 Bildhauer aus der ganzen Welt an dem Symposium teil. Diese zwei Symposien fanden weiterhin alle zwei Jahre statt, abwechselnd in Se?a und Kostanjevica.
Das Symposium in Kostanjevica wurde in den Jahren nach 1988 nicht mehr veranstaltet. Erst zehn Jahre später, 1998, wurde es wieder ausgerichtet.
Im Jahr 2009 hatte das Forma Viva Symposium die Ehre, die Jubiläums-Feier zum 50-jährigen Bestehen des Symposiums in St. Margarethen auszurichten und widmete diese Feierlichkeit Karl Prantl, dem Initiatoren der Skulptursymposium-Bewegung. Er wurde auch zum Auftakt des Symposiums eingeladen, entschied sich jedoch aus gesundheitlichen Gründen, nicht zu kommen. Die Teilnehmer des Symposiums von 2009 waren die Bildhauerin und Direktorin der ?Sichuan Sculpture Association? Li Zhao aus China, Gründer und Direktor des ?International Sculpture Space? in Zwolle Chris Peterson aus den Niederlanden und Gorazd Poposki aus Mazedonien, der heute in New York lebt und arbeitet. Die Bildhauer wurden von den Steinmetzen Viliam und Roman Ga?ik, so wie Viliam Gall aus der Slowakei unterstützt. Ihre Skulpturen wurden in den nahe gelegenen Städten Strunjan und Portoro? installiert.
Weitere Informationen
International Sculpture Symposium 'Forma Viva'
Se?a, Portoro? 2010
Veranstalter: Obalne Galerije Piran
Place: Forma Viva Open Air Museum
T: +386 (0) 5 671 20 80
E: info@obalne-galerije.si
www.obalne-galerije.si







