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Januar 2011

Julio Gonzalez und David Smith. Ein Dialog über Skulptur (ES)

JULIO GONZÁLEZ: Masque d’adolescent, 1929-30

 

Die Ausstellung im Institut Valencia d'Art Modern erkundet den entscheidenden Kurswechsel, der die althergebrachte Skulptur zur zeitgenössischen Skulptur führen sollte. Sie zeigt eine Kunst des freien Formens weg von der historischen europäischen Kunst des neunzehnten Jahrhunderts und bildet die Entstehung der Avantgarde zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts mit zwei Protagonisten und deren künstlerischer Beeinflussung ab.

Julio González La Montserrat (1876-1942) und David Smith (1906-1965) waren zwei Künstler, die trotz des Alterunterschiedes, der kulturellen Unterschiede und der räumlichen Entfernung, gemeinsam einen Wendepunkt im Verständnis der zeitgenössischen Skulptur markieren. Sie teilen eine Reihe entscheidender Überzeugungen, zumindest aus der Sicht des einundzwanzigsten Jahrhunderts.

Julio González lebte mit seiner Vorahnung auf den spanischen Bürgerkrieg früh im Exil in Paris. Wie sein Freund Picasso löste er sich bald von der figurativen, realistischen Ästhetik der altehrwürdigen Handwerkskunst mit neuen Techniken. Er begann mit Eisenskulpturen, Masken, angelehnt an die afrikanische ethnische Kunst. Dann folgten kubistische, kompakte Konstruktionen. Später beschäftigte ihn die Idee der offenen Skulptur.


David Smith, 30 Jahre später in Indiana geboren, durchlief zunächst eine harte Lehrzeit beim Schweißen am industriellen Fließband. Seine künstlerische Ausbildung begann erst mit der Art Students League in New York. Zusammen mit Arshile Gorky und Willem de Kooning zählte er bald zur zweiten europäischen Avantgarde. Im Jahr 1933 wurde David Smith Bildhauer und experimentierte mit Formen aus geschweißtem Eisen. Er entdeckte die Eisenskulpturen von Julio González und verdankte ihm seine "technische Befreiung". Für Smith war González "der erste Meister der Fackel". Jahre später betrachtete David Smith Julio González als den Schöpfer der abstrakten Skulptur aus Eisen. David Smith's neue Kunst basierte auf unbelasteten linearen Metallskulpturen, einer Art "dreidimensionaler Kalligrafie". Er galt als klassischer Vertreter der amerikanischen Skulptur seines Jahrhunderts.

Die ausgestellten Arbeiten zeigen entwickelte und gebaute Arbeiten, der Schwerkraft trotzend durch ihre schlanke, freie Materialität.  Sie sind plastische Zeichnungen im Raum, die die dreidimensionalen Arbeiten um eine flüchtige, schwer fassbare Dimension ergänzen.

 

20. Januar – 1. Mai 2011

IVAM Institut Valencia d'Art Modern, Guillem de Castro 118, 46003 Valencia, Spanien

www.ivam.es

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