?Kunst ? Bewegung ? Unmittelbarkeit ? Humor ? Verblüffung ? Teilhaben!...? das Georg-Kolbe-Museum in Berlin erkundet mit seiner Sommerausstellung die emotionale und ästhetische Dimension zeitgenössischer Maschinenkunst. Noch bis zum 6. September versammelt sie in Form einer Momentaufnahme neun zeitgenössische Positionen, deren Werke sowohl unser physisches als auch psychisches Verhältnis zur Technik herausfordern.
Das Romantische bezeichnet in diesem Zusammenhang die vorherrschende Tendenz zur gefühlsbetonten Intimität, zum Magischen, Schönen, Rätselhaften, Abgründigen und Absurden. Die scheinbar beseelten kinetischen Objekte zielen auf unsere vielfach gebrochene Beziehung zur Welt der Maschinen und Technologien, in der wir uns eingerichtet haben. Unser Leben ist von der Abhängigkeit zu Maschinen und Automaten geprägt, deren technischer Kern in der Regel domestiziert wird. Die kinetischen Kunstwerke dekonstruieren diese Fassade und verleihen den Dingen ein mitunter unheimliches Eigenleben. Die Künstler der Ausstellung thematisieren dieses Eigenleben auf hintergründige, ironische und selbstreflexive Weise, die geprägt ist von der Faszination für die unmittelbaren und erstaunlichen Wirkungen sich bewegender Maschinen.
Mit dabei sind unter anderem der Litauer Zilvinas Kempinas sowie das nordische Künstlerduo Elmgreen & Dragset, die dieses Jahr ihre jeweiligen nationalen Pavillons auf der Biennale in Venedig bespielen, sowie der junge Shooting-Star Michael Sailstorfer aus München, dem im Sommer 2008 eine große Einzelausstellung in der Frankfurter Schirn gewidmet war.
Der Rundgang durch die Ausstellung wird mit dem Video ?Der Lauf der Dinge? von Peter Fischli/David Weiß eröffnet, das erstmals 1987 auf der documenta 8 vorgeführt wurde und dort ein Publikumsmagnet war. Für viele der in der Ausstellung gezeigten Künstler stellen der hintergründige Humor und das ernsthaft Spielerische dieses Videos wichtige Bezugspunkte ihrer Arbeit dar. Dies gilt auch für die Slapstick-Ironie der Arbeiten des ebenfalls aus München nach Berlin gezogenen Künstlers Robert Barta. Weiterhin sind dabei Johanna Smiatek, die die Ausstellung mit einer dezidiert weiblichen Perspektive auf das Kinetische bereichert, der israelische Newcomer Ariel Schlesinger und der Wiener Technik-Künstler Thomas Baumann, der im letzten Jahr den Vorplatz der Baseler Kunstmesse mit seiner ?Wellenmaschine? immer wieder überschwemmte, sowie der in Leipzig lebende Julius Popp, dessen künstlerisch-wissenschaftliche Arbeiten schon seit mehreren Jahren international beachtet werden. Wie wir bereits meldeten, erhält Popp den Kunstpreis der Adolf-Luther-Stiftung in 2010.
Teilnehmende Künstler:
Robert Barta (*1975 in Prag)
Thomas Baumann (*1967 in Wien)
Michael Elmgreen (*1961 in Kopenhagen) und Ingar Dragset (*1969 in Trondheim)
Peter Fischli (*1952 in Zürich) und David Weiss (*1946 in Zürich)
Zilvinas Kempinas (*1969 in Litauen)
Julius Popp (*1975 in Nürnberg)
Michael Sailstorfer (*1979 in München)
Ariel Schlesinger (*1980 in Israel)
Johanna Smiatek (*1967 in Hannover)
Kurator der Ausstellung ist Dr. Marc Wellmann, Ausstellungsleiter des Georg-Kolbe-Museums. Ein Interview über die Ausstellung ist zu sehen unter:
http://www.art-in-berlin.de/incbmeld.php?id=1700
Ausstellungsdauer: 28. Juni ? 6. September 2009
Weitere Informationen: http://www.georg-kolbe-museum.de








