Zwischen Herdplattenkunst und Strickbildern -
ein umfassender Einblick in das Werk der Künstlerin in der Kunsthalle Zürich
Stilistisch heterogen und medial weit verzweigt wirkt die 1952 in Schwerte geborene Künstlerin Rosemarie Trockel seit Ende der 1970er Jahre an einem international einzigartigen und bedeutenden Werk, das Zeichnungen, zwei- und dreidimensionale Bild- und Materialcollagen, Objekte, Installationen, Strickbilder, Keramiken und Videos, Möbel, Kleidungsstücke und Bücher umfasst.
«Verflüssigung der Mutter» betitelt Rosemarie Trockel ihre Ausstellung für die Kunsthalle Zürich, die einen umfassenden Einblick in das Werk der Künstlerin mit Arbeiten und Werkgruppen der frühen 1980er Jahre bis zu neu für die Ausstellung geschaffenen Werken gibt. Die Ausstellung präsentiert sich als wohleingerichtete Abfolge von Räumen, in denen Werkgruppen in geordneter Manier nacheinander erfahrbar werden: Möbel und Wandarbeiten aus Keramik, großformatige monochrome Strickbilder, Collagen, Videos und die neu interpretierte, erweiterte Installation S.h .e. (2000/2005/2010), in der die gesamte Medienvielfalt der Künstlerin in einem animierten Kabinett zusammentrifft. In zwei überdimensionierten, in die Wände der Kunsthalle eingebauten „Raumvitrinen“, die die Künstlerin für die Ausstellung als zentrale Installationen entwickelt hat, findet die rückblickende „Übersichtsschau“ ihren Platz.
Das Werk der Künstlerin wird aus einer präzisen, explizit weiblichen Perspektive formuliert. Den Gemeinplatz des Feministischen aber führt die Künstlerin aufs Glatteis und ad absurdum, so etwa mit den seit Ende der 1980er Jahre entstehenden Herdplattenarbeiten, sowie mit den zum Markenzeichen der Künstlerin avancierten Strickbildern, die das Klischee der gefälligen, handwerklich-mechanischen Prägung von Frauenhand geschaffener Kunst ebenso ironisieren wie die Konventionen der attackierten Kunstgeschichte.
KATALOG:
Zur Ausstellung ist ein umfassender Katalog in Planung, der zeitnah zu den weiteren Stationen der Ausstellung 2011 erscheinen wird.
8. MAI – 15. AUGUST 2010
Kunsthalle Zürich, Limmatstrasse 270, 8005 Zürich, Schweiz
www.kunsthallezurich.ch
News-Detail
Juli 2010







