Wenige Minuten von der Autobahn entfernt betreten wir ein einzigartiges Areal, geschaffen vom Schweizer Gartenarchitekten Dieter Kienast. Wälle, pyramidale Erhebungen und weite Talfluchten korrespondieren mit bestehenden Waldstücken, eigens gepflanzter Flora und Lotos-Teichen in jahreszeitlich unterschiedlicher Farbenpracht. In diesem sieben Hektar umfassenden Gelände sind 61 Skulpturen österreichischer und internationaler Künstler/innen ausgestellt, die im Dialog mit ihrer Umgebung stehen. Beginnend in der klassischen Moderne sind hier Materialien wie Stein, Holz und Eisen ebenso zu finden, wie Beton, Glas, Kunststoff oder Fiberglas.
Zu Saisonbeginn laden wir Sie herzlich ein, in eine Welt einzutauchen, die unsere Sinne erweitert und uns einen anregenden Austausch mit Kunst und Natur vermittelt. Im Rahmen eines Frühjahrseröffnungsfestes wird am Sonntag, den 25. April, um 14 Uhr mit Musik, geführten Rundgängen und einem Kinderprogramm die Saison eingeläutet. Im Vordergrund steht diesmal die Präsentation der Skulptur Tiger Stealth, 2009, des Österreichers Peter Sandbichler sowie die Tanzenden Bäume, 1997/2010, des deutschen Konzept- und Aktionskünstlers Timm Ulrichs.
In Peter Sandbichlers Hinterfragung von Grenzziehungen zwischen Leben und Kunst forciert er die Durchdringung des Alltäglichen mit soziokulturellen, aber auch politischen Impulsen mit den Mitteln der Kunst. Dabei baut er in handwerklicher Präzision Skulpturen in modularen Strukturen, die jeder gestischen Handschriftlichkeit entgegenwirken. Vielmehr interessieren Sandbichler Systeme und Kollaborationen, aus denen sowohl formale als auch inhaltliche Neubestimmungen von Öffentlichkeiten angesteuert werden. Industriell vorgefertigtes Ausgangsmaterial wird in formgebender Ordnung aneinandergefügt, um als dreidimensionales Resultat auf politische, soziale, öffentlichkeitswirksame oder private Intentionen rückzuverweisen und mediale Einflussnahme zu reflektieren.
So erweist sich auch die Arbeit Tiger Stealth ausgehend von einer Zusammenarbeit mit knowbotic research als skulpturales Ergebnis der Notwendigkeit, militärische Geheimnisse offenzulegen oder zu kolportieren, um Macht demonstrieren zu können. Eine Form, die für das Radar unsichtbar bleibt, bestätigt die imaginäre Effizienz des Kriegsgerätes. Dabei wird auch Landschaft, in die sich Kunst in Form eines tamilischen Guerillagefährts eingeschleust hat, mit umgedeutet.
Die Tanzenden Bäume des ?Totalkünstlers? Timm Ulrichs setzen ein markantes Zeichen des Dialogs zwischen Natur und Kunst. Der Archetypus des Baumes, der für Verwurzelung, natürliches Wachstum oder Alter steht, wird hier dieser Sichtweise ironisch und subtil enthoben. Ohne die genannten Parameter aufzuheben, treten die Bäume mit uns bei näherer Betrachtung in Interaktion und verunsichern die gewohnte Realitätswahrnehmung, um spielerisch und lustvoll neue Perspektiven im Hinblick auf unser Leben, örtliche Vernetzung, Mobilität oder gedankliche Flexibilität zu eröffnen.
Autor: Dr. Elisabeth Fiedler, Leiterin des Österreichischen Skulpturenparks
Einladung zum Frühjahrseröffnungsfest im Österreichischen Skulpturenpark
Sonntag, 25. April 2010, 14 Uhr
Begrüßung: Peter Pakesch, Intendant des Universalmuseums Joanneum
Einführung: Elisabeth Fiedler, Leiterin des Österreichischen Skulpturenparks
Eröffnung: LRin Bettina Vollath, Kulturreferentin des Landes Steiermark
Programm: 15 und 16 Uhr: Geführte Rundgänge durch den Park
15?17 Uhr: Workshop für Kinder
Musik: Anush Apoyan Trio
Shuttle:
13:15 Uhr Abfahrt Kunsthaus Graz, 17 Uhr Rückfahrt ab Skulpturenpark
Um Anmeldung wird gebeten!
Anfahrt mit dem Auto
Von Graz: A9 Richtung Slowenien, Abfahrt Schachenwald
Österreichischer Skulpturenpark
Berggartencafé
Thalerhofstraße 85
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T +43-316/8017-9704
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