Am 29. Mai 2010 wird das größte Kunstprojekt der Kulturhauptstadt eröffnet, dann haben die Besucher 100 Tage Zeit, um die insgesamt acht Ausstellungsräume auf der Emscherinsel zu erkunden. 40 Künstlerinnen und Künstler, zum Teil in Duos oder Gruppen arbeitend, erschaffen 20 Werke unterschiedlichster Art. In den ungewöhnlichsten Ausstellungsräumen, wie z.B. in ehemaligen Kläranlagen, an Schleusen, im Kanal oder auf Industriebrachen wird eine mobile Behausung, ein ?Walking House?, genau so zu finden sein wie eine Hobby-Ornithologenstation, ein ?singender? Berg, ein Community-Garden oder ein wanderndes Kasperletheater. International renommierte Künstler wie Rita McBride, Jeppe Hein und Tadashi Kawamata oder Monica Bonvicini, Olaf Nicolai und Douglas Gordon haben den Auftrag angenommen und sich bei zahlreichen Bereisungen in den vergangenen Monaten mit den Standorten und der Region auseinander gesetzt.
Zentrales Thema der von Florian Matzner kuratierten Ausstellung ist der postindustrielle Funktionswandel des nördlichen Ruhrgebiets und die Umstrukturierung des Abwasserkanals Emscher bis zum Jahre 2020, eines der größten Renaturierungsprojekte der Welt überhaupt. Bei dem Ausstellungsprojekt EMSCHERKUNST geht es den Künstlern darum, diesen grundsätzlichen ökonomischen und ökologischen Strukturwandel durch ihre Interventionen, mit Phantasie und Kreativität zu begleiten und zu diskutieren.
Entstehen werden im Sommer 2010 ? um nur drei Beispiele zu nennen ?, ein monumentales Wandmosaik auf der Außenhülle eines ehemaligen Faulturms in Herne der Frankfurter Künstlerin Silke Wagner oder ein Gemälde aus Blumen und Stauden in einem ehemaligen Klärbecken in Bottrop-Ebel des Niederländers Piet Oudolf. Ein künstlerisches und stadtplanerisches Highlight der Ausstellung ist die 400 Meter lange Großskulptur von Tobias Rehberger am Schloß Oberhausen, die zugleich die Funktion eines Brückenübergangs für Fußgänger und Fahrradfahrer auf die Emscher-Insel erfüllt.
Die Beschäftigung mit den spezifischen Begebenheiten bleibt aber nicht die einzige Annäherung der internationalen Künstler an die Region ? die Macher der Ausstellung sind auf die Unterstützung ortsansässiger Experten genau so angewiesen, wie auf die Teilhabe der Bevölkerung. Viele Projekte laden nicht nur zum Anschauen, sondern zum Mitmachen und Mitgestalten ein.
Ein Projekt von Europäische Kulturhauptstadt Ruhr.2010
29. Mai bis 5. September 2010
Ort: Emscherinsel zwischen Castrop-Rauxel und Oberhausen
Kurator: Prof. Dr. Florian Matzner (München)
Weitere Infos unter www.emscherkunst.de








