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Dezember 2009

?WILD THING: Epstein, Gaudier-Brzeska, Gill? in der Royal Academy of Arts, London (GB)

Henri Gaudier-Brzeska, 'Red Stone Dancer', c.1913. Red Mansfield stone, 35 x 60 x 40 cm. Tate, London. Photo ©Tate, London 2009

 

In einem Zeitraum von nur 10 Jahren - von 1905 bis 1915 - sind in Großbritannien drei besonders aussergewöhnliche Bildhauer hervorgetreten: Jacob Epstein (1880 ? 1959), Henri Gaudier-Brzeska (1891 ? 1915) und Eric Gill (1882 ? 1940). Der radikale Ansatz ihrer Arbeiten sollte die Britische Skulptur nachhaltig verändern. Es ist das erste Mal, dass die drei Bildhauer zusammen in diesem Kontext gezeigt werden und viele Werke sind bisher noch nie in London ausgestellt worden.

 

Der Titel der Ausstellung stammt vom amerikanischen Poeten Ezra Pound, der sich lebhaft daran erinnerte, wie er im Jahre 1913 Henri Gaudier-Brzeska erstmals traf. Pound war beeindruckt vom jungen Franzosen und verglich ihn mit ?a well-made young wolf or some soft-moving, bright-eyed wild

thing.?. Aber gerade die letzten beiden Wörter resümieren den kratzbürstigen und wagemutigen Geist der Rebellion, von dem die jungen Jacob Epstein und Eric Gill getrieben wurden.

 

Die Herkunft der drei Künstler könnte unterschiedlicher nicht sein: Epstein war ein New Yorker Jude, Gaudier-Brzeska war Sohn eines Tischlers aus Orleans und Gill`s Vater war Pfarrer in Brighton. Doch in einem stetigen Ausbruch von wagemutigem Erfindungsreichtum geschah zwischen ihnen vor dem 1. Weltkrieg die Geburt der modernen Britischen Skulptur. Die Idee des Wilden bildete den Mittelpunkt ihrer Revolution, mit dem sie weit über die klassische Kunst hinausblickten, um Inspiration von dem dem zu bekommen, was Gaudier-Brzeska aufgeregt nannte ? die Barbaren der Erde (für die wir Sympathie und Bewunderung haben)?.

 

Als Epstein 1905 nach London kam, war die Zeit reif für eine gründliche Erneuerung der Britischen Skulptur. Er freundete sich schnell mit Gill an, der erklärte, dass Epstein ausersehen sei, die Britische Skulptur vor dem Grabe zu retten. Beide der Steinbildhauerei zugewandt, wollten sie zu den prähistorischen Wurzeln einer skulpturalen Expression zurückfinden. Sie waren besessen von Männlichkeit, Fruchtbarkeit und Zeugungsfähigkeit. Gill beschrieb Epstein als einen Man, der ?versessen auf Sex? war, und sie schockierten zeitgenössische Betrachter, indem sie es in den Mittelpunkt ihrer Arbeiten stellten.

 

Im Jahr 1911 zog dann Gaudier-Brzeska von Frankreich nach London und besuchte Epstein?s Atelier im Jahr darauf. Dort sah er den kraftvollen Grabstein von Oscar Wilde aufgestellt und war sehr beeindruckt. Sehr schnell wurde er ein herausragender Bildhauer und Zeichner.  Gaudier-Brzeska war erst 23 Jahre alt, als er 1915 auf einem französischen Schlachtfeld fiel und er war einer der grössten Verlusten, den die Kunst während des 1. Weltkrieges hinnehmen musste.

 

Die Ausstellung umfasst mehr als 90 Arbeiten und zeigt hauptsächlich Skulpturen, Zeichnungen und Pastelle. Jeweils ganze Räume sind den Werken der einzelnen Bildhauer gewidmet und zeigen so die Leistungen der drei und ihren Einfluss auf die Britische Skulptur. Die Ausstellung zeigt spektakuläre Arbeiten wie z.B. Epstein`s Roboter-Meisterstück ?Rock Drill?, Gaudier-Brzeska?s innovative Steinskulptur ?Birds Erect? und Gill`s provozierende Skulptur eines Aktes ?Ecstasy?. Die Arbeiten zeigen das damalige Lebensgefühl des dramatischen Wechsels, der am Beginn des 20ten Jahrhunderts in London und der Welt stattfand.

 

Die Ausstellung läuft vom 24. Oktober 2009 bis zum 24. Januar 2010

Royal Academy of Arts, The Sackler Wing of Galleries, Burlington House, Piccadilly, London W1J 0BD

Öffnungszeiten: Täglich 10 ? 18 Uhr/ Fr. 10 -20 Uhr

http://static.royalacademy.org.uk

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