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November 2009

Aristide Maillol in Barcelona (ES)

Skulptur von Aristide Maillol im Innenhof von ?La Pedera?, Foto: Caixa Catalunya


Zeit seines Lebens war Aristide Maillol begeistert von Katalanien: er sprach Katalanisch, trug auch traditionelle Espadrilles, eine Schärpe und ein Barretina (den traditionellen katalanischen Hut) und tanzte ?sardanes". Öffentlich verkündete er: "Katalonien ist meine wahre Heimat."

Das ist Grund genug für eine grosse Retrospektive eines der ?Urväter? der klassischen modernen Skulptur in Katalanien: nun eröffnet die Fundació Caixa de Catalunya in Antoni Gaudís Casa Milà in Barcelona, besser bekannt als "La Pedrera, eine grosse Retrospektive - es werden mehr als 120 Werke des 1861 in Banyuls-sur-Mer geborenen französischen Bildhauers Aristide Maillol gezeigt. 

Maillol entschied sich sehr früh Maler zu werden und zog 1881 nach Paris, um Kunst zu studieren. Nach mehreren Anläufen wurde er erst 1885 an der École des Beaux-Arts angenommen und er studierte dort unter Jean-Léon Gérôme, Alexandre Cabanel und von Bourdelle. Seine frühen Bilder zeigen den Einfluss seiner Zeitgenossen Pierre Puvis de Chavannes und Paul Gauguin. Wichtige öffentliche Aufträge beinhalten 1912 ein Auftrag für ein Denkmal für Cézanne sowie zahlreiche Kriegerdenkmäler nach dem Ersten Weltkrieg.

In Paris unterstützte Gauguin Maillols Interesse an dekorativer Kunst, als dieser sich der Tapisserie zuwandte und im Jahre 1893 ein Wandteppich Atelier in Banyuls eröffnete. Die hohe technische und ästhetische Qualität seiner Werke verschafften ihm sofort Anerkennung für die Erneuerung dieser Kunstform in Frankreich. 1895 begann er, kleine Terrakotta-Skulpturen zu formen und sich auf die Bildhauerei zu konzentrieren, was bald zur Aufgabe seines Gobelin-Ateliers führte. In dieser Zeit war seine Ehefrau Clotilde Narcis ? sie heirateten im Juli 1896 ? sein Idealmodell und ihr Typ und ihre Proportionen wurden für ihn wegweisend. 1902 zeigte er seine Skulpturen erstmals in einer großen Ausstellung in der Galerie Ambroise Vollard.

1934 war für Maillol ein entscheidendes Jahr: er traf die erst 15-jährige Dina Vierny aus Odessa, die sein Modell, Muse und Lebensgefährtin wurde. Sie eröffnete später das Musée Maillol in Paris, wo sie im Januar 2009 verstorben ist.

Thema von Maillols reifem Werk ist der weibliche Körper, ausgehend von einer klassischen Betonung klarer Formen. Der figurativen Stil seiner großen Bronzen wird als ein wichtiger Vorläufer der später folgenden Reduzierungen und Abstraktionen eines Constantin Brancusi, Henry Moore oder Alberto Giacometti angesehen, und seine ?heitere Klassik? setzte einen Standard für die figürlichen Plastik bis in die 1960er Jahre. Mit Henri Matisse war er zeitlebens befreundet.

Maillol starb am 27. September 1944 in Banyuls bei einem Autounfall, als der Wagen, in dem er als Beifahrer saß, von der Dorfstrasse abkam und sich überschlug. Der Unfall gab Anlaß zu Spekulationen, denn seine guten Kontakte zu den deutschen Besatzern und Künstlern (so vor allem zum Bildhauer Arno Breker) diskreditierten ihn nach dem Krieg. Sein Einfluß bei den klassisch-orientierten und grischich-humanistisch gebildeten Bildhauern blieb jedoch ungebrochen.

Das von Dina Vierny eröffnete Musée Maillol in Paris beherbergt eine große Sammlung von Werken Maillols und sein Haus ein paar Kilometer außerhalb Banyuls wurde ein Museum und auch der Ort seiner letzten Ruhestätte. 

Berühmt sind Maillols Skulpturen in den Tuilerien des Louvre in Paris sowie weltweit aufgestellt an prominenten Orten. Drei seiner Bronzen krönen die große Treppe der Metropolitan Opera in New York City: "Sommer" (1910-11), " Venus " (1920) und "Kniende: Denkmal für Debussy" (1950-55) ? sein einziger Tribut an die Musik, geschaffen für ein Denkmal an Claude Debussy Geburtshaus` in Saint-Germain-en-Laye. 

20. Oktober 2009 ? 31. Januar 2010
Caixa Catalunya`s La Pedrera, Passeig de Gràcia 91, 08008 Barcelona
Geöffnet Montag bis Sonntag 10 ? 20 Uhr

http://obrasocial.caixacatalunya.es/osocial/idiomes/3/fitxers/cultura/maillol/index.htm

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