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Oktober 2009

"Für eine neue Welt: Georges Vantongerloo (1886-1965) und seine Kreise von Mondrian bis Bill" in der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg (D)

Georges Vantongerloo, Komposition aus dem Ovoid, 1918, Sammlung Angela Thomas Schmid, Zumikon, © VG Bild-Kunst, Bonn


Der Belgier Georges Vantongerloo (1886-1965) zählt zu den großen, immer noch unterschätzten Pionieren der Moderne, der konstruktivistischen und der konkreten Kunst. Als konkreter Utopist suchte er in Skulptur und Malerei, Zeichnung und Fotografie sowie Interieur, Architektur und Städtebau nach avantgardistischen Ausdrucksformen eines neuen Lebensgefühls und einer humaneren Gesellschaft.

»Für eine neue Welt« würdigt erstmals in Form einer umfassenden Retrospektive anhand von 140 Werken und  reichhaltigem Dokumentationsmaterial den Künstler Georges Vantongerloo, der 1886 in Antwerpen geboren wurde und 1965 in Paris starb.

Durch ausgewählte Vergleiche mit Werken von rund 30 Zeitgenossen wie Theo van Doesburg, Piet Mondrian und Bert van der Leck, Naum Gabo, Alexander Rodtschenko, Laszlo Moholy-Nagy, Hans Arp und Sophie Taeuber(-Arp), Alexander Calder, Max Bill und anderen wird das bedeutende Schaffen Vantongerloos umfassend in einen internationalen Kontext gestellt und seine Bedeutung für die Kunst des 20. Jahrhunderts gewürdigt.

Die Ausstellung, die die Vielfalt des künstlerischen Werkes in spiralförmiger Raumfolge und in weitestgehend chronologischer Folge präsentiert, spannt einen Bogen von Vantongerloos ersten abstrakten Werken, die in den Niederlanden ab 1917 entstanden, bis zum Spätwerk der 1960er Jahre.

Die Schau gibt nicht nur einen repräsentativen Überblick über Georges Vantongerloos Werk, sondern auch vertiefende Einblicke in die Schaffensprozesse des Künstlers, nicht zuletzt ermöglicht durch umfangreiche Dokumente aus dem Nachlass des Künstlers, die hier erstmals ausgestellt werden.

Schon ab 1917 widmete sich der Künstler, in intensiven Auseinandersetzungen mit den De Stijl-Künstlern Piet Mondrian und Theo van Doesburg stehend, der Abstraktion; es folgten architekturbezogene Entwürfe für Flughäfen, Brücken und Interieurs sowie seine führende Rolle bei der Künstlergruppe "Abstraction-Création".

Bis ins energetische Spätwerk der 1960er Jahre spürte er mit seinen Draht- und Plexiglasskulpturen permanent neuen Bezügen zum universellen Raum nach. Seit den 1930er Jahren begleitete ihn eine intensive Künstlerfreundschaft mit Max Bill, dem er aus seinen Nachlaß vermachte.

Zur Ausstellung erscheint der Katalog im Verlag Scheidegger & Spiess, Zürich, der zugleich die einzige, deutschsprachige Monografie des Künstlers darstellt:
Georges Vantongerloo und seine Kreise von Mondrian bis Bill - Für eine neue Welt

Herausgegeben von Christoph Brockhaus und Hans Janssen. Mit Beiträgen von Marion Bornscheuer, Christoph Brockhaus(Duisburg); Hans Janssen (Den Haag), Angela Thomas (Zumikon), Francisca Vandepitte (Brüssel) und Marek Wieczorek (Vancouver); 292 Seiten, 285 farbige Abb. aller gezeigten Werke und 34 sw Abb., ISBN 978-3-85881-294-0, Museums-Preis von 34,80 Euro (Im Buchhandel CHF  79.00 | ? 51.40 (? 55.00).

Vom 10. Oktober 2009 bis 10. Januar 2010 anschließend im Gemeentemuseum, Den Haag: 23. Januar bis 16. Mai 2010

Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, Friedrich-Wilhelm-Straße 40, D - 47051 Duisburg

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 11 bis 17 Uhr, Sonntag 10 bis 18 Uhr, Montag geschlossen

http://www.duisburg.de/micro2/lehmbruck/ausstellungen/wechselausstellungen/Ausst_Vantongerloo_2009.php

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