"PERSONAL STRUCTURES: Open Borders" im Palazzo Bembo

Mediadaten 2017

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Palazzo Bembo

Haben Sie sich auch schon über den Schwerpunkt auf Skulptur der diesjährigen „PERSONAL STUCTURES“ Ausstellung, die seit Jahren zeitgleich zur Biennale Venedig läuft gewundert?

Für den zweiten Artikel in unserer Newsletter Reihe, haben wir Rene Rietmeyer, Gründer der GAA Foundation und einer der drei Kuratoren der Ausstellung, um ein Statement über den Fokus auf Skulptur und die Zusammenarbeit mit sculpture network gebeten.

Rene Rietmeyer berichtet hierzu: „Die GAA Foundation beschloss in Kooperation mit dem European Culture Centre zukünftig mehr Skulpturenkunst in Venedig zu präsentieren, da die Biennale Venedig in der Vergangenheit die Bedeutung von Skulptur als einen wesentlichen Teil der zeitgenössischen Kunst vernachlässigte. Im Zuge dessen kooperierte die GAA Foundation 2017 mit sculpture network. Dieser Zusammenschluss ermöglichte 45 Mitgliedern von sculpture network ihre Werke in Venedig 2017 auszustellen. Nach einem erfolgreichen Auftakt möchte die GAA Foundation weiterhin verstärkt Skulpturen fördern und hofft im Hinblick auf die Architektur Biennale 2018 weitere qualitätsvolle Projekte präsentieren zu können."

Eröffnungsfeier

Mit dem Ausblick auf eine tiefergehende Auseinandersetzung mit der Skulptur eröffnen sich auch in den kommenden Jahren für Bildhauer spannende Möglichkeiten. Dieses Jahr stellen unter den ausgewählten 45 sculpture network Mitgliedern 13 Künstler im Palazzo Bembo ihre Werke aus. Sie und alle anderen teilnehmenden Künstler verschiedenster Nationalitäten stehen symptomatisch für den Titel der diesjährigen Ausstellung: „open borders“.

Einerseits reflektiert er die Grundidee: schon im Jahr 2002 war es das Ziel mit der Ausstellung eine offene Plattform für Künstler, Architekten, und kreative Köpfe jeden Alters und Nationalität ins Leben zu rufen, um die wesentlichen gesellschaftsrelevanten Fragen unserer Zeit zu diskutieren und gemeinsam eine Zukunft zu bauen. In den Jahren seit Beginn des Projekts hat die Welt eine beispiellose Zahl von flüchtenden Menschen erlebt, die vor Armut und Krieg in der Hoffnung auf ein besseres Leben über Grenzen hinweg fliehen. Die damit zusammenhängenden sozialen und kulturellen Folgen stellen viele Nationen vor große Herausforderungen. „PERSONAL STRUCTURES: Open Borders“ ist ein gemeinsames Erklärung aller Beteiligter an die Öffentlichkeit: Künstler aus mehr als 50 Ländern legen ihre Positionen dar, mit dem Ausblick und der Hoffnung, dass zukünftige Generationen als freie Bürger auf der Welt leben können.

sculpture network Künstlermitglieder stellen aus:

"PERSONAL STRUCTURES: open borders" im Palazzo Bembo, Riva del Carbon, 4793-4785, 30124 Venezia, Italien

Color space - Solar Yellow Medium / Imploding blue center

HC Berg

HC Bergs optische Installationen lassen den Betrachter nicht gleichgültig. Sie beschäftigen ihn physisch, wollen ihn mehr über die eigene Existenz und subjektive Realität erfahren lassen und evozieren einen intensiven und interaktiven Dialog mit der Umwelt. Licht spielt dabei eine elementare Rolle: man erlebt es konkret, dennoch bleibt es ungreifbar, denn wir kommen nicht hinter seine wahre Daseinsform.

"Raumobjekt 2090115"

Heinrich Bobst

Die Arbeiten von Heinrich Bobst zeigen die Spannweite zwischen der Leichtigkeit des Scheins und der Schwierigkeit des Seins auf. Je nach Blickwinkel wechselt die Farbe, aber auch das Licht unterschiedlicher Tages- und Jahreszeiten beeinflusst das Erscheinungsbild. Daraus resultiert weder eine richtige noch eine falsche Wahrnehmung der Realität bzw. der Wahrheit. Was richtig, real oder wahr ist, bleibt dem Betrachter und nicht nur seinem Standpunkt, sondern auch dem Zeitpunkt überlassen.

„ZOOM Behind Thoughts“

Tatjana Busch

Tatjana Busch’s Vision ist es ein Objekt zu schaffen, dass physisch präsent ist, aber im Wesen bedeutungslos. „ZOOM Behind Thoughts“ ist ein Schritt auf dem Weg ihre Vision zu erfüllen. Die Lichtinstallation lädt den Betrachter ein, in ihr eine potentielle, intuitive Form zu finden, die sich durch Lichtreflexionen ausdrückt. Der Betrachter nimmt Licht als Teil der Welt wahr, den es zu hinterfragen gilt: Licht ist mysteriös und gleichzeitig allgegenwärtig. Es ist Quelle und Grundlage des menschlichen Lebens. Wir sehen es meist nicht, wir sehen mit ihm …

"Untitled"

Monika Casutt

Monika Casutt verbrachte mehrere einprägsame Jahre in der Toskana: die Natur, die sich ändernde Landschaft mit ihrer unendlichen Weite, das Licht, die Stille wie auch die Zeiten der Einsamkeit. In dieser Umgebung begann sie ihre künstlerische Tätigkeit. Seit ihrer Kindheit interessiert sie sich für die Kunstwerke antiker Kulturen. Ihre archaische Kraft, ihre Einfachheit und Verbindung zu einer tieferliegenden Realität beeindrucken sie immer wieder aufs Neue. All dies findet Ausdruck in ihren Skulpturen.

„Pfeil 2"

Johann Feilacher

Johann Feilachers Skulpturen sind bestimmt von Aufbau einer imaginären Spannung mit dem umgebenden Luftraum und dem organischen Material. Die grobe Behandlung des Holzes, teilweise verbrannt oder knallig gefärbt, zeugt von den unterschiedlichen Daseinsformen, von leuchtend auffallend bis zum Verfall oder Zerstörung. Feilachers Arbeit „Pfeil 2" ist eine noch im feuchten Pappelholz mit der Kettensäge behandelte Skulptur, die nach der Trocknung mit signalfarbenem Rot koloriert wurde.

„Room for Reflection“

Sibyl Heijnen

Heijnen erobert mit ihren Skulpturen den Raum.
Analog zu ihren vielschichtigen Assemblagen äußert sich in „Room for Reflection“ ein bedeutungsintensiver Raumbezug zum Palazzo Bembo und seiner Geschichte: das dunkelblaue  Rechteck erinnert an einen Spiegel, die teilweise mit Gold bedeckten Formen lassen an goldene Brokatvorhänge denken, die Haut eines Tieres an Jagdtrophäen. Doch die Bedeutung der Objekte liegt nicht in ihren Assoziationen. Sie sind lediglich Futter für die Gedankengänge der Betrachter

"Critical Mass"

Graham Hay

Graham Hay fertigte für die Ausstellung tausende handgemachte Porzellan Flöten, die sich zu einem 2,5 m hohen, umarmenden Gebilde formieren. Über 2000 Flöten sind mit dem Webadresse oder der Social Media Seite der Western Australian (WA) Künstlergemeinschaft gekennzeichnet. Die Flöten können von den Besuchern als Souvenir behalten werden, um daraus Prosecco zu trinken oder um mehr über die WA Künstler zu erfahren. Dieser Prozess des partiellen Auseinanderreißens des Kunstwerks wird gefilmt und während der gesamten Dauer der Ausstellung neben dem, was von der Skulptur übrig ist, gespielt werden.

"if you want peace, don't talk about war"

Andrea Matheisen

Positive Emotionen ist das beherrschende Thema der künstlerischen Arbeiten von Matheisen. Hierbei dient die reduzierte Darstellung des menschlichen Körpers der Realisierung von Gefühlen und Träumen durch wenige, klare Linien. Die Arbeit „wind beneath my wings“ stellt nicht nur die gegenseitige Abhängigkeit, sondern auch die Ergänzung und Bereicherung  einer Beziehung dar. So wie der Bodenständige den Halt gibt, so kann die Schwebendeden Verwurzelten zum inneren Loslassen motivieren. – Ein wechselseitiges Geben und Nehmen.

"Vanity 1"

Montserrat Mesalles

Mit „Vanity I“ möchte Montserrat Mesalles ein Überdenken gängiger Vorstellungen von Schönheit und Selbstbildern bewirken. Die rohen und reycleten Materialien - mit Schrammen und Unebenheiten versehen - sind perfekte Mittler ihrer Intention: sie stellen sich gegen das vorherrschende Schönheitsideal und die Perfektion. Denn wahre Schönheit ist nicht physisch, sondern etwas, das aus unserem Inneren kommt. Dort, wo unser wahres und ungeschöntes Selbst liegt.


"Tatlins trolley - closed"

Peter Rosman

Der Tatlin Trolley transportiert Bilder von Arbeitern der Ära Tatlins, eine Ära des Stahl und der Elektrizität. Der Trolley ist von der Vergangenheit in die Gegenwart übergewechselt. Tatlin’s Trolley, aus Mixed Media kommt inmitten von 8 ATM-Maschinen an. Heutzutage werden wir oftmals nach einer Reise von ATM’s begrüßt. Rosmans dekonstruierten Cash Maschinen können als handelbare Ware verstanden werden, kritisiert für ihren Bargeldwert oder stellvertretend für Kunstobjekte, die mittlerweile wie Aktien der Spekulation des Marktes unterliegen.

"The viewpoint of Marco Polo"

Brigitte Spiegeler

Getreu ihrer Aussage „Je weniger visuelle Elemente ein Künstler benutzt, desto wichtiger werden die Verwendeten.“ setzt Spiegeler in „Fibonacci sequence“ nur zwei Elemente ein: ein schwarz-weiß Foto, geschossen mit einer Lochkamera und Farbpigment. Ihre Werke handeln von einer imaginierten Zeit, die nur in unseren Vorstellungen existiert. Das schwarz-weiße Foto suggeriert Vergangenheit, und bleibt doch vage, ja zeitlos. Die Farbe dagegen wirkt wie gerade frisch draufgespritzt. Sie kann, ähnlich einer kalligraphischen Schrift, vertikal „gelesen“ werden, der Rest des Bildes verharrt ungestört.

Christiane Tureczek

Ihre Werke werfen existentielle Fragen zum Miteinander von Mensch, Tier und Umwelt auf und laden zur Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen kulturellen und historischen Vergangenheiten ein, um daraus Erkenntnisse für eine respektvolle gemeinsame Gegenwart und Zukunft zu finden. Weiss ist die vorherrschende Farbe in den Arbeiten von Christiane Tureczek. Weiss symbolisiert in zahlreichen Kulturen die Freude, Reinheit, Unsterblichkeit,  sie wird jedoch auch als Symbol für Trauer, Alter, Tod und die Verbindung zu Unterwelt und Jenseits gesehen.

"Krates von Theben"

Brigitte-Jutta Schaider

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen der menschlichen Struktur, Informationsgewinnung und Umsetzung im biokybernetischen System des Menschen. "Krates von Theben" kommt als Teil der Skulpturen-Reihe "Strukturen, und der  Verbindung zur griechischen Philosophie“, die einen weiten Bogen aus längst vergangener Zeit direkt ins Zentrum aktueller Ereignisse zu spannen scheint, eine besondere Rolle zu, zu diesen Fragen Stellung zu beziehen.

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