Katia David - Deutschland

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Kuratoren zur zeitgenössischen Skulptur

Gisela von Bruchhausen, Concento Spaziale, 2012 - photo Bert Herden
Kuratoren zur zeitgenössischen Skulptur

Anlässlich seines 10-jährigen Bestehens, startete sculpture network die Reihe „Kuratoren zur zeitgenössischen Skulptur in Europa“. Ein Internationale Jury, der Luis Chillida (Spanien), Judith Collins (UK), Florian Matzner (Deutschland) und Oliver Wick (Schweiz) angehören, wählt die Texte aus.

In diesem Monat stellen wir Ihnen Katia David (Deutschland) Thesen vor und zeigen Bilder der Künstler, die diese illustrieren.

Environmental fingerprints

In den letzten Jahren bin ich mit vielen großartigen Bildhauern zusammengekommen, die mich oft schwer beeindruckt haben. Rainer Fest mit seinen archaischen, sorgfältig ausgewählten Steinen, die  er meist bis auf kleine Eingriffe größtenteils unberührt lässt. Seine Arbeiten spiegeln mit einem negativen und positiven Aspekt den Fluss der Zeit und die ewige Suche nach dem Gleichgewicht im Leben – von mächtigen Steinmonumenten bis hin zu kleinen Arbeiten wie Transformation.

Rainer Fest, Transformation, 2013 - photo Bert Herde

Konstantino Dregos hingegen schafft eine neue Spezies bizarrer Pflanzen, die sich mit einer irritierenden Lederhaut wie Lianen winden. Evolution mit einem Hauch von „Les fleurs du mal“. Pantelis Sabaliotis verbindet klassische Antike mit dem Heute anhand von Wandobjekten und Skulpturen aus Wachs, Salz und Gold. Philosophische Annäherungen an die Natur und die Elemente, an antike Techniken mit dem Geschmack und Licht Griechenlands. Gisela von Bruchhausen, Mitglied der bekannten Gruppe „Odious“ kombiniert Wandobjekte und geometrische Figuren in sehr klarer und eleganter Struktur. Während sie Masse etwas weiches und schwereloses gibt, erobern die Stahlkonstruktionen von Detlef Mallwitz den Raum durch Leere. Vom Rechteck ausgehend entwickeln sich unterschiedlichste Formen. Positives und Negatives ist mit mathematischer Genauigkeit so austariert, dass am Ende immer der Kreis als das eigentliche Prinzip des Lebens triumphiert.

Sabine J Bieli, Orbit - photo Bert Herden

Durch verschiedenste Arten von Material kann Skulptur heute einen Ort sogar warm und gemütlich machen. Die Lichtskulpturen von Fernando Perez Molinari zogen die Menschen an wie Motten zum Licht.  Sein Interesse an aktuellen Themen wie der Ausbeutung von Minenarbeitern und Umweltverschmutzung manifestiert sich dabei ebenso wie seine peruanische  Herkunft. Eine  Publikumsattraktion war auch das ausufernde Papierobjekt von Eliana Heredia Magdalena y el fuego, eine riesige schwebende organische Form aus Muffinpapierförmchen begleitet von flüssiger Zuckermasse auf dem Boden, Symbol fortschreitender Zeit, die Materialiät und Farbe verändert. Sabine J Bieli rundet das Erlebnis von Raum in weniger irdischer Art ab: mit einem sehr einfachen und leichten Objekt aus Baumwolle und Nylonfäden. Orbit kommt als Acrylscheibe daher, die sich bei der Installation in ein ästhetisch voluminöses Objekt verwandelt. Monika Ortmann ist ebenfalls an flexible Materialien gewöhnt, die sie wie Spinnennetze an jede Form Raum anpasst. Sie benutzt dabei oft ausrangierte Materialien, zusammengezwirbelte Schnüre aus altem Papier oder Nylonstrumpfhosen. Costantino Ciervo ist der Konzeptkunst zugetan. Der Medienkünstler sucht die Kommunikation vor allem durch neue Technologie, manchmal provokativ und fast immer politisch. Ein Diskurs über die Manifestation von Macht: von der Diktatur zur Revolution, von Machiavelli zum Arabischen Frühling.

Fernando Perez Molinari_Room Installation, 2012 - Gallery Wedding - Bert Herden

Skulptur heute bietet tausend verschiedene Möglichkeiten, Materialien und Perspektiven, um Gefühlen und innerem Reichtum Ausdruck zu geben, eine gewaltige Bandbreite von massivem Stein zu Plastik, über Papier und sich auflösende Materialien bis zu Stahl und federleichter Baumwolle.

Skulpturen, die archaisch sind, philosophisch, organisch, ästhetisch, intellektuell oder politisch....was ihnen gemeinsam ist, ist Volumen und Handwerk, Dreidimensionalität, Verwandlung des Raumes und trotz ihrer statischen Eigenschaften  eine raumgreifende Aura, durch die sie ihrer Umgebung einen fast immer erstaunlichen Fingerabdruck mit künstlerischem Inhalt hinterlassen.

Vom Kurator ausgewählte Künstler

Rainer Fest  (Deutschland, 1953)
www.fest-art.de

Fernando Peréz Molinari (Peru, 1972)
www.noktiluca.com

Gisela von Bruchhausen (Deutschland, 1940)
www.giselavonbruchhausen.de

Costantino Ciervo (Italien, 1961)
www.ciervo.org


Monika Ortmann (Deutschland)
www.monika-ortmann.de

Pantelis Sabaliotis (Griechenland, 1955)
www.sabaliotis.com


Eliana Heredia (Argentinien, 1978)
www.elianaheredia.com

Konstantino Dregos (Griechenland, 1977)
www.konstantinodregos.com

Detlef Mallwitz  (Deutschland, 1951)
www.detlef-mallwitz.de

Sabine J Bieli (Schweiz)
www.sabinejbieli.com

Katia David

Kuratorin der kommunalen Galerie in Berlin-Mitte, Galerie Wedding, Kunst & Interkultur.

Mit dem Schwerpunkt zeitgenössische Kunst, der Förderung junger Talente sowie etablierter und bekannter Künstler verschrieben, von Ausstellungen von Malerei, Skulpturen und Fotografien hin zu Video- und Klanginstallationen.

Das Programm der Galerie widmet sich ebenfalls der Kulturerziehung - mit Dokumentationen, Texten, Galerieführungen und Workshops für Erwachsene und Kinder.

Wenn Sie Katia David kontaktieren möchten, schreiben Sie bitte an info@sculpture-network.org

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