Teachers Talking No. 2

Kontaktperson Teaching Sculpture

Marta Linaza
Tel.: +34 622 286 624
E-Mail: marta.linaza@sculpture-network.org

Lehren wir unseren Studenten den öffentlichen Raum zu formen? Und ist die Zusammenarbeit von Bildhauern und interdisziplinären Designteams von echtem Nutzen, bei dem Vorhaben den öffentlichen Raum zu formen und die Umwelt im 21. Jahrhundert zu gestalten?

Josef Baier (DE)

Josef Baier
Josef Baier (DE)

“Öffentlicher Raum” ist immer wieder Thema von Aufgabenstellungen innerhalb der Ausbildung. Die Zusammenarbeit mit Landschafts-Architekten, Städteplanern usw. halte ich für wichtig und wünschenswert, sowie grundsätzlich eine im Team gefundene Lösung, die mehrere Gesichtspunkte mit einschließt, zu bevorzugen ist.

Auch wenn es in der Ausbildung schwer möglich sein wird, direkt mit praktizierenden Landschaftsarchitekten und Städteplaner zusammenzuarbeiten, so sollte es möglich sein, solche spezifische Sichtweisen durch Gastvorträge oder projektbezogene Lehraufträge einzubringen.

Besonders wichtig erscheint mir bei Gestaltungen im Öffentlichen Raum, die Menschen mit einzubeziehen. Wie weit können sich die dort wohnenden Menschen beteiligen? Wie kann eine Identifikation erreicht werden. Wie kann z.B. eine Skulptur „benutzt“ werden. Gibt es eine Möglichkeit zur Interaktion:

Bei Gestaltungen im öffentlichen Raum ist man unter Umständen auch mit Vandalismus konfrontiert. Wie geht man damit um? Bei manchen Ausschreibungen ist es ein Kriterium, dass die Arbeit „vandalensicher“ sein muss. Dieses Kriterium schließt leider gerade im Hinblick auf Interaktion viele Lösungsmöglichkeiten  aus. Beschädigungen jeglicher Art sind natürlich abzulehnen, könnten im Kern aber auch als „Auseinandersetzung“ mit dem Objekt gedeutet werden.

Es ist auch die Frage zu stellen, ob eine Gestaltung für „immer und ewig“ sein muss, oder ob nicht vielleicht eine „temporäre Intervention“ unserem Zeitgeist mehr entspricht.

Mehr Informationen über Josef Baier, Künstler.

Matthew Price (UK)

Studenten sollten auf alle Fälle mit der Gestaltung im öffentlichen Raum konfrontiert werden. Öffentlicher Raum ist das Epizentrum sozialer Kontakte und der Ursprung von Interaktion mit anderen. Durch diese werden Beziehungen, Meinungen und Wahrnehmung geformt. Gemeinsames Arbeiten ist bis zu einem gewissen Grad in allen Bereichen alltäglich. Zeitvorgaben, Wettbewerb und spezifische Ziele schließen allerdings oft eine detaillierte Betrachtung aus. Nur in den verschiedenen Spezialisierungen wird darauf eingegangen. Das führt also zu einem geschlossenen Konzept, was Interaktionen, die sich gegenseitig positiv beeinflussen könnten und Beziehungen miteinander führen, ausschließen. 

In der Praxis ist es wichtig auch die anderen Bereiche und ihre Intentionen zu verstehen, um alle Objekte in einem gemeinsamen Projekt als Ganzes erscheinen zu lassen. Für Fachleute ist es daher wichtig sich Wissen in anderen Disziplinen anzueignen, um Beziehungen zwischen Objekten richtig darzustellen und erfolgreiches Arbeiten zu gewährleisten. Dieser Übergang im Denken erfordert jedoch eine Verschiebung in vielen akademischen, industriellen und politischen Institutionen. Die Zerlegung des städtischen Gefüges kann man in vielen Bereichen der Gesellschaft wie Wirtschaftsunternehmen, Behörden und Universitäten beobachten. Diese werden dezentral verwaltet und haben keine gemeinsame Infrastruktur. Das führt dazu, dass die Hierarchien der Funktionäre getrennt betrachtet werden müssen.

Räume werden also von anderen isoliert, obwohl sie alle Teil des gleichen Systems sind, was die Gesellschaft im Ganzen beeinflusst. Die Ökologie einer Stadt muss als ein Zusammenspiel verstanden werden, bei dem alle Teile der Gesellschaft verbunden sind und als eine organische Gemeinschaft agieren. Das Aufeinandertreffen der unterschiedlichen interdisziplinären Teams hilft dabei, diese ganzheitliche Methodik zu verbreiten und die verschiedenen Ideen und Betrachtungsweisen zusammenzuführen.

Synergetische Beziehungen in der Gesellschaft entstehen. Dies beginnt bereits damit, dass die verschiedenen Departments/Akademien eng zusammen arbeiten sollten. Das kann z.B. durch gemeinsame studienübergreifende Projekte geschehen.
Dies würde auf einen politischen Status Verbindungen schaffen, eine Einheit zwischen der Wissenschaft, Gesellschaft und Staat bilden. Installieren Sie ein Element des Vertrauens und der universellen Wachstum. 

Matthew Price
Bridging the Gaps
Loughborough University, LE11 3TU, UK
Loughborough School of Art and Design

Hester Pilz (NL)

Hester Pilz
Hester Pilz (NL)

Für mich als praktizierende Künstlerin ist die Antwort auf die Frage, ob die Arbeit mit Landschaftsarchitekten und Städteplanern wichtig ist: ja.

Die Antwort auf die Frage, ob Studenten über Installationen im öffentlichen Raum unterrichtet werden ist: nicht genug. Seit 2007 bin ich in den Niederlanden in Land-Art Projekte und Skulpturen Projekte im öffentlichen Raum involviert.

Bei diese Projekten wird sehr viel von dem Künstler und der Kunst an und für sich erwartet: Authentizität, Autonomie und auch ein ständig wachsendes Gefühl der "Nützlichkeit" macht sich breit. In ökonomisch schlechten Zeiten muss Kunst mehr und mehr ihre Existenz begründen. Das ist eine Situation, die in meinen Augen nicht unbedingt negativ ist, aber es stellt neue Herausforderungen für Künstler und die Professionalität dar. Im Falle von Objekten im öffentlichen Raum wird von den Kunstwerken mehr erwartet: sie müssen die Identität der leicht verwundbaren Region stärken, Touristenattraktion, Lehrer, Werbung und Bewusstseinsverstärker sein.

Das Schöne daran ist, dass gute Kunst ganz leicht das alles sein kann. Das Schlechte jedoch ist, dass gute Kunst zu schaffen, eine Gabe Gottes ist.
Es ist also nicht einfach seine Ideen praktisch umzusetzen. Um ehrlich zu sein hat mir mein Studium der Bildhauerei, welches ich 1991 mit Diplom abgeschlossen habe, nicht das Wissen vermittelt, das ich heute benötige. Fragen die ich mir selbst stelle sind zum Beispiel:
Wie gehe ich mit der Größe der Landschaft um?
Wie kann ich mit der Öffentlichkeit interagieren?
Was ist meine Verantwortung und was kann mein Werk zur Gestaltung des öffentlichen Raums beitragen?
Wie kann ich eine Form kreieren, die von (fast) jedem verstanden werden kann?
Aber auch: wie wird Spargel angepflanzt und kann das auch in Kreisform gemacht werden? Wie lange ist die Vegetationszeit für Mais? Etc.

In meinem Fall habe ich eine kleine lokale Firma gefunden, die mich mit allem versorgt, was ich benötige. Ich habe Hilfe von einer Krankenschwester, einem Bauunternehmer, einem Holzhändler und anderen Nachbarn aus dem kleinen Dorf bekommen. Sie haben mir beigebracht zu kommunizieren, Kontakte zu knüpfen und Interesse zu generieren.

Überraschenderweise hat mich das Unterrichten von Kindern gelehrt, dass des es auch schön sein kann, die „geistige Überbelastung“ abzuschalten.

Hester Pilz
Oirschot,Niederlande

Mehr Info: www.hesterpilz.nl und www.eurolandart.com

María Jesús Cueto (ES)

Kunst bezieht sich auf die unterschiedlichsten Ebenen im öffentlichen Raum. Das war schon in der Vergangenheit so und gilt auch heute im 21. Jahrhundert noch. Die Akedemien of Fine Arts in Spanien sind institutionelle Zentren, die die Ausbildung der Studenten mit verschiedenen Aspekten von Kunst, Kreationen, Design, Restaurationen garantieren. Es gibt verschiedene Ausbildungsstufen wie z.B. Masterstudenten und Doktoranden. Diese müssen ihre Aufgaben so wählen, dass sie im öffentlichen Raum arbeiten können.

Zweifelsohne wird durch Kunst und Bilder der öffentliche Raum gestaltet und geformt, so dass sich die Bürger mit diesen Zeichen, Symbolen und Metaphern identifizieren können.

Die Kunstausbildung im 21. Jahrhundert sollte die Arbeitsweisen im Hinblick auf kritische Betrachtungsweisen, Innovationen, Gebrauch und Management von ITC und Teamarbeit überdenken.  Das Ziel dabei sollte sein, dass man zusammen arbeitet und interagiert und so die verschiedene Perspektiven beachtet werden.

Bei der Gestaltung sollte man allerdings immer die Natur und die Umwelt des Menschen berücksichtigen. Auf der anderen Seite wäre es nicht das erste mal, dass verschiedene Teams zusammenarbeiten, wie sie es auch schon früher gemacht haben, um Plätze, Kathedralen und Gärten zu gestalten und sich dabei bereits bestehender Architektur und Formen anzunehmen. 

María Jesús Cueto
Artista/Profesora Titular Departamento Escultura.
Facultad Bellas Artes UPV/EHU

_____________________________________________________________________________________

If you would like to read more about this project, please write to

Marta Linaza
or
Beatriz Blanch (Coordinator)

Nur für Mitglieder

Dieser Bereich ist nur für eingeloggte Mitglieder zugänglich.

Noch kein Mitglied? Hier erfahren Sie mehr.