Cerith Wyn Evans

Mediadaten 2017

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Wahrnehmungsskulpturen

Cerith Wyn Evans, Astrophotography-Stages of photographic development by Siegfried Marx (1987), 2007 - photo Jens Ziehe / TBA21, 2013
Wahrnehmungsskulpturen

„Sprechende” Kronleuchter, Installationen, die unsere Sehgewohnheiten bis aufs äußerste strapazieren, Feuerwerk-Texte und Neonarbeiten. All das offenbart ein Gewebe von künstlerischen und literarischen Hinweisen, die darauf warten, erblickt, erfasst und decodiert zu werden.

Cerith Wyn Evans künstlerische Strategie unterbricht unseren gewohnten Zugang zur Welt der Dinge und Bedeutungen. Durch das Aufbrechen unserer assoziativen und kognitiven Erkennungsmuster, erschafft er Lücken, spielt auf unterbewusste Assoziationen, anekdotenhafte Spiele, Eventualitäten und Fehler in der Übersetzung an.

In Wyn Evans (Wales, 1958) konzeptuelle Praxis verwendet fast ausschließlich „schon Geschriebenes”, inszeniert es als Ereignis, „versaut es”, enthebt es seinem Sinnzusammenhang und macht es wahrhaft unberechenbar und willkürlich. Er arbeitet hauptsächlich mit Licht, Kommunikationstechnologien, Literatur und Zitaten und nutzt die Materialität und die strukturellen Aspekte von kodierter Kommunikation und Texten.

Seine Kronleuchterskulpturen „sprechen” durch ihre blinkenden Lichtsignale im Morse-Code, eine Sprache, in die eine Auswahl von gefundenen oder erinnerten Texten aus Film, Philosophie oder Literatur übersetzt wurden.

Cerith Wyn Evans, One evening late in the war..., 2008 - photo Jens Ziehe / TBA21, 2013

Die Grenzen des Sehvermögens erforschend, spielt er mit dem psychophysischen Zustand des Betrachters, nähert sich dem Empfindungsvermögen in mehreren audio-visuellen Sprachen an, die darauf warten, übersetzt, decodiert und untersucht zu werden. Dies alles geschieht innerhalb eines breiten Horizonts von Bedeutungen, ohne jemals vollständig die Kontrolle über den Interpretationsrahmen zu verlieren.

TBA21 sammelt seit über zehn Jahren Kunstwerke von Künstlern aus Wales, die nun zusammen in einer Ausstellung gezeigt werden. Sie ist Plattform für eine Vielzahl an Möglichem und Ungewissem in Bezug auf Bedingungen und Strukturen von dem, was wir sehen, was wir wissen und wie wir an Wissen gelangen. Anstatt Spekulationen in Formen zu konkretisieren, bieten die Szenarien lieber in der Schwebe bleibende „schwache Zusammenhänge”.

Die Ausstellung beinhaltet eine neu in Auftrag gegebene abstrakte Neonarbeit, namens „A Community Predicated on the Basic Fact Nothing Really Matters” (Eine Gemeinschaft, begründet auf der grundlegenden Tatsache, dass nichts wirklich zählt). Das neue Werk basiert auf der Darstellung der Kollisionen der hochenergetischen Teilchenstrahlen im Teilchenbeschleuiger des CERN, entdeckt von Albert Hofmann.

Cerith Wyn Evans, A Community Predicated on the Basic Fact Nothing Really Matters, 2013 - photo Jens Ziehe / TBA21, 2013

Erfahrungen, Visionen und spekulative Wahrnehmungen werden wissenschaftlichen Ansichten gegenübergestellt, Heuristik und Glaube, Kommunikation und Illustration, werden zu einer abstrakten geometrischen Figur, die essentiell für die Bildung und Theoretisierung des universellen subatomaren Higgs-Teilchens, ist.

In der Tradition der essentiell monographischen, jedoch spezifisch dialogischen Ausstellungen im Augarten, die sich jeweils als künstlerische Begegnungen darstellten, präsentiert die Ausstellung Cerith Wyn Evans' Kollaboration mit dem deutschen Künstler Florian Hecker, „No night No day” (2009), die im Teatro Goldoni im Rahmen der 53. Biennale in Venedig erstmals gezeigt wurde. Die Arbeit ist eine Verbindung von zwei unabhängig produzierten Teilen - einem Film von Wyn Evans und einem pluriphonischen Klangstück von Hecker-, sie wird für die Ausstellung im Augarten zum ersten Mal als Installation aufgebaut und speziell an diese Räumlichkeiten angepasst.

Cerith Wyn Evans - photo by Ali Janka - Courtesy White Cube

Wyn Evans künstlerische Karriere geht zurück auf die Londoner Untergrundszene der späten 1970er Jahre, wo er mit dem experimentellen Filmemacher Peter Gidal studierte. Er arbeitete eng mit Derek Jarman und John Maybury zusammen und war ein wichtiger Künstler in der filmischen Avantgardebewegung, den New Romantics. Wyn Evans beschäftigte sich in den 1990er Jahren, nach seinem letzten Film Degrees of Blindness, produziert mit dem British Film Institute im Jahr 1989, vorwiegend mit Skulpturen und Installationen.

Zu seine Einzel- und Gruppenausstellungen zählen ua. documenta 11, Biennale in Venedig (2003 und 2009), Biennale in Istanbul (2005), Tate Britain, Frankfurter Kunstverein, Museum of Fine Arts (Boston), Musée d'Art Moderne (Paris), Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau (München) und MUSAC (Leon, Spanien).



Cerith Wyn Evans
The what if?... Scenario
(after LG)
Thyssen-Bornemisza Art Contemporary–Augarten, Wien, Österreich
05.07 - 03.11.2013

www.tba21.org

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