Die Sammlung Haupt

Mediadaten 2017

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„Dreißig Silberlinge“ Geld und Kunst

Mathieu Mercier, $, 2000.
„Dreißig Silberlinge“ Geld und Kunst


Stefan
Haupt (Berlin, 1962) ist Kunstsammler und Mitglied bei sculpture network. Seine Sammlung stellt er der Öffentlichkeit zur Verfügung und hilft somit Skulpturen und Installationen in der Gesellschaft bekannt zu machen. Haupt ist Anwalt für Urheber- ,Medien- und Publikationsrecht. Anfangs waren seine Begegnungen mit Künstlern und Galeristen von rein beruflicher Natur, bis er mehr als eine berufliche Verbindung darin fand und begann, Kunst zu erwerben.

Ursprünglich sollten 30 Kunstwerke in die Sammlung aufgenommen werden, die alle das Thema „Kunst und Geld“ behandelten und einen  im Bezug auf Judas' Verrat an Jesus für dreissig Silbermünzen zum Ursprung herstellten. Aber seit Mitte der 90er Jahre bekam die Sammlung regen Zuwachs, so dass sie nun mehr als 170 Werke umfasst.

Die Arbeiten der Sammlung reflektieren politische Veränderungen, historische Ereignisse und Umbrüche, wie die Währungsunionen oder die deutsche Wiedervereinigung. Die Werke beschäftigen sich mit dem ästhetischen Ausdruck und seiner Rezeption und von den kulturellen Errungenschaften einer Gesellschaft. Außerdem werden auch psychologische, soziale und individuelle Aspekte im Bezug auf Geld betrachtet.

Ming-Wei Lee, Money for Art, 1997.

Die Entscheidung, eine Sammlung aufzubauen, die auf dem Thema „Kunst und Geld” basiert, fiel nach dem Ankauf des Werkes Money for Art” (1997) von dem in New York lebenden Taiwanesen Ming-Wei Lee. Die Arbeit besteht aus fünf Origami-Skulpturen und fünf photographischen Drucken die das Projekt dokumentieren. Der Künstler gab neun Personen von unterschiedlichem Stand zehn Dollar Scheine, gefaltet nach der Art des Origami. Zunächst nach sechs, dann nach zwölf Monaten stattete Lee den Beschenkten einen Besuch ab, um herauszufinden was mit den gefalteten Geldscheinen passiert war. Einige Leute behielten die Origamiskulptur, anderen kauften ein Häagen Dasz Eis oder eine Paul Simon CD. Diese Arbeit deckt die individuelle Ein- und Wertschätzung von Kunst und Geld auf.

Zentrale Arbeiten der Sammlung sind zwei Werke von Joseph Beuys (1921-1986): Auf einen 20er Schein der Westmark schrieb Beuys Kunst=Kapital”; Auf einen 20er Schein der Ostmark schrieb er „Falschgeld”. Diese Arbeiten reflektieren nicht nur die Bedeutung und das Wahrnehmungsvermögen, sondern auch die individuelle und soziale Akzeptanz von einer Währung, welche die Basis für ein funktionierendes Wirtschaftssystem bilden sollte.

Wolfgang Nieblich, Pink Coal, 1989.

Derzeit sind unter den 170 Arbeiten Skulpturen wie „Wage Labor II” zu sehen. Der deutsche Künstler Victor Bonato (1934) füllte drei durchsichtige Koffer mit wertlosem, geschreddertem Geld und nannte diese Werke „Lohnarbeit”.

Andreas von Weizäckers (1956-2008) Arbeit Erhard Cigar” - in Gedenken an den Altkanzler Ludwig Erhard  - erinnert an den Aufschwung der Nachkriegszeit in Deutschland.

Vollrad Kutscher (1945) schafft Skulpturen aus Pfennigen für die Gesellschaft zur Verwertung und Erhaltung der Pfennigidee.

Der in Paris lebende Künstler Mathieu Mercier (1970) erschafft mit seinem luminösen, aus Neonröhren gestaltetem Objekt „$” (2000), ein enormes leuchtendes Symbol der amerikanischen Währung. Zum einen verweist das Werk auf die omnipräsente, luminöse Werbung. Zum anderen erinnert das weiße Licht an Reinheit, Immaterialität und Transzendenz, so dass es als ein annähernd sakrales Objekt erscheint.

Wolfgang Nieblich (1948) nähert sich dem Thema des Geldes mit Humor an. Sein Objekt „Pinke Kohle” erscheint in der Form und der Größe eines Kohlebriketts, welches aus pink gefärbtem Zeitungspapier der Financial Times gemacht wurde. Interessanterweise wurde das Objekt mit der deutschen Version der Times vor einigen Monaten vom „Markt“ genommen. Nieblich ist an der alltäglichen Umgangssprache und Ausdrucksweise interessiert, mit der wir heutzutage über das Thema Geld sprechen. Somit kommt es nicht von ungefähr, dass er die „Kohle“, als umgangssprachlicher Begriff für Geld, in seinem Werk thematisiert.

Die Sammlung Haupt wird im Kunstforum Halle, ab dem 18.8.2013 ausgestellt.

Kunstforum Halle
Halle, Deutschland
„Dreißig Silberlinge” Geld und Kunst – Sammlung Haupt
18.08 – 15.09.2013

www.kunstforum-halle.de

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