Eine klare kulturelle und pädagogische Mission

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Schirn Kunsthalle Frankfurt

Schirn Kunsthalle Frankfurt

Seit ihrer Gründung 1986 besuchten mehr als 7 Millionen Menschen etwa 200 Ausstellungen auf einer Gesamtfläche von rund 2000 m2. Der Erfolg der SCHIRN misst sich aber nicht ausschließlich an den Besucherzahlen, sondern auch an der Resonanz, die die Ausstellungen finden und an den Spuren, welche sie hinterlassen.

Die Schirn präsentiert brisante Themen sowie aktuelle Aspekte aus einer zeitgenössischen Position heraus. Sie versucht dem Besucher nicht nur ein sinnliches Erlebnis zu bieten, sondern eine aktive Teilnahme an den Ausstellungen zu ermöglichen.

Maria Nepomuceno, Tempo para respirar, 2013 installation view at the Museu de Arte Moderna Rio de Janeiro © Courtesy the artist Photo- Pepe Schettino

Die Gründung der Schirn fiel in eine fruchtbare politische und kulturelle Periode. „Kultur für alle” war das Motto von Hilmar Hoffmann, der als Kulturstadtrat zwischen 1970 und 1990, das kulturelle Leben der Stadt Frankfurt entscheidend prägte. Ohne die rege Zusammenarbeit zwischen der Stadt, den Förderern der Institution und dem Engagement von Künstlern, Vertretern des Museums, Galeristen, Sammlern und zahlreichen Partnern, wäre die Schirn aber nicht so eine aktive und lebendige Institution, mit einer klaren kulturellen und pädagogischen Mission.

Anlässlich des Ehrengastauftritts von Brasilien auf der Frankfurter Buchmesse zeigt die Schirn Kunsthalle Frankfurt eine große Ausstellung zur künstlerischen Installation in Brasilien.

Cildo Meireles, Rio Oir, 2011 © Courtesy Edouard Fraipont

Brasiliana. Installationen von 1960 bis heute

Acht raumgreifende Arbeiten verwandeln die Schirn in einen Parcours intensiv erlebbarer, sensueller Räume und Installationen, in die der Betrachter unmittelbar eingebunden wird. Anhand von Installationen der späten 1960er-Jahre bis hin zu jüngsten künstlerischen Positionen demonstriert die Ausstellung das spezifisch brasilianische Moment einer „Kunst der Erfahrung“.

Die Ausstellung vereint heute als klassisch geltende Positionen von Hélio Oiticica und Neville D’Almeida, Lygia Clark, Tunga sowie Cildo Meireles mit Arbeiten der jüngeren Generation von Ernesto Neto, Maria Nepomuceno, Henrique Oliveira sowie Dias & Riedweg und schreibt somit die Geschichte der künstlerischen Installation Brasiliens bis in die Gegenwart fort.

Hélio Oiticica / Neville D’Almeida, Cosmococa CC5–Hendrix War, 1973 / 2013 Installationsansicht Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2013 © Schirn Kunsthalle Frankfurt Foto- Norbert Miguletz

Die Anfänge der künstlerischen Installation reichen zurück in die 1960er-Jahre und waren beeinflusst von einer Auseinandersetzung mit den Theorien und modernistischen Strömungen der westlichen Kunstszene. Daraus entstand eine originär brasilianische Kunst, die vom Zusammenspiel unterschiedlicher Kulturen lebt, charakteristisch, kraftvoll und ausdrucksstark ist und das sinnliche wie auch körperliche Eindringen in die Kunstwerke ins Zentrum stellt.

Die Avantgarde-Künstler Lygia Clark und Hélio Oiticica etwa erkannten früh das Potenzial, das in der Lösung von konventionellen künstlerischen Gattungen und Methoden liegt. Sie verabschiedeten sich vom zweidimensionalen Bild und entwarfen eine dynamische Kunst, die eng mit dem Leben verbunden ist, mannigfaltige lokale Bezüge herstellt und den Betrachter ins Zentrum der künstlerischen Produktion rückt: Kunst wurde zu einem erweiterten ästhetischen und sinnlichen Erlebnis.

Dias & Riedweg, Universo do baile, 2008 - Schirn Kunsthalle Frankfurt - photo by Norbert Miguletz

In den nachfolgenden Künstlergenerationen spiegelt sich dieser Ansatz in unterschiedlichen Aspekten wider. So begreifen die Künstler Cildo Meireles, Tunga, Ernesto Neto, Maria Nepomuceno, Henrique Oliviera und Dias & Riedweg die Verbindung von Kunst und Leben als elementar. Ebenso wichtig ist die Konzentration auf den Betrachter, dessen Sinne auf unterschiedliche Weise angesprochen werden.

Auffällig ist, dass dem Körper als Ganzes dabei besondere Aufmerksamkeit zukommt: Das Betrachten eines Kunstwerks, die vordergründig visuelle Rezeption tritt gegenüber anderen Sinnen wie dem Riechen und Hören in den Hintergrund. Die Künstler produzieren eine extensive, raumfüllende Kunst, die den Betrachter vollständig involviert, ihn umfasst, beschäftigt, sich einverleibt, ihn körperlich, taktil und visuell herausfordert.

Die Ausstellung wird gefördert durch Funarte sowie durch das brasilianische Kulturministerium und das Außenministerium. Darüber hinaus wird sie unterstützt durch die Novomatic AG.

BRASILIANA
Kuratorin : Dr. Martina Weinhart
02.10.2013 – 05.01.2014

SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
Römerberg, D-60311 Frankfurt. – Germany
www.schirn.de

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