EMSCHERKUNST

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Kunst und Ökologie: Ein Anlass zur Regenerierung und Renaturierung

Tomás Saraceno, Graham Bell's Ring Kite - photo©StudioTomás Saraceno
Kunst und Ökologie: Ein Anlass zur Regenerierung und Renaturierung


Verwilderte Brachen und ehemalige Industrieanlagen im Niemandsland zwischen dem Fluss Emscher und dem Rhein-Herne Kanal werden alle drei Jahre zum Schauplatz für internationale Kunstprojekte.

EMSCHERKUNST.2013 zeigt hier entlang der 81km langen Emscher internationale KünstlerInnen im öffentlichen Raum. Nach dem Erfolg der ersten Ausstellung, die 2010 stattfand, während das Ruhrgebiet Kulturhaupsstadt Europas war, feierte die Ausstellung EMSCHERKUNST seinen Erfolg als das größte Kunstprojekt im öffentlichen Raum zur „Renaturierung“ des nördlichen Ruhrgebietes. Die Kunst soll die Renaturierung der Emscher bis 2020 von einem offenen Abwasserkanal zu einem natürlichen Fluss, begleiten, vielleicht sogar beeinflussen.

Mehr als 30 Installationen und Eingriffe werden am Flussufer ausgestellt. Elf davon entstammen der Ausstellung EMSCHERKUNST.2010 und werden seitdem dauerausgestellt und sind somit auch dieses Jahr Teil der Schau. Weitere temporäre Werke aus der vorherigen Ausstellung wurden erworben und wieder installiert.

Das Ausstellungsareal erstreckt sich über 47 Quadratkilometer von der Emscherinsel in Gelsenkirchen im Westen über Essen und Bottrop, nach Oberhausen bis hin zum Emscherdelta in Duisburg und Dinslaken, wo die Emscher in den Rhein mündet.

Rita McBride, Carbon Obelisk, Essen-Altenessen - Photo by Roman Mensing - EMSCHERKUNST

Das Projekt EMSCHERKUNST, wird nach 2010 zum zweiten Mal von Prof. Dr. Florian Matzner kuratiert. Er spricht von „ungewöhnlichen Ausstellungsoptionen, wie Industrieanlagen, Siedlungsbereichen, Landschaften, aber auch von „non-locations” und zweitrangigen Orten zwischen Gelsenkirchen und Dinslaken.

Im Gegensatz zu traditionellen Ausstellungen im öffentlichen Bereich, versteht sich die EMSCHERKUNST als Zukunftswerkstatt, mit dem Ziel den Strukturwandel im nördlichen Ruhrgebiet und die Renaturierung der Emscher bis zum Jahr 2020 kritisch zu diskutieren und zu beeinflussen.”

Zusätzlich zu den Themen „Emscher Renaturierung” und „Emscher Landschaftspark”, fokussiert die Ausstellung künstlerische Fragestellungen wie Klimawandel und Ökologie. So „atmet” dieses Projekt die vier Leitmotve Martzners: „Kunst & Ökologie”, „Kunst & Teilnahme”, „Kunst & Landschaftsarchitektur” sowie „Kunst & Landmarken”.

Inges Idee, Sorcerer's Apprentice - photo©Inges Idee - EMSCHERKUNST

Kunst und Ökologie

Das Künstlerkollektiv Inges Idee haucht einem gewöhnlichen 35 m hohen Strommasten Leben ein, indem sie ihn biegen, seine Extremitäten schwingen. Die Künstler sehen Strommasten als eine an Quantität immer größer werdende Ikone der Industrialisierung – mit hoher Sichtbarkeit, die aber wegen ihrer Häufigkeit kaum wirklich wahrgenommen werden.Im Ruhrgebiet mit seiner Hohen Bevölkerungsdichte stehen sie außerdem für eine „glorreiche“ Vergangenheit und eine Zukunft, die noch im Verborgenen liegt. Das Künstlerkollektiv Inges Idee entwickelt Kunst im öffentlichen Raum, bei der es darum geht, im Dialog mit dem jeweiligen Ort, die Möglichkeiten und Besonderheiten seiner räumlichen, sozialen und historischen Begebenheiten auszuschöpfen. Dabei möchten die Künstler den Rezipienten durch die unerwartete Konfrontation mit dem Kunstwerk für einen Moment aus seinem alltäglichen Rhythmus holen und eine unmittelbare Reaktion und Reflektion provozieren.

-Ingees Idee: Hans Hemmert (Hollstadt,1960), Axel Lieber (Dusseldorf, 1960), Thomas A. Schmidt (Nürnberg, 1960) y Georg Zey (Limburg an der Lahn, 1962)-

Haubitz+Zoche, Vertigo - photo©Haubitz+Zoche

Reiner Maria Matysik lokalisierte seine Installation „Fluss wird Wolke“ an der Flussmündung der Emscher in den Rhein. Er zeigte sich von dem Fakt fasziniert, dass das  Wasser der Emscher in den Rhein fließt und sofort verschwindet, sich vermischt und nicht mehr als das Wasser der Emscher als solches erkennbar ist. Mit Hilfe einer Maschine wird das Wasser der Emscher im Bereich der Emschermündung in Dinslaken, einer abwasserfreien Strecke der Emscher, in wolkenbildenden Dampf umgewandelt. Die hierfür benötigte Energie wird regenerativ aus dem Fluss selbst gewonnen.

Kunst & Teilnahme

Apolonija Šušteršič (Ljubljana, 1965) ist eine slowenische Künstlerin und Architektin. Ihre Arbeiten zeugen von einem partizipatorischem Charakter. Ihre Projekte zielen hauptsächlich auf den Gemeinschaftsgedanken und dessen kulturellen Austausch ab. Für EMSCHERKUNST.2013 entwarf sie das „PLAYLAND“, ein neues Jugendzentrum in Oberhausen-Holten, dem ein Spielplatz angeschlossen ist. Ihre Entwurfsskizze beinhaltet ebenfalls das Design für die Außenanlagen (Skatepark, Spielplätze etc.). In Workshops bezieht sie die Anwohner des Einzugsgebietes in die Gestaltung des Areals mit ein und interviewt seit 2002 gezielt Teile der Bevölkerung (Eltern, Nachbarn, Kinder etc.) der Region.

Ai Weiwei, Aus der Aufklärung, 2013 - photo©AiWeiwei - EMSCHERKUNST

Der chinesische Künstler Ai Wei Wei leitet die Produktion von 1000 Iglu Zelten, simpel gehalten, die für zwei bis drei Leute Platz bieten. Jedes Zelt ist gänzlich individuell, mit leicht abweichenden Designs, gestaltet. Zu dem Projekt gehört auch eine Website, auf der die Zelte reserviert werden können, um sie dann für einen bestimmten Zeitraum während der hunderttägigen Laufzeit der EMSCHERKUNST.2013 zu mieten.

Der Künstler sieht sein Projekt als eine weitläufige, großräumige Installation, die das gesamte Ausstellungsareal umfasst und zu welcher die ganze Bevölkerung der Region sowie die Besucher Zugang haben. Mit der Wahl des Titels „Aus der Aufklärung“ spielt Ai Wei Wei auf die momentane Situation in seinem Heimatland in Bezug auf die Unterdrückung der Redefreiheit an.

Tobias Rehberger, Slinky springs to Fame - photo by Roman Mensing- EMSCHERKUNST

Integration der regionalen Kunstszene

Eine der größten Herausforderungen während dem Jahr, in dem das Ruhrgebiet die Kulturhauptstadt Europas war, war die Einbeziehung der regionalen Kunstszene. Neun Kunstvereine der Region schlossen sich zu der Gemeinschaft KunstVereineRuhr zusammen und steuerten der EMSCHERKUNST eine Sommerakademie als Projekt bei. Sichtbar von Tobias Rehbergs Brücke „Slinky Springs to Fame“, erkennt man eine Anordnung von verschieden großen Containern auf der Emscher Insel Oberhausen. Diese fungieren zum einen als befristete Arbeits- und Wohnplätze und bieten zum anderen einen Ort für Aktionen und Events.

Die KunstVereineRuhr kuratieren ein umfassendes Spektrum an Ausstellungen, experimentellen Musikevents, live Konzerten, Lesungen, Filmvorführungen und kulinarischen Ereignissen. Angelehnt an das Model des „Goldenen Dorfes“ der Kunstakademie Münster, welches 2010 nahe des Hafens in Recklinghausen installiert war,  bekommen die Besucher hier auch wieder die Möglichkeit, in intensiven Kontakt und Austausch mit den Künstlern der Region zu treten.

EMSCHERKUNST.2013 ist eine Arbeitsgemeinschaft, die sich aus der Emschergenossenschaft, dem Regionalverband Ruhr und der Gemeinschaft Urbane Künste Ruhr zusammensetzt. Das Projekt wird von dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nord-Rhein-Westfalen (MFKJKS) unterstützt.

KünstlerInnen

Ai Weiwei / Hans Op De Beeck / Daniel Buren / Mark Dion / Sujin Do / Tue Greenfort / Paula Hayes and Teo Camporeale / Haubitz+Zoche / Jeppe Hein / Inges Idee  / Mischa Kuball and Lawrence Weiner  / KunstVereineRuhr / Galerie für Landschaftskunst  / M+M / Rita McBride / Reiner Maria Matysik / Florian Neuner / Olaf Nicolai and Douglas Gordon with Mogwai / Observatorium / Piet Oudolf and Gross.Max / Marjetica Potrč and Ooze Architects / Tobias Rehberger / Michael Sailstorfer / Tomás Saraceno / Apolonija Šušteršič / West 8 / Elin Wikström / Anna Witt und Uglycute

Kurator: Prof. Dr. Florian Matzner

EMSCHERKUNST.2013
22.06 – 06.10.2013
Entlang der Ufer der Emscher und in den Städten Duisburg, Dinslaken, Oberhausen, Essen, Bottrop und Gelsenkirchen, Deutschland

www.emscherkunst.de

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