Louise Nevelson im Museum Fondazione Roma

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Lady Lou: eine unwiderstehliche Bildhauerin des zwanzigsten Jahrhunderts.

Louise Nevelson, Moon Spikes IV, 1955 - Collezione Privata, Courtesy Fondazione Marconi, Milano©Louise Nevelson by SIAE 2013
Lady Lou: eine unwiderstehliche Bildhauerin des zwanzigsten Jahrhunderts.

Die Gruppenaustellung „Qu’est-ce que la sculpture modern?“ stufte Nevelsons Platz in der Kunstgeschichte neben den größten Bildhauern des zwanzigsten Jahrhunderts ein. Die Ausstellung fand 1986 im Centre Georges Pompidou in Paris statt. Ihre Arbeiten beschreiben eine wichtige Position der modernen Skulptur und folgen den avantgardistischen Bewegungen des Futurismus und des Dadaismus. Sie verwendet alltägliche Objekte und Fragmente  und setzt diese gefundenen Teile zu einer Komposition zusammen.

Die Künstlerin emigrierte mit ihrer Familie 1905 in die Vereinigten Staaten und prägte zusammen mit Louise Bourgeois unweigerlich die amerikanische Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts.

Leah Berliawsky wurde am 23. September 1899 in der Ukraine geboren. Ihr Vater emigrierte vorab nach Amerika und ab jenem Zeitpunkt verstummte Leah für sechs Monate, bis zu der Wiedervereinigung der Familie 1905 in Amerika. Zu diesem bezeichnenden Zeitpunkt wurde ihr Name von Leah zu Louise geändert. Sie schwor sich niemals zu heiraten, um sich voll und ganz der Kunst hinzugeben, doch dann traf sie auf Charles Nevelson, den sie im Alter von 17 Jahren heiratete und mit ihm 1920 nach New York zog.

Louise Nevelson, The Golden Pearl, 1962 - Collezione Privata. – Courtesy Fondazione Marconi, Milano ©Louise Nevelson by SIAE 2013

1924 zog das junge Ehepaar nach Mount Vernon um, wo Louise ihr Studium der Metaphysik und des Spiritualismus aufnahm. 1928 kehrten die Nevelsons nach New York zurück und Louise wurde von Hilla von Rebay unterrichtet. So kam sie mit den Werken und den Ideen Kandinskys und Klees in Berührung. Rebay ermutigte Nevelson nach Europa zu reisen, um dort die neuen Kunstbewegungen zu studieren. Schließlich reiste Nevelson 1931 auf den Kontinent der Alten Welt und bewunderte vor allem Giotto und die Gemälde des Kubismus, von welchen sie sich sehr beeindruckt zeigte.

Nach ihrer Rückkehr aus Europa begann sie an kleineren Ausstellungen in Galerien im Greenwich Village teilzunehmen. Ihr erster öffentlicher Auftritt folgte im Rockefeller Center, bei der jährlichen Ausstellung der Society of Independent Artists (Gemeinschaft unabhängiger Künstler).

Im Januar 1934 gelang ihr ein weiterer großer Schritt; So stellte sie bei der Schau „Thirty-One-Women“ in Peggy Guggenheims „Art of this Century Gallery“ aus. Obschon zu diesem Zeitpunkt die Kritiker bereits begonnen hatten, Nevelson mit Aufmerksamkeit zu honorieren, verkaufte sie lediglich sporadisch einzelne Werke. Die fehlende Anerkennung seitens der kaufkräftigen Kunstinteressierten führte dazu, dass sie sich zurückgewiesen fühlte.

So intelligent und hübsch Nevelson war, so launisch und unkonventionell gab sie sich. Auf Grund ihrer inkonsistenten Art und ihrem eigensüchtigen Verhalten, scheiterte der Anschluss an eine Kunstgruppe. Ihre egozentrische Wesensart brachte ihr einen unvorteilhaften Ruf ein, was ihren Ausschluss von Ausstellungen zu Folge hatte. Dementsprechend gewann sie kaum an Popularität und ihr Bekanntheitsgrad schien weiter degradiert zu werden.

Kriegsbedingt flohen viele Künstler Anfang der 40. Jahre aus Europa nach Amerika und so kam es, dass Nevelson mit einigen europäischen Künstlern in Kontakt kam, allen voran Piet Mondrian. Im folgenden Jahr änderte sie ihre Einstellung gegenüber der Kunstwelt und dem Kunstmarkt und nahm Kontakt zu dem New Yorker Galeristen Karl Nierendorf auf. So organisierte Nierendorf im selben Jahr Nevelsons erste Einzelaustellung, welche die Kritiker in Begeisterung versetzte. Jene Arbeiten beschränkten sich hauptsächlich auf Assemblagen, welche dem Betrachter eine Vorahnung auf das zukünftige Schaffen Nevelsons vermittelten. Da die Werke farblich sehr dunkel gehalten wurden, akzentuierte sich Schwarz als dominanter Farbton.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, kehrte eine große Anzahl an Emigranten, unter anderem auch viele Künstler, wieder nach Europa zurück. Obschon Nevelson ihre expressionistischen Kollegen, wie Mark Rothko, oftmals aufsuchte, wurde sie nicht in die Gruppenaustellungen aufgenommen.

Sie reiste nach Mexiko, wo sie auf Rivera traf und schwer von der pre-kolumbianischen Kunst beeindruckt war.

Louise Nevelson, Ancient Secrets II, 1964 - Collezione Privata, Courtesy Fondazione Marconi, Milano © Louise Nevelson by SIAE 2013

In den Fünfziger Jahren, nun bekannt als Lady Lou, wurde ihre Mitgliedschaft bei der Federation of Modern Painters and sculptors (Bund moderner Maler und Bildhauer) akzeptiert. Sie bekam öffentliche Anerkennung und dementsprechend wuchs ihr Bekanntheitsgrad. Außerdem wurde sie 1952 zum Mitglied der National Association of Women Artists (Nationale Vereinigung weiblicher Künstlerinnen) gewählt. In jener Zeit brachte sie viele Werke hervor und wurde sehr von den Kritikern unterstützt. 1959 erwarb das Museum of Modern Art in New York eine ihrer Arbeiten. Weitere Arbeiten wurden vom Whitney Museum (N.Y.C.) und dem Brooklyn Museum (N.Y.C.) nebst anderen Institutionen, in deren Sammlungen aufgenommen.

Louise Nevelson versetzte die Kunstwelt ins Staunen, als sie ihre monumentalen Skulpturen monochromen weiß, schwarz und gold bei ihrer Einzelausstellung „Royal Tides in der Martha Jackson Galerie und auf der Biennale in Venedig 1962 präsentierte.

1973 eröffnete Nevelson eine Ausstellung im Studio Marconi, Italien, mit 80 Werken, geschaffen zwischen 1955 und 1972. Mit diesem Studio begann eine ertragreiche und lange Beziehung.

Zu jener Zeit feierten die Kritiker Nevelson als eine der größten, lebenden Bildhauerinnen. Nevelson pflegte sich in theatralischer aber stets kultivierter Kleidung zu präsentieren und vermittelte ihre Erscheinung selbst als eine artistische Kreation. In ihren letzten Lebensjahren in denen sie weiterhin produktiv war, wurde ihr Krebs diagnostiziert. 1988 erlag sie der Krankheit in ihrem Haus in New York.

Louise Nevelson, Untitled, 1985 circa - Collezione Privata, Courtesy Fondazione Marconi, Milano © A. Zambianchi - Simply.it, Milano - © Louise Nevelson by SIAE 2013

Louise Nevelson im Palazzo Sciarra in Rom

Die Ausstellung der Fondazione Roma präsentiert über 70 Arbeiten von Louise Nevelson (Pereyaslav-Liev, 1899 – New York, 1988). Diese Retroperspektive, kuratiert von Bruno Corà, illustriert die Chronologie von Nevelsons Oeuvre. Angefangen in den 30er Jahren mit Zeichnungen und Arbeiten aus Terracotta, aus denen heraus sie ihre Skulpturen, wie zum Beispiel die Assemblagen auf angemaltem Holz aus den 50er Jahren, entwickelte. Komplettiert wird die Ausstellung zum einen durch einige „Opera Magna“ aus den 60er und 70er Jahren und zum anderen durch maßgebliche, reifere Arbeiten aus den 80er Jahren.

Die diversen Arbeiten wurden aus den Sammlungen verschiedener nationaler und internationaler Institutionen entliehen. Zu den Institutionen zählen das Louisiana Museum of Modern Art in Humlebaek, Dänemark, das Centre national des art plastiques in Frankreich, die Menil Collection, die Pace Gallery in New York, sowie die Fondazione Marconi.

Die Ausstellung wurde von der Fondazione Roma-Arte-Musei und der Arthemisia Group organisiert. Unterstützend trugen ebenfalls die amerikanische Botschaft, in Kooperation mit der Nevelson Foundation of Philadelphia und der Fondazione Marconi in Mailand, zur Realisation der Ausstellung bei.


Louise Nevelson

16 April – 21 Juli 2013
Fondazione Roma Museo
Palazzo Sciarra, Rome


www.louisenevelsonroma.it

 

 

 

 

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