Open Eye Policy

Mediadaten 2017

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Sheela Gowda stellt im Van Abbemuseum, Eindhoven, Niederlande aus

Sheela Gowda, Of All People, 2011 - VAM 2013 - Foto © Peter Cox
Sheela Gowda stellt im Van Abbemuseum, Eindhoven, Niederlande aus

"Open Eye Policy" zeigt die erste Retrospektive von Sheela Gowda (Bhadravati 1957), einer der bedeutendsten, lebenden indischen Künstlerinnen. Die erste Betrachtung ihrer Arbeiten deutet auf eine Auseinandersetzung mit Abstraktion, Form und Material hin, erst bei näherem Hinsehen offenbart es eine intensive Beschäftigung mit politischen, ökologischen und gesellschaftlichen Themen. Der Titel der Ausstellung spricht für den aufmerksamen Umgang der Künstlerin mit ihrer zeitgenössischen Umgebung; sie verwendet alltägliche Materialien, was ihrer Auffassung einer „Open Eye Policy” folgt.

Die Ausstellung knüpft an eine Reihe von Gruppenausstellungen indischer Kunst der letzten Jahre an und markiert die notwendige Abkehr von einem „nationalen Ausstellungsmodell” hin zu einem tieferen Einblick in individuelle Ausdrucksweisen. Sie vereint Skulptur, große Installationen, Malerei und Fotografie aus den letzten zwanzig Jahren und zeigt ein breites Spektrum von Werken aus verschiedenen Arbeitsphasen. Die Retrospektive verdeutlicht das Anliegen und die Methodik der Künstlerin, sowie ihre Beziehung zu Materialien und ihrer Suche nach künstlerischem Ausdruck. Sie zeigt Gowda's Auseinandersetzung mit sozialen Themen des indischen Sub-Kontinents und darüber hinaus, sowie die Art und Weise, wie sie diese Themen in ihren Kunstwerken kombiniert, die sowohl elegant als auch provokant sind.

Unkonventionelle Materialien

Der Einsatz von unkonventionellen Materialien ist ein sehr stimmungsvolles Element in Sheela Gowda’s Kunst. Einige sind banal, alle stammen aus dem alltäglichen Leben in Bangalore, wo Gowda lebt und arbeitet. Sie nutzt Teerfässer, Metallrohre, Holztürpfosten, Gewinde oder Zeitungen. Andere verwendete Medien können als höchst symbolisch gelesen werden, wie Haare, Weihrauch, Kuhmist und Kumkum (eine intensive rote Farbe aus Kurkuma und Kalk, die oft in Zeremonien verwendet wird) oder kleine hölzerne Votiv-Figuren. Doch alle werden umgewandelt. Gowda wertet die gefundenen Materialien auf und gibt ihnen neue Bedeutungen durch die Art und Weise, wie sie sie im Raum platziert.

Sheela Gowda, Open Eye Policy (Installationsansicht). VAM 2013 - Foto: © Peter Cox

Verborgene Bedeutungen

Sheela Gowda’s Installationen sind von intensiver Nüchternheit und direkter Intensität. And Tell Him of My Pain (2002-2007) besteht nur aus einer einzigen Geste: Ein Strich aus einem roten Seil durchschneidet einen weißen, lichtdurchfluteten Ausstellungsraum, oder rollt sich zu jemandes Füßen zusammen. In der Installation Of All People (2011) entfaltet sich ein hell bemalter Türrahmen in himmelblau oder gelb dramatisch himmelwärts, auf einmal entfesselt  und unkontrolliert. Diese Kunstwerke schwingen vollkommen und ästhetisch als Formen für sich, sie strahlen eine robuste, destillierte, fast „reine” skulpturale Präsenz auf die Besucher aus, die sich unter ihnen bewegen, von Zeit zu Zeit überragt durch ihre schiere Größe.

Bei näherer Betrachtung fällt jedoch auf, dass sie wie eine Art Doppel-Verzeichnis funktionieren. Die Künstlerin erklärt, dass sie die "Spezifitäten von Orten, Formen und Materialien in einer Sprache der Abstraktion" formt. Nach erster Betrachtung eröffnet der präzise soziale, wirtschaftliche und politische Kontext eine neue Deutungsweise, die nicht immer von Wohlwollen zeugt.

Gowda sagt selbst: "Wenn meine Arbeit nur als schön gelesen werden würde, wäre das unzureichend. Es wäre ein Lesen der oberflächlichen Merkmale alleine, weil die darunter liegenden Schichten dunkel sind."

Eine Auswahl von Filmen von Sheela Gowda, in denen sie über ihre Arbeit spricht, gibt es auf dem Van Abbemuseum YouTube Kanal:

Sheela Gowda über das Werk "Of All People" und den Gebrauch von Figuren:

Sheela Gowda darüber, warum sie Kuhdung als Material verwendet:


Van Abbemuseum

Das Museum nähert sich experimentell der Rolle der Kunst in der Gesellschaft. Es fordert die Besucher auf, über die Kunst und ihren Platz in der Welt nachzudenken und umfasst ein weites Spektrum an Themen, das auch die Rolle des Museums als kulturelles „Gedächtnis“ und als öffentlichen Ort einschließt. Internationale Zusammenarbeit und Austausch haben das Van Abbemuseum zu einem Ort der kreativen Fruchtbarkeit und zur Quelle für Erstaunen, Inspiration und Fantasie für seine Besucher und Teilnehmer gemacht.


Das Van Abbemuseum ist eines der ersten öffentlichen Museen für zeitgenössische Kunst in Europa, mit einer Sammlung von 2700 Kunstwerken, die Schlüsselwerke und Archive von Lissitzky, Picasso, Kokoschka, Chagall, Beuys, McCarthy, Daniëls und Körmeling enthält.

Sheela Gowda – Open Eye Policy

Kuratoren: Annie Fletcher (Van Abbemuseum) in Zusammenarbeit mit Grant Watson.

23.02. 2013 – 26.05.2013
Van Abbemuseum
- Bilderdijklaan 10, 5611 NH Eindhoven , Niederlande

www.vanabbemuseum.nl


Van Abbemuseum. Foto: © Peter Cox

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