Speculations on Anonymous Materials

Mediadaten 2017

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Fridericianum
 - Kassel, Deutschland

Josh Kline, Tastmaker's Choice, 2012 - Courtesy of the artist, 47 Canal © photo Nils Klinger
Fridericianum
 - Kassel, Deutschland

„Ich denke, es ist interessanter über das Material zu sprechen, das die Arbeit determiniert, als über die Identität des Künstlers...“ Pamela Rosenkranz

In einer Welt voll von generierten Bildern verändert sich der Auftrag der Kunst. Ein Nachdenken über diese oft hoch psychologisierten Bildwelten, die Formen der Bildwiedergabe und Bildrepräsentation ist zwingend. Die Relation von Bild und Sprache, Sprache und Körper, Bild und Raum, Objekt und Subjekt hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten rasant verändert. Während die originäre Bildgenese als primäre Aufgabe der Kunst entfällt, wird das Arbeiten mit bereits existierenden Bildern, Objekten und Räumen zum entsubjektivierten Ort der Reflektion. Es gilt, die Welt aus der Abstraktion zu begreifen und nicht die Abstraktion aus der Welt.

Das Moment des individuellen Schaffens wird nebensächlich, das Moment der Überführung der Bilder und Gegenstände in den Kunstraum als solches irrelevant. Die visuelle Reflektion erfolgt rhythmisch, prozesshaft und seriell. Die Wiederholung im Seriellen vollzieht sich dabei weniger im Spannungsfeld von Differenz und Gleichem als in einer unabschließbaren Vernetzung; allein in der variierenden Spekulation kann refkletiert werden.

Alisa Baremboym, Syphon Solutions, 2013 - Courtesy of the artist, 47 Canal © Photo Nils Klinger

Die Ausstellung Speculations on Anonymous Materials bringt weltweit erstmals internationale künstlerische Positionen zusammen, welche die anonymen Materialien des eingreifenden technologischen Wandels neu denken lassen: Mit den technologischen Veränderungen des 21. Jahrhunderts hat sich auch unser Erfahrungsmodus von Welt, Körper, Bild und Sprache radikal gewandelt. Darauf reagierend, arbeiten sich die gezeigten Künstler nicht an den großen Paradigmen der Kunstgeschichte und der Ideologie des Ausstellungsraums ab, sondern an Dingen und Konstellationen der Lebenswelt.

Die Künstler trachten nicht danach, autonome Welten zu erschaffen, vielmehr bedienen sie sich des uns umgebenden Bilder-, Material-, Geräte-, Anwendungs- und Kommunikationsfundus. Die Auseinandersetzung mit diesem Fundus betreiben die jeweiligen Künstler jedoch nicht als souveränes Selbst, sondern als Baustein dieser Kultur. Damit entziehen sie sich dem Diktat der individuellen Selbstoptimierung: Kein künstlerischer Genius, der intuitiv schöpft und über seine Kunst auch dem Betrachter eine kontemplative Konfrontation mit dessen Selbst und seinem Weltbezug ermöglicht, regiert, sondern Dinge, die unseren Alltag steuern. Diese werden ohne große Geste in den Kunstraum überführt und hier seriell derangiert.

Aleksandra Domanović, Fatima (The future was at her fingertips), 2013- Courtesy of the artist, Tanya Leighton Gallery

Interpretierende Entzifferung bricht sich dabei ebenso an den künstlerischen Arbeiten wie die Erahnung einer versöhnten Welt unterwandert wird. Stattdessen begegnen wir materiellen Spekulationen über das Unbegreifliche der Dinge, die wir alle kennen und doch nicht deuten können. Ein Katalog zur Ausstellung sowie ein Symposium sind in Vorbereitung.

Kuratorin:
Susanne Pfeffer

Künstler:

Michele Abeles, Ed Atkins, Trisha Baga & Jessie Stead, Alisa Baremboym, Kerstin Brätsch & Debo Eilers, Antoine Catala, Simon Denny, Aleksandra Domanovi, GCC, Yngve Holen, Sachin Kaeley, Daniel Keller, Josh Kline, Oliver Laric, Tobias Madison, Katja Novitskova, Ken Okiishi, Jon Rafman, James Richards, Pamela Rosenkranz, Avery Singer, Timur Si-Qin, Ryan Trecartin.

Speculations on Anonymous Materials
29.09.2013 – 26.01.2014
Fridericianum

 - Kassel, Germany.

www.fridericianum.org

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