Yorkshire Sculpture Triangle

Mediadaten 2017

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Yorkshire bewirbt sich als europäische Skulptur-Hauptstadt

Yinka Shonibare mbe, Revolution kid (fox boy), 2012 - courtesy of the artist, collection Museum Beelden aan Zee and YSP.
Yorkshire bewirbt sich als europäische Skulptur-Hauptstadt

Eine gemeinsame Initiative vom Henry Moore Institute, The Hepworth Wakefield, Leeds Art Gallery und dem Yorkshire Sculpture Park, unterstützt durch das Arts Council England und Welcome to Yorkshire. Zwischen 2011 und 2015 wird das Arts Council £1,4 Milliarden aus öffentlichen Geldern und rund £1 Milliarde von der National Lottery investieren, um dieses Projekt zu fördern.
Das beeindruckende Programm für 2013 beinhaltet unterschiedliche Herangehensweisen an die zeitgenössische Skulptur, zu sehen inden vier Instututionen, nahe den Geburtsorten von Barbara Hepworth und Henry Moore.

Im Yorkshire Sculpture Park finden drei Skulptur Ausstellungen statt:

FABRIC-ATION
ist die größte britische Ausstellung des nigerianischen Künstlers Yinka Shonibare mbe (London, 1962), die mehr als 30 Werke aus dem Zeitraum zwischen 2002 bis 2013 zeigt. In der Ausstellung ist Skulptur, Film, Fotografie, Malerei und Collage zu sehen. Sein Werk untersucht und irritiert auf geschickte Weise die Stereotypen von Rasse und Klasse und beschäftigt sich mit Ideen rund um Identität und Authentizität, ebenso wie mit Dislokation, Multikulturalismus, globaler Nahrungsmittelherstellung und Revolution, die häufig durch gespielte Überheblichkeit angesprochen werden.
Ein neues Werk, das gezeigt wird, ist Revolution Kids (2012), eine halb Mensch, halb Tier Verkörperung eines rebellischen Geistes, der eine Replik von Oberst Gaddafis goldener Pistole schwingt und ein obligatorisches Blackberry trägt. Die Arbeit stellt die erste Verwendung von Tierkörperpräparation in seinem Werk dar. Dieses Zwitterwesen verkörpert die Reaktion des Künstlers auf die London Riots, wo Social Media als revolutionäres Mittel benutzt wurde und auf den arabischen Frühling von 2011, mit seiner vorrangigen Bedeutung von Transformation durch Aufstand.

Ein weiteres Highlight sind die zwei Flying Machine sculptures (2012), die von Aliens mit Stoffhaut gelenkt werden. Sie nehmen Bezug auf Shonibares Interesse an der Erfindung des Fliegens, der Erkundung des Weltalls und dem Science Fiction. Gleichzeitig konnotieren sie Ideen von fremdartigen Bürgerschaften und Fremdheit. Shonibare beschreibt seine Verwendung von bunten Batikstoff als „Zeichen der 'African-ness', insofern als dass Menschen an Afrika denken, wenn sie die Stoffe sehen.” Ironischerweise wurde der archetypische, „authentische” afrikanische Stoff anfangs in Massenproduktion in Holland hergestellt und basierte auf indonesischen Stoffen, die im 19. Jahrhundert nach Westafrika verkauft wurden.

Garth Evans, Untitled No. 2, 1974-75 © Arts Council Collection - courtesy of YSP.

In der Longside Gallery kuratiert Richard Deacon eine Ausstellung über Garth Evans, die 28 Werke der Periode von 1959 bis 1982 zeigt. Evans (UK, 1934) ist bekannt für seine Verwendung von geometrischen, asymmetrischen Formen und dem Gebrauch von Alltagsgegenständen, wie beispielsweise Sperrholz, Fiberglas und Polyäthylenfolie.

Evans beeinflusste eine Generation von britischen Bildhauern nicht nur durch seinen innovativen Ansatz zur Skulptur, sondern auch als Lehrer am Central St Martin's School of Art. Die Auswahl der Werke von Evans durch den Turner Preis Gewinner Richard Deacon resultiert aus einer ausführlichen Konversation zwischen den beiden Bildhauern und setzt den Fokus auf  Werke, die in den ersten zwei Jahrzehnten von Evans' langer und abwechslungsreicher Kariere entstanden sind.

Hans Josephson - ©Josephsohn Estate - Courtesy Hauser & Wirth, Kesselhaus Josephsohn, Galerie Felix Lehner and YSP - photo©Katalin Deer.

Am 11. Mai wird der Yorkshire Sculpture Park die Hans Josephsohn Ausstellung mit Skulpturen und Zeichnungen eröffnen. Die Ausstellung reagiert auf Josephsohns Vorstellung, dass sein Werk im Zusammenhang zur Architektur platziert und erfahren werden soll. Josephsohn (Königsberg-Zürich, 1930-2012) beschäftigte sich intensiv mit der Körperlichkeit und versuchte die Intimität, Erfahrung und Präsenz der menschlichen Gestalt in seinen Skulpturen einzufangen.

Die Ausstellung verfolgt die Entwicklung seiner gewagten, unmittelbaren und stark physischen Art der Arbeit: von dezent abstrakten Formen, die an antike Steinstelen erinnern, die anfänglich in taktilem Gips geformt wurden, hin zu großen Halb-Figuren und liegenden Skulpturen, die in Messing gegossen wurden und unpatiniert blieben. Der Einbezug von einigen Reliefs bestimmt ein anderes Thema, welches Josephsohns frühe Abstraktionen aus den 1950er und 60er Jahren, bis hin zu jenen in den 70er Jahren, die sich in den Raum erstrecken, nachverfolgen. Die Reliefs, die eine zentrale Rolle in allen Schaffensperioden spielen und die verschiedene Figuren in unterschiedliche Beziehungen untereinander setzen, werden entlang kleiner Werke und Zeichnungen innerhalb der Bothy Gallery gezeigt, dessen architektonischer Charakter eine außergewöhnliche Sinnlichkeit, Dynamik und Vertraulichkeit von Josephsohns Werk herstellt.

Die Leeds Art Gallery besitzt eine umfangreiche Sammlung Skulptur des 20. Jahrhunderts. Sie wird der Verleihungsort des Northern Art Prize sein und der vorausgehenden Ausstellung von Werken der Künstler der engeren Auswahl, Margaret Harrison, Rosaline Nashashibi, Emily Speed, Joanne Tatham und Tom O'Sullivan. Der Gewinner wird am 23. Mai 2013 bekannt gegeben und wird ein Preisgeld in Höhe von £16,500 erhalten.

Robert Filliou, 'Eins. Un. One...', 1984 - Courtesy Musée d’Art Moderne et Contemporaine Genève © Marianne Filliou - photo©I. Kalkkinen.

Das Henry Moore Institute stellt derzeit das Werk von Robert Filliou aus: „The Institute of Endless Possibilities”, die erste institutionelle Solo-Ausstellung des Künstlers in Großbritannien. Die Ausstellung betrachtet Fillious Werk außerhalb seiner engen Verbindung zu Fluxus, um den Fokus besonders auf seine skulpturale Produktion und seine Auseinandersetzung mit Objekten zu legen. Die Ausstellung wirft die Frage auf: Wann wird aus einem Alltagsobjekt eine Skulptur?

Filliou (Frankreich, 1926-1987) führte die Skulptur als ein fixes und unanfechtbares Objekt ein, um die Skulptur durch vielfältige Momente der Begegnung zu gestalten. Sein Werk verkörpert Marcel Duchamps Statement von 1957: „Alles in allem wird der kreative Akt nicht vom Künstler allein vollzogen; der Zuschauer bringt das Werk in Kontakt mit der äußeren Welt, indem er dessen innere Qualifikationen entziffert und interpretiert und damit seinen Beitrag zum kreativen Akt hinzufügt.” Die Ausstellung positioniert Filliou als einen Objekt-Macher, dessen Skulpturen eben jene Natur des kreativen Aktes untersuchen. Seine Methodologie kommt der ersten Welle der Konzeptkunst zuvor und ist ein kritischer Moment für die Auffassung der Skulptur heute.

Zwei Schlüsselwerke in der Ausstellung sind Eins. Un. One. (1984) und Musique télépathique nº 5 (Telepathische Musik Nummer 1, 1976-1978). Eins. Un. One. besteht aus 16.000 hölzernen Würfeln, von denen jeder die Nummer eins auf allen Seiten trägt und verleugnet die Gesetze der Wahrscheinlichkeit. Eine weitere spielerische Unverblühmtheit kann in dem Werk Musique télépathique nº 5 gesehen werden, einer Skulptur aus 33 Notenständern, auf denen Spielkarten stehen, die mit kurzen Notizen versehen sind.

Das erst kürzlich eröffnete Hepworth Wakefield zeigt das Werk der zeitgenössischen Künstler Alice Channer, Jessica Jackson Hutchins und ein neues Performance Werk von Linder Sterling, das in Zusammenarbeit mit dem Northern Ballet, dem britischen Modedesigner Pam Hogg und dem Musiker Stuart McCallum entstand.

Alice Channer, Jessica Jackson Hutchins, and Linder Sterling at The Hepworth Wakefield:

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