Antony McCall Bewegte Lichtskulpturen

Mediadaten 2017

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Erste Soloausstellung des britischen Künstlers in den Niederlanden

Anthony McCall, You and I Horizontal, 2005 - Institut d’Art Contemporain Villeurbanne - photo Blaise Adilon
Erste Soloausstellung des britischen Künstlers in den Niederlanden

McCalls skulpturale Lichtprojektionen sind gleichermaßen gekennzeichnet durch minimalistische Formen, magische Effekte und physische Erfahrungsmöglichkeiten. Die Lichtskulpturen befinden sich permanent in Bewegung und verändern ihre Form, sich den gängigen Klassifizierungen durch bestimmte Kategorien der Kunstgeschichte wie „Skulptur“ und „Film“ immer wieder verweigernd.

Seit den 1970ern entsteht Anthony McCalls (GB, 1946) beachtliches Werk aus Zeichnungen, Performances und - am wichtigsten für die Ausstellung im EYE - seine raumgreifenden Lichtinstallationen, die sogenannten solid light films (etwa: Filme aus reinem Licht). Die Ausstellung zeigt nicht nur einige der wichtigsten solid light films, sondern veranschaulicht auch deren Entwicklung, indem sie einen Blick zurück auf McCalls früheste Arbeiten wirft.

Anthony McCall, Landscape for Fire II, 1972 - Performance view - photo Carolee Schneemann

Den Schwerpunkt auf die Schnittmengen zwischen Film und anderen Kunstformen legend, untersucht das Ausstellungsprogramm des EYE das Medium Film als eine Kunstform, die nicht notwendigerweise nur auf Kinovorführungen begrenzt ist, sondern auch zum Vordringen in unerforschtes Gebiet, Ausloten von Grenzen und Erforschen der Bandbreite des dreidimensionalen Ausstellungsraumes bereit ist. McCalls vielschichtiges und fachübergreifendes Werk stellt die traditionelle Trennung von „Kunst“ und „Kino“ infrage, überwindet und definiert sie neu. Eine Leistung, die großen Anklang in der kuratorischen Vision des EYE findet.

Ende der 1970er Jahre zog sich McCall aus dem Kunstbetrieb zurück. Nach einer Pause von 20 Jahren hat er seine Arbeit als Künstler mit einem Gefühl der Dringlichkeit wieder aufgenommen und Line Describing a Cone auf der wegweisenden Ausstellung Into the Light im Whitney Museum of American Art in New York 2001 vorgestellt. Neue digitale Designsoftware, hochwertige Beamer und verbesserte technische Bedingungen eröffneten neue Möglichkeiten für McCall, zu seinen Arbeiten aus den 1970er Jahren zurückzukehren und diese zu erweitern.

Anthony-McCall, Nine Gasoline Fires Score for Eternal Condition, 1973

McCalls erster solid light film, Line Describing a Cone (1973, etwa: Linie, die einen Kegel beschreibt), besteht aus einem 16mm Projektor und einer Filmrolle. McCall behandelte die Rolle mit einer einfachen Animationstechnik, so dass aus einem einzelnen weißen Punkt auf der Leinwand allmählich ein kompletter Kreis wird. In einem mit Nebelschleier gefüllten Galerieraum wird der Lichtstrahl des Projektors so zu einer Skulptur.

Der künstlerische Kontext der 1960er und Anfang der 1970er Jahre - die blühende Kooperativenkultur der Filmemacher, ein erweitertes Filmverständnis (expanded cinema), Performance Art, Minimalismus, Structural Film und Konzeptkunst —ergeben einen reichen, fachübergreifenden Hintergrund auf dem man McCalls Projektionen lesen kann.

Anthony McCall, Meeting you Halfway (II), 2009 - Sean Kelly Gallery - photo Jason Wyche

Mit seinen solid light films unterzieht McCall die Grundlagen des Films einer gründlichen Untersuchung und setzt sich kritisch mit der kommerziellen Filmindustrie, ihrem Manipulieren von Zeit und Raum, ihrer Verwendung von Geschichten, Montage und Zusammenfügen und ihrer problematischen Beziehung zum Zuschauer auseinander. Dem Besucher stellt McCall die Herausforderung, mit den beweglichen Lichtskulpturen zu interagieren, was durch die Präsentation seiner Arbeit in der Umgebung des Museums verstärkt wird.

Im ersten Teil der Ausstellung bieten eine Auswahl von McCalls Zeichnungen, Fotografien, Dokumentationen seiner frühen Performances, Modelle und Seiten seiner Notizbücher einen Zugang zu den „Wurzeln“ der solid light films.

Der zweite Teil verfolgt die allmähliche Entwicklung von seinen ersten solid light films hin zu den neueren digitalen Installationen wie Face to Face II (2013), seine erste Großinstallation, bei der er schwebende doppelseitige Leinwände verwendet. In der Ausstellung ist ebenfalls die Arbeit Traveling Wave (1972/2013) zu sehen, welche eine einzigartige Stellung in McCalls Werk einnimmt, da sie ausschließlich auf Klang basiert.

Anthony McCall
Solid Light Films und andere Arbeiten
 (1971 – 2014)
Kuratoren: Jaap Guldemond und Maxa Zoller
Bis 30.11.2014

Eye
Amsterdam, Niederlande

www.eyefilm.nl

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