Das Museum wird zum Spielplatz

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Krištof Kintera zu Gast im Museum Tinguely

Kristof Kintera, Revolution, 2005 - photo Martin Polak
Krištof Kintera zu Gast im Museum Tinguely

Mit Ironie, Schalk und manchmal düsterem Humor stellt der junge tschechische Künstler Krištof Kintera Kunst und Leben auf den Kopf. Er erschafft einen neuen Golem aus hunderten von Glüh- birnen, persifliert unser Sicherheitsdenken mit einem gepanzerten Kinderwagen oder versucht, im Elektrofachgeschäft ein komplett durchgestaltetes Gerät ohne Funktion zu verkaufen. Mit seinen dysfunktionalen und absurd erweiterten Maschinen trifft er die Ästhetik Tinguelys.

Die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler konzipierte Ausstellung zeigt 35, seiner teils grossformatigen Skulpturen und Installationen im Museum Tinguely sowie im umliegenden Museumspark Solitude.

Kristof Kintera, My light is your life, 2009 - photo Stefan Holenstein

Wie Tinguely teilt Kintera eine extrovertierte und kritische künstlerische Haltung, die alles in Frage stellt, zerlegt oder auch neu zusammenfügt – und die sich an den Institutionen reibt und den kreati-- ven Clash ebenso sucht wie das Ende der Komfortzone für alle Beteiligten. Für Kintera wird das Museum zum Spielfeld und die Verunsicherung des Betrachters wird zur Grundlage für ein neues Erleben gewohnter Umgebungen.

Eines der frühesten Objekte in der Ausstellung ist It (1996), eine Skulptur auf Rollen, die formal zwischen Ei und Computermaus angesiedelt ist. Ungefähr 40 cm lang, ist eine Schnur an ihr befestigt, an der It durch den Ausstellungsraum – oder durch die Stadt – gezogen werden kann. Der Betrachter wird zum Mitgestalter, zum Beteiligten, die Ausstellung wird veränderbar und partizipativ. Oder die Stadt wird zur Ausstellung ...

Kristof Kintera, Bad News, 2011 - photo Martin Polak

Revolution (2005) entstand ein Jahr nach Kinteras Studienaufenthalt an der Rijksakademie in Amsterdam. Basierend auf einer Figur, die er bereits 1999 mit den Talkmen entwickelt hatte, schuf Kintera eine knapp einen Meter hohe menschliche Gestalt, die in Intervallen die Stirn an die Wand schlägt. So fest, dass die Wand peu à peu zerstört wird. Diese gewalttätige Revolution richtet die Figur insbesondere gegen sich selbst, der Aufruhr findet im und am Kopf statt. Bad News (2011) dagegen ist komplett nach aussen gerichtet. Hier wird der Protest von einer gehörnten Teufelsgestalt mit Trommel, Musik und Tonaufnahmen laut und deutlich.

Demon of the Growth
(2014) ist eine monumentale Installation mit Bällen und Kugeln, farbig, bunt, fröhlich, die ihre Gestalt in amorphem Wachstum erhält. Mit einem Werk wie Spirit Leaving Gravitation (2013) schliesst sich der Kreis. Kintera zeigt sich hier ganz spielerisch, fast dekorativ – und doch hintersinnig, ironisch und dabei mit einer ganz feinen Prise Sarkasmus.

Kristof Kintera, Spirit Leaving Gravitation, 2013 - photo Stefan Holenstein

Krištof Kintera lebt und arbeitet in Prag, wo er 1973 geboren wurde. Seine Ausbildung zum Künstler absolvierte er an der Akademie seiner Geburtsstadt (1992 bis 1999), die er mit Forschungsaufent- halten und Stipendien in Columbus (Ohio/ USA), Birmingham (GB) und München ergänzte. Ein längerer Aufenthalt 2003-2004 an der Rijksakademie van Beeldende Kunsten Amsterdam schloss seine Ausbildung ab.

Während des Studiums beteiligte sich Kintera an zahlreichen Projekten, bei denen oft Performance und Theater eine tragende Rolle spielten. Um die Jahrtausendwende war der alternative, multikulturelle Raum und die Gruppe Universal NoD für Kintera prägend. Kintera nimmt mit seiner Kunst an sozialen und gesellschaftlichen Debatten teil und ist mit verschiedenen Interventionen im öffentlichen Raum in Prag präsent.




Krištof Kintera. I AM NOT YOU

Museum Tinguely
Bis 28.09.2014

Basel, Schweiz

www.tinguely.ch
www.kristofkintera.com

 

 

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