‘I don’t carve, I don’t model. I fabricate’

Mediadaten 2017

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Richard Deacons umfassende Werkschau in der Tate Britain

Richard Deacon, After 1998 ©Tate
Richard Deacons umfassende Werkschau in der Tate Britain

Richard Deacon (Jahrgang 1949, geboren in Großbritannien) hat sich selbst immer wieder als „fabricator”  bezeichnet – einen Hersteller von Dingen, der seinen Fokus auf die Konstruktion und Manipulation von Materialien legt. Deacon ist bekannt für offene Strukturen, in denen die Form nicht durch ihren Umriss, sondern durch ihre Grenzen oder Kanten dargestellt wird. Die Tate Britain zeigt bis 27. April eine umfassende, chronologisch aufgebaute Werkschau des Turner-Preisträgers.

Die Herausforderungen, die sich Deacon selbst setzt, ergeben sich aus der Beschaffenheit seiner Materialien und ihrer Beziehung zu einer sich entwickelnden Form. Sein Interesse an Materialvielfalt führte ihn dazu neue experimentelle Arbeiten in Pappe und Keramik zu fertigen, um gleichzeitig  seine Formensprache mit neuen Materialien immer weiter auszubauen.

Richard Deacon, Fold 2012 - photo L Dawkins, Tate ©Richard Deacon

„Fold 2012”, wird im Rahmen der Eröffnung der seit rund 25 Jahren umfangreichsten Werkschau von Deacons Arbeiten in London gezeigt. Eine raumgreifende Skulptur aus glasierter Keramik - mehr als 12 Tonnen schwer und vier Meter hoch. Aus größerer Entfernung ähneln die neun eng gruppierten Türme einem freistehenden Paravent. Bei nähere Betrachtung wird deutlich, dass die Skulptur aus sechzig ungleichmäßig gehauenen Steinen gefertigt wurde​​, die sich für den Betrachter im Vorbeigehen zu bewegen und zu schimmern scheinen.

Die Skulptur zeigt Deacons Interesse an der Beziehung zwischen den einzelnen Bestandteilen einer Skulptur und dem Ganzen. Dieses Thema wird auch in der dazugehörigen Ausstellung erforscht, die einen Überblick zu Deacons Werk ab den 1970er Jahren gibt.

Die Ausstellung zeigt rund 40 Werke, darunter große, mittlere und kleine Skulpturen, begleitet von einer Reihe von wichtige Zeichnungen.

Die umfangreiche Werkschau zeigt auch „After”, aus dem Jahr 1998. Eine riesige schlangenförmige Skulptur, die Volumen, Raum und Material ins Gleichgewicht bringt und mit der Wahrnehmung des Betrachters von Innen und Außen spielt. Ihre gleichmäßige, schleifenartige Form erforscht Tiefe, Oberfläche und Struktur.

Richard Deacon, Lock 1990 - Private collection ©Richard Deacon

Die Werkgruppe aus der Reihe „Art for Other People”, begonnen im Jahr 1982, besteht aus vielfältigen Alltagsmaterialien wie Stahl, Schaumstoff, Gummi, Chrom, Leder und Marmor.

Die Ausstellung zeigt auch eine Serie von frühen Zeichnungen mit dem Namen „It’s Orpheus When There’s Singing”, aus dem Jahr 1978, Die Zeichnungen waren von enormer Bedeutung für Deacon’s spätere Skulpturen, vor allem für diejenigen, die die Möglichkeiten von organischen oder geschwungenen Form ausloten und auch für seine Überlegungen zu Sprache und Kommunikation.

Die Ausstellung wurde von Clarrie Wallis, Kuratorin für Moderne und Zeitgenössische Britische Kunst, gemeinsam mit Sofia Karamani, Assistenz-Kuratorin für Zeitgenössische Britische Kunst, beide Tate Britain, kuratiert.

Richard Deacon wurde im Jahr 1949 in Bangor, Wales, geboren. Er studierte am Somerset College of Art, Taunton (1968), der St. Martin School of Art, London (1970-3) und dem Royal College of Art (1974 bis 1977), wo er einen Master in Environmental Media erworben hat. Seine Einzelausstellungen wurden in der ganzen Welt gezeigt und er war an bedeutenden internationalen Ausstellungen beteiligt, wie der Documenta IX (1992) und der Biennale von Venedig (2007).

Deacons Arbeit ist auch dauerhaft, an diversen Orten auf der ganzen Welt, zu sehen, angefangen beim Yonge Square Plaza in Toronto zur Redheugh Brücke in Gateshead, über Krefeld bis nach Auckland, Neuseeland. 1987 wurde er mit dem Turner-Preis ausgezeichnet. Vor kurzem enthüllte er weitere öffentliche Auftragsarbeiten für das Gesims von St. Jame’s Gateway, Piccadilly und das Kunstmuseum Winterthur, Schweiz (beide 2013). Er lebt und arbeitet in London.

Richard Deacon spricht mit TateShots in seinem Atelier

„Wie ich lernte zu sehen“
Interview von Simon Grant
Richard Deacon spricht über seine künstlerischen Einflüsse - von Spielzeug und Mathematik zu Höhlen, geschnitzten Buddhas und Donald Judd.
www.tate.org.uk


Richard Deacon
Tate Britain - UK

Bis 27.04.2014
www.tate.org.uk

www.richarddeacon.net

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