LEBEN - Entkleiden, „Verlernen“, Träumen, Treiben und Tanz

Mediadaten 2017

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Carsten Höller in der TBA21 in Wien

Carsten Höller, Half Clock, 2014 - photo Attilio Maranzano ©Carsten Höller
Carsten Höller in der TBA21 in Wien

LEBEN präsentiert eine Auswahl von Arbeiten des belgisch-deutschen Künstlers Carsten Höller. Interaktion, das Hervorrufen bestimmter Stimmungen und „orientiertem“ Verhalten wird den Besuchern durch die Exponate der Ausstellung ermöglicht.

Die Ausstellung führt die Besucher durch eine transformierende Erfahrung, bei der es um „Verlernen“, Träumen, Treiben und Tanz geht. Die Besucher treffen auf ein Ensemble von funktionalen Geräten, Werkzeugen, Konstruktionen und Objekten, die die ungewöhnliche Fähigkeit zur Orientierung, Modellierung und Empfang verstärken. Zusammen bilden sie einen physischen und konzeptionellen Raum des Experimentierens. Surreale überdimensionierte Pilze, ein Schwerelosigkeit simulierender Floating-Tank, eine Uhr, die nur zu bestimmten Zeiten die Zeit anzeigt und ein für Übernachtungen buchbares Bett, das den Besuchern erlaubt, die Nacht in dreieinhalb Meter Höhe zu verbringen. Vor dem Schlafengehen steht den Gästen zum Zähneputzen die Zahnpasta Insensatus Vol. 1 Fig. 1. zum Selbstversuch. bereit. Diese entstammt einer Reihe trauminduzierender Zahnpasten, deren Originalrezeptur von Carsten Höller gemeinsam mit dem Parfümdesigner Ben Gorham entwickelt wurde und die von der St. Charles Apotheke exklusiv hergestellt werden.

Carsten Höller, Y, 2003 - photo Jen Fong - TBA21 © Carsten Höller

Zu den Arbeiten aus der TBA21-Sammlung, zählt Y (2003), ein jahrmarktartiger Tunnel, der die Besucher vor die Entscheidung stellt, ob oder ob nicht sie hier ihren Rundgang fortsetzen möchten und bringen damit das Dilemma von den individuellen Wahlmöglichkeiten als eine Frage der Zufälligkeit zum Ausdruck. Ein geteilter Durchgang umgeben von einem scheinbar unendlichen Lichtkranz aus weißen Glühbirnen, entstanden für die Arbeit Dreams and Conflicts. Delays and Revolution, die im italienischen Pavillon auf der Biennale in Venedig (2003) gezeigt wurde.

Carsten Höller, Elevator Bed, 2010 - photo Attilio Maranzano ©Carsten Höller

Entkleidete Besucher – Nacktheit ist hier Bedingung – können in den Flotation-Tank eintauchen, um eine Art Schwebezustand im Hohen Psychotank (1999) zu erleben. Halbe Uhr ist eine neu entstandene Arbeit, die sowohl als zweckmäßige Zeitanzeige als auch ein unlogisches Rätsel fungiert mit ihrer scheinbaren Fähigkeit das Vergehen der Zeit im Wechsel anzutreiben oder zu verlangsamen.

Über den Köpfen der Zuschauer pfeifen zwei Paare von gesangstrainierten Dompfaffen in zwei miteinander verbundenen Volieren, der Gimpelwaage, das Lied Longing for Lullabies der schwedischen Sängerin Tiitiyo, das sich als Teil in die Ausstellung einfügt. 

Carsten-Höller, Giant Psycho Tank, 1999 & Sketch of High Pscho Tank, 2014 - photo Jens Ziehe © Carsten Höller

Fara Fara ist eine weitere Arbeit, die speziell für die Ausstellung entstanden ist. Castings und Proben für einen musikalischen Clash zwischen zwei Stars der pulsierenden kongolesischen Musikszene führen die Fragen zu Dopplung und Gegenüberstellung wie in Höllers Vienna Twins ein. Zwei eineiige Zwillinge führen hier eine gänzlich logische und gleichzeitig verwirrende Unterhaltung mit einer rhythmischen und sich wiederholenden Struktur.

Im Augarten Park wird das Moment der visuellen Teilung in den Giant Multiple Mushrooms bildhauerisch aufgegriffen. Zwei überdimensionierte Pilze, einer im erwachsenen und einer im jungen Stadium, die aus vier geteilten Pilzkörpern zusammengesetzt sind, begründen ein surreales Moment von Doppeldeutigkeit.

Carsten Höller, Gimpelwaage, 2014 - photo Attilio Maranzano ©Carsten-Höller

Carsten Höller (Belgien, 1961) wohnt und arbeitet in Schweden und Ghana. Ursprünglich Student der Agrarwissenschaften, habilitierte er in Phytopathologie mit einer Arbeit über die Geruchskommunikation zwischen Insekten. Schon während seiner naturwissenschaftlichen Arbeit begann er seine Künstlerlaufbahn, indem er Experimente als wissenschaftliche Vorgehensweise auch in künstlerischen Arbeiten umsetzte.

Im Jahr 1993 nahm er zum ersten Mal an der Biennale in Venedig teil und 2005 vertrat er zusammen mit Miriam Bäckström Schweden. Weitere wichtige Stationen seiner Laufbahn stellen die Expo 2000 in Hannover (mit Rosemarie Trockel) dar, die Rutscheninstallation Test Site in der Tate Modern in London 2006, Revolving Hotel Room im Guggenheim Museum in New York 2010, die Installation SOMA im Hamburger Bahnhof in Berlin im selben Jahr und Experience im New Museum in New York 2011.

LEBEN - Carsten Höller
Kuratorin: Daniela Zyman
Bis 23.11.2014

TBA21
Wien, Österreich

www.tba21.org

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