Manfred Pernice

Mediadaten 2017

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Das Wesen individueller und kollektiver Erinnerung

Manfred Pernice, Sonderausstellung- Wishy-washy (Art Unlimited, Basel Version, 2009)
Das Wesen individueller und kollektiver Erinnerung

Seit den 1990er Jahren entwickelt Manfred Pernice (Hildesheim, Deutschland, 1963) Skulpturen und Installationen auf Basis einer Ansammlung von Materialien, wie Spanplatten, Beton, Ziegel oder Metall, kombiniert mit gefundenen Objekten, Texten, Zeichnungen, Fotografien oder, in jüngerer Zeit auch Archiv-Videos, oft in Zusammenhang mit der ostdeutschen Geschichte. Diese Materialien waren in der Regel davor in Gebrauch, so dass jedes Element seine eigene Geschichte hat. Mit Sperrholz und ähnlichen Materialien erstellt Pernice – gemäß eigener Aussage – Gebilde. Ihre unterschiedlichen Dimensionen, die an architektonische und möbelartige Formen erinnern, dienen keiner konkreten oder praktischen Funktion.

Auf diese Weise werden neue Beziehungen und vielseitige Verbindungen zwischen den Objekten hergestellt. Die in Wechselbeziehung stehenden Fotografien, Zeichnungen, gefundenen Bilder und Texte formulieren Erzählungen mit Hinweisen auf reale Ereignisse, dadurch wird den Objekten zum Beispiel die Bedeutung einer historischen Figur verliehen. In diesem Sinne, untersuchen Pernice Gebilde sowohl individuelle als auch kollektive Erinnerungen.

Manfred Pernice, Tutti, 2011 - SMAK, Ghent 2011 - Photo Dirk Pauwels

Aufbauend auf unserem kollektiven Unterbewusstsein, testet er die Beständigkeit von Objekten im Laufe der Zeit – was bleibt im Gedächtnis und was wird vergessen.

Indem er sowohl städtisches Design als auch Architektur, Rohstoffnetzwerke und Wirtschaftsprozesse, Geschichte und Psychoanalyse anspricht, haben die Werke und Environments von Manfred Pernice oft einen unheimlichen und unvollständigen Charakter und erinnern an Durchgangsstraßen oder Lagerplätze, die entweder physisch oder imaginär sein können.

Pernice projiziert diese Konstruktionen auf verschiedene Maßstäbe. Diese mnemonischen Skulpturen stellen die Beziehung zwischen Modell und Realität in Frage, sie werden zu Reflexionen unserer Gesellschaft und unserer Geschichte.

Er stellte bereits in renommierten Institutionen wie dem MoCA, Los Angeles (2001), dem Museum Ludwig, Köln (2007), der Hayward Gallery, London (2010), der Biennale Lyon(1997), der Manifesta (2000),der documenta 11 (2002), und der Utopia Station auf der Biennale in Venedig im Jahr 2003 aus.

Manfred Pernice, Fiat V, 2008 © Annette Kradisch, Nürnberg Courtesy de l'artiste et Neu Galerie, Berlin

Institut D’Art Contemporain & art3

Jetzt präsentiert der IAC fiat (lux), mehr als fünfzig Kunstwerke in der bisher größten Einzelausstellung des Deutschen Künstlers in Frankreich, kuratiert von Nathalie Ergino in Zusammenarbeit mit Alexander Schröder.

Der Titel der Ausstellung, fiat (lux), erinnert an die Arbeit „FIAT”, eine erste Version davon wurde im Jahr 1997 erstellt. Seitdem wurde die Arbeit auf verschiedene Weisen kombiniert. Im IAC, durchquert der Besucher buchstäblich diese monumentale Skulptur, vom ersten Raum folgt man der Entstehung einer sich entwickelnden Arbeit, die uns zu einer Reihe von Kunstwerken führt, die Arbeiten aus über zwanzig Jahren präsentieren. Gleichzeitig mit der Ausstellung und in Zusammenarbeit mit der IAC, wird ein ortsspezifisches Projekt des Berliner Künstlers auch auf der art3 in Valence, Frankreich vorgestellt.

Manfred Pernice Tutti IV, 2013 - Photo Jörg Koopmann

Der Öffentlichkeit – Haus der Kunst

Manfred Pernice wurde auch kürzlich vom Haus der Kunst ausgewählt für das Jahr 2013 eine zweijährige Installation für das Projekt Der Öffentlichkeit – Von den Freunden Haus der Kunst zu schaffen.

Der Künstler hat eine begehbare Brückenstruktur entworfen. Zusätzlich zu einem Weg, den die Besucher auf dem Boden begehen können, hat Pernice auch einen zusätzlichen Gehweg auf einer sechs Meter hohen Plattform geschaffen.

Pernices Installation bewegt sich in der ambivalente Zone zwischen Stabilität und Instabilität. Der Künstler arrangiert seine konstruierten Formen, die an Fässer, Containern und Plattformen erinnern, in neuen und komplexen Konstellationen im Ausstellungsraum.

Am Boden und in der Mitte des Raumes hat Pernice seine architektonischen Skulpturen, „Tutti”, aus dem Jahr 2010, platziert. Die Arbeit ist ein offener, kreisförmiger Raum aus Holz, in vier Segmente unterteilt, von denen jedes anders eingerichtet ist.

Die Brücke ermöglicht es den Besuchern die mittlere Halle aus der Vogelperspektive zu sehen. Doch der Blick, den Manfred Pernice auf die mittlere Halle mit „Tutti IV” wirft, hat einen ironischen Beiklang im Hinblick auf die ursprüngliche und heutige Funktion des Raumes. Er stellt grundlegend in Fragen, ob Raumkonzepte dauerhaft bestehen können, nicht seine eigenen vermieten. 

Manfred Pernice - photo Jörg Koopmann

MANFRED PERNICE

fiat (lux)

06.12.2013 – 23.02.2014
Institut D’Art Contemporain

Villeurbanne/Rhône-Alpes, Frankreich
www.i-ac.eu

Ideacasa
04.12.2013 – 22.02.2014
art3

Valence, Frankreich
www.art-3.org

Tutti IV
DER ÖFFENTLICHKEIT – VON DEN FREUNDEN HAUS DER KUNST

18.10.2013 – 21.09.2014
Haus der Kunst
München, Deutschland
www.hausderkunst.de

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