Mark Manders in der Collezione Maramotti

Mediadaten 2017

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„Konzeptionelles Narrativ in einem wie erstarrt wirkenden Theater“

Mark Manders, Life on Mars, 2008 - Courtesy the artist, Tanya Bonakdar Gallery & Zeno X Gallery
„Konzeptionelles Narrativ in einem wie erstarrt wirkenden Theater“


Cose in corso
ist der Titel eines Künstlerprojektes für die „Collezione Maramotti“, welches die Kontinuität der Grundsätze des Künstlers in seinem Schaffensprozess aufzeigt.

Bei der Inszenierung dieser großen Installation werden Gegenstände verwendet, die bereits in anderen Arbeiten zu sehen sind (Badewanne, Stühle, ein gegen einen Stuhl gelehnter, unfertiger, auf einer Holzbohle liegender Körper), die hier ganz anders kontextualisiert werden. Die Installation ruht auf einem aus Eisenfliesen bestehenden Boden, die eine virtuelle Welt schaffen, die sie wie in den Ausstellungsraum eingraviert scheinen lässt. Dadurch wird eine Art Bühnendarstellung erzeugt, die - wie von Manders selbst angedeutet – „ein konzeptionelles Narrativ in einem wie erstarrt wirkenden Theater enthalten könnte.“

Mark Manders, Isolated Bathroom Composition with Four Colors 2010-2014 - © the artist

Die Verwendung reiner Farben für die Definition einiger in der Arbeit vorhandenen Gegenstände stellt ein neues Element dar, mit der die Möglichkeit einer stark bildhaften Geste innerhalb der bildhauerischen Dimension unterstrichen wird.

Gefundene, re-konstruierte oder noch besser wieder erfundene Gegenstände sind Seite an Seite platziert, in Kompositionen mit vom Künstler geschaffenen Elementen, die fortwährend und kaleidoskopartig neuartige organische Konstellationen enthüllen. Diese Nebeneinanderstellungen schaffen ,wie die Seiten eines Tagesbuchs, ein Narrativ in einer sehr persönlichen künstlerischen Entwicklung.

Mark Manders beginnt sein Reference Book aus dem Jahr 2012 mit folgenden Zeilen: „... Ich werde weiter an diesem Selbstporträt arbeiten, denn das ist es, was es wirklich ist und man darf dem Zeit seines Lebens nachspüren.“

Mark Manders, Finished Sentence, 2010 - Courtesy the artist, Tanya Bonakdar Gallery &-Zeno X Gallery

Seine Skulpturen und Gegenstände bleiben über einen langen Zeitraum hinweg, mitunter sogar über Jahre, in seinem Studio und durchlaufen in einem langen Prozess des Reifens ständig Veränderungen und Wandlungen. Dieser Prozess endet damit, dass sie in dem für ihre Installation vorgesehenen Raum einen Platz finden.

Die Wahl eines Materials wie Ton steht im Einklang mit dem Konzept einer in fieri Weiterentwicklung; Manders verwendet es in seinen Kreationen sowohl als Gussform für weitere Entwicklungen in Verbindung mit anderen Materialien (Epoxidharz, Gusstücke / Gips) als auch als Rohstoff für die Schaffung von menschlichen und tierischen Figuren, die zerbrochen oder unvollständig zerlegt sind.

Kunst, so Manders, ermöglicht es uns, die reine Form dieser Gegenstände zu extrahieren, die dann als Katalysator für Träume und Erinnerungen dienen und ein Verständnis der Welt, nicht nur beim Künstler sondern auch beim Betrachter anregen.

Mark Manders, Room with Chairs and Factory - Courtesy the artist,Tanya Bonakdar Gallery & Zeno X Gallery

Daher die Definition des Künstlers von einem „self-portrait as architecture“ (Selbstporträt als Architektur) inmitten eines fortlaufenden konzeptionellen Projektes. Seine erste Arbeit aus dem Jahr 1986, Self-Portrait as a Building (Selbstporträt als Gebäude), wies bereits sämtliche Grundzüge seines Ansatzes auf: die Transformation des Kunstwerkes innerhalb seines Lebenszyklusses und seine biografische Entwicklung in Erinnerungsräumen.

Collezione Maramotti
ist eine Privatsammlung zeitgenössischer Kunst am historischen Hauptsitz des Unternehmens Max Mara in Reggio Emilia, die Besuchern 2007 zugänglich gemacht wurde. Die ständige Sammlung umfasst mehr als zweihundert Arbeiten, entstanden im Zeitraum von 1945 bis zur Gegenwart und präsentiert Stücke der bedeutendsten Kunstströmungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus Italien und dem Ausland.

Auftragsprojekte internationaler zeitgenössischer Künstler sowie Arbeiten von Künstlerinnen, denen der zweijährliche Max Mara Art Prize for Women, in collaboration with Whitechapel Gallery (Preis für aufstrebende, in Großbritannien arbeitende Künstlerinnen) verliehen wurde, werden ebenfalls regelmäßig ausgestellt und erworben.

Mark Manders
Cose in corso
Bis 28.09.2014

Collezione Maramotti

Reggio Emilia - Italien

www.collezionemaramotti.org

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