Post/Postminimal. Prozessorientierte Herangehensweisen

Mediadaten 2017

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Die Sammlung Rolf Ricke im Dialog mit zeitgenössischen Kunstschaffenden

Installationsansicht St.Gallen - photo Stefan Rohner
Die Sammlung Rolf Ricke im Dialog mit zeitgenössischen Kunstschaffenden

Live in Your Head. When Attitudes Become Form und Op Losse Schroeven. Situaties en Cryptostructuren hießen 1969 die beiden epochemachenden Ausstellungen in der Kunst- halle Bern bzw. im Stedelijk Museum Amsterdam. Von Harald Szeemann bzw. Wim A. L. van Beeren organisiert, haben sie wesentlich dazu beigetragen, einem erweiterten Skulpturbegriff zum Durchbruch zu verhelfen. Dieser brach das traditionelle Verständnis des Kunstwerks als Artefakt zugunsten von prozesshaften Ansätzen auf und ergänzte den Kanon der Werkstoffe um bislang unerprobte Materialien wie Neon, Latex, Polyester u.a.m.

Der Kölner Galerist Rolf Ricke war eine der entscheidenden Figuren im Hintergrund, indem er bereits Mitte der 1960er-Jahre Künstler nach Europa einlud, um Werke vor Ort für seine Ausstellungen zu realisieren. Er brachte u.a. Richard Artschwager, Bill Bollinger, Gary Kuehn, Richard Serra und Keith Sonnier nach Kassel und später nach Köln, wo sie vor Ort arbeiteten und neue Werke eigens für die Galerie entwickelten. Alle waren sie später in den oben genannten Ausstellungen mit Werken vertreten.

Richard Serra, Coils [Lead Piece], 1968 - Sammlung Rolf Ricke im Kunstmuseum St.Gallen Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz MMK, Museum für Moderne Kunst, Frankfurt - photo Stefan Rohner

Die von Rolf Ricke über die Jahrzehnte zusammengetragene Sammlung konnte in einer einzigartigen Aktion vom Kunstmuseum St.Gallen, Kunstmuseum Liechtenstein und Museum für Moderne Kunst, Frankfurt, gemeinsam erworben werden. Daher ist das St.Galler Museum im Besitz einer bedeutenden Werkgruppe der Postminimal Art, die nun erstmals konzentriert gezeigt werden kann, ergänzt durch gezielte Leihgaben aus privaten und öffentlichen Sammlungen sowie durch Werke des in St.Gallen lebenden Künstlers Roman Signer, dem Harald Szeemann‘s Live in Your Head entscheidende Impulse für das eigene Schaffen vermittelte.

Zur Ausstellung Post /Postminimal hat das Kunstmuseum St.Gallen eine Reihe zeitgenössischer Kunstschaffender eingeladen, die alle nach den epochalen Ausstellungen 1969 geboren sind, in ihrem Werk jedoch die skulpturalen Möglichkeiten der späten 1960er- und 1970er-Jahre aufgreifen und für die Gegenwart neu bestimmen. Das mag als Hinweis dafür dienen, welche epochalen formalen Errungenschaften in der Skulptur geleistet wurden und wie lebendig diese nachwirken. Heute geht es im Gegensatz zu damals auch weniger um ein Überwinden eines geläufigen künstlerischen Kanons, sondern eher um deren inhaltliche und materielle Erweiterungen. Die künstlerischen Ansätze müssen sich nicht mehr erst als heftige Geste bzw. als radikaler Bruch mit der Tradition bestimmen, sondern bauen vielmehr ganz selbstverständlich und entsprechend gelassen auf den formalen Recherchen der vorhergehenden Generationen auf, verbinden diese mit andern künstlerischen Erfahrungen und schaffen Werke, die von einer eigenen Sensibilität getragen sind.

Christoph Weber, Not yet titled, 2013 - Courtesy Galerie Jocelyn Wolff, Paris und ProjecteSD, Barcelona - photo Stefan Rohner

Der Umgang mit den historischen Positionen reicht vom Vertiefen der prozesshaften Werkansatzes durch die Verwendung heutiger Materialien und zeitgemäßer Techniken über die inhaltliche oder poetische Aufladung der oft selbstbezüglichen Formfindungen von damals. So entfaltet Post /Post- minimal über Generationen hinweg einen breit angelegten Diskurs zur Wiederentdeckung der Skulptur in der zeitgenössischen Kunst: Neun spannende Kunstschaffende der jüngeren und jüngsten Generation treffen auf sieben entscheidende Impulsgeber für das skulpturale Schaffen von heute – mit dem Unterscheid, dass sich die formalen oder inhaltlichen Ansätze im Werk der einzelnen Künstlerinnen und Künstler nicht nur verbinden und durchdringen, sich dieses nicht nur zur Kunstgeschichte, sondern gleichermaßen zur Welt öffnen.

Thea Djordjadze, Untitled, 2013 © Thea Djordjadze Courtesy Sprüth Magers Berlin London - photo Stefan Rohner

Post / Postminimal
Bis 18.05.2014
Kunstmuseum St.Gallen - Switzerland

Kurator
Konrad Bitterli

Künstler

Richard Artschwager (1923-2013)
Katinka Bock (1976)
Bill Bollinger  (1939-1988)
Mariana Castillo Deball (1975)
Thea Djordjadze(1971)
FAMED (2003)
Raphael Hefti (1978)
Gary Kuehn (1939)
Barry Le Va (1941)
Magali Reus (1981)
Kilian Rüthemann (1979)
Richard Serra (1939)
Roman Signer (1938)
Keith Sonnier (1941)
Valentina Stieger (1980)
Christoph Weber (1974)

www.kunstmuseumsg.ch

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