Prozess, Bewegung und Erleben

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Franz Erhard Walter im Städel Garten: eine konzeptuelle skulpturale Ausdrucksform.

Franz Erhard Walther, Walking Pedestals and Places to Stand - photo Städel Museum ©Franz Erhard Walther - VG Bild Kunst, 2014
Franz Erhard Walter im Städel Garten: eine konzeptuelle skulpturale Ausdrucksform.

Als Teil einer neuen Präsentation seiner Skulpturensammlung hat das Städelmuseum seit 2013 etliche performative Arbeiten in der Reihe „Im Städel Garten“ ausgestellt.

Schreitsockel und Standstellen
betont sowohl die prozesshafte als auch soziale Dimension der Arbeiten von Franz Erhard Walther und deren erweiterte „skulpturale Qualität“. Er hat diese Ideen nicht nur relativ früh in seinem Schaffen umgesetzt sondern auch mit fundamentalen Ansätzen zur Minimal und Performance Art, die in den Vereinigten Staaten zu dieser Zeit aufkamen, verbunden.

Die sogenannten Schreitsockel sind Stahlplatten und Bahnen mit einem einseitig erhöhten Rand, die auf dem Boden liegen, komplementiert durch leichte erhöhte quadratische Flächen, die Standstellen.

Franz Erhard Walther, Walking Pedestals, 1975 - photo Renate Anger ©Franz Erhard Walther - VG Bild Kunst

Die Werkstücke werden erst durch das Abschreiten tatsächlich zu Sockeln, wobei sich die Akteure als Teil der Skulptur begreifen können. Darüber hinaus entsteht durch das Schreiten ebenso ein Bezug zur räumlichen Umgebung, wie das stehende Verweilen an einem Ort die Dimension der Zeit in das Werk integriert.

Schreiten oder Stehen eröffnet den Besuchern ungewohnte Perspektiven und überraschende Assoziationen in der von Kunst geprägten Umgebung des Museums. Neben ihrer Bezugnahme auf die reale Umgebung unterstützen Walthers Schreitsockel und Standstellen auch die Interaktion der Besucher. Obwohl Körper, Raum und Zeit durchaus wesentliche Elemente der klassischen Bildhauerei sind, nutzt Walther diese, um eine völlig neue konzeptuelle und skulpturale Ausdrucksform zu schaffen.

Franz Erhard Walther, Walking Pedestals and Places to Stand - photo Städel Museum ©Franz Erhard Walther - VG Bild Kunst, 2014

Franz Erhard Walther

Franz Erhard Walther, geboren 1939 in Fulda, studierte gemeinsam mit Gerhard Richter und Sigmar Polke in der Klasse von Karl Otto Götz an der Kunstakademie Düsseldorf. Walthers Interesse galt Gestaltungsprozessen, die sich aus dem Zusammenhang einer bestimmten Materialität ergaben. So begeisterte er sich beispielsweise für Papier, das durch den Kontakt mit verschiedenen Flüssigkeiten die unterschiedlichsten Formen annahm. Er begann mit Textilien zu experimentieren und fertigte aus Nesselstoff Objekte, um den Betrachter durch deren Benutzung interaktiv einzubeziehen.

Walther veränderte in den 1960er-Jahren mit seiner Kunst radikal das Verständnis des traditionellen Skulpturbegriffs. Für ihn bilden der Prozess, das Sehen, die Bewegung und die Erfahrungen das Werk. Mit dieser künstlerischen Haltung beeinflusste Walther eine ganze Generation von Gegenwartskünstlern von Rebecca Horn über Martin Kippenberger und Santiago Sierra bis hin zu Jonathan Meese.

Franz Erhard Walther
Schreitsockel und Standstellen

Kurator: Dr. Martin Engler, Sammlungsleiter Gegenwartskunst, Städel Museum
Bis 23.11.2014

S
tädel Museum, Städel Garten
Frankfurt am Main, Deutschland

www.staedelmuseum.de

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