„Skulptur, dreidimensionale Formen aus festem Material. Das ist es nicht, was ich mache!“

Mediadaten 2017

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„Gego. Linie als Objekt“ am Henry Moore Institute in Leeds

Gego, Reticulárea, 1969 - Museo de Bellas Artes, Caracas - Courtesy Paolo Gasparini - Archivo Fundación Gego
„Gego. Linie als Objekt“ am Henry Moore Institute in Leeds

Gego (1912-94), die sich für die unendlichen Möglichkeiten der Linie interessierte, weitete dies auf Flächen, Volumen und ausgedehnte Netzstrukturen aus, um das Wesen der Wahrnehmung widerzuspiegeln.

Gego wurde 1912 als Gertrud Goldschmidt in Hamburg geboren und wanderte 1939 unmittelbar nach Abschluss ihres Architekturstudiums in Stuttgart nach Caracas aus. In den 1950er Jahren begann sie als Künstlerin in Venezuela zu arbeiten und erhielt 1952 die venezolanische Staatsbürgerschaft.

Die Ausstellung am Henry Moore Institute zeigt Gegos Werk jetzt als eine originalgetreue Erforschung der Möglichkeiten der Linie als Objekt.

Gego. Linie als Objekt
untersucht das bisher unerreichte Engagement der Künstlerin zu den Fragestellungen von Form und Raum, unter Verwendung von Licht, Schatten, Umfang, Maß und Schwere in einem unaufhörlichen Prozess des Entdeckens. Die erste Einzelausstellung von Gego in Großbritannien unterstreicht ihren visionären Ansatz in Bezug auf Skulptur, einen Begriff, dessen Verwendung sie in Bezug auf ihre Arbeit stets vermied. In einem ihrer Notizbücher ruft sie aus: „Skulptur, dreidimensionale Formen aus festem Material. Das ist es nicht, was ich mache!“ Skulptur befasst sich mit Gewicht, Umfang, Maß, Schwere, Licht, Raum und Begegnung: Begriffe, die von Gegos Studien zur Linie als Objekt verkörpert werden.

Am Henry Moore Institute, einem Zentrum für das Studium der Bildhauerei, wird ihr Werk als Skulptur bezeichnet. Gegos Skulpturen oder wie sie sie lieber nannte, bichos sprechen direkt die Begegnung mit Skulptur als Phänomen an.

Gego, Sin título, 1987 - Courtesy Claudia Garcés - Archivo Fundación Gego

Die Auswahl der Arbeiten in Gego. Linie als Objekt umfasst einen Zeitraum von vierunddreißig Jahren. Dieser nahm 1957 seinen Anfang, als sich Gego mit der Arbeit „Vibration in Schwarz“ ausdrücklich dem skulpturalen Denken zuzuwenden begann. Ein an der Decke hängendes körpergroßes Konstrukt aus schwarzgestrichenem Aluminium, welches sanft auf Luftbewegungen im Raum reagiert und sich durch Schattenwerfen an den Wänden weiter ausbreitet. Die letzten Arbeiten sind von 1991, bei denen sich Gego auf ihre „Tedejuras“ konzentrierte: geflochtene Papierstreifen bestehend aus Abbildungen ihrer eigenen Arbeiten, Seiten aus Zeitschriften und goldenem Zigarettenpapier. Zwischen diesen beiden Zeitpunkten schuf Gego riesige Netzstrukturen, Säulen und Kugeln, die Galerieräume füllten, Aquarelle, Tuschezeichnungen, Drucke und Lithographien, die die Linie im Raum erforschen – sie fertigte handgroße Skulpturen aus Material, das sie in ihrem Studio fand sowie Skulpturen, die sich zwischen Gebäuden in ihrer Heimatstadt Caracas erstrecken.

The Gego Foundation
in Caracas, bei der die Recherchen für diese Ausstellung vorgenommen wurden, besitzt die Büchersammlung der Künstlerin, welche eine kommentierte Ausgabe von D'Arcy Wentworth Thompson's On Growth and Form (1917) enthält, ein Buch, das sich im Bewusstsein der Bildhauerei des 20. Jahrhunderts etabliert hat und welches Thema einer gleichlautenden Ausstellung in der Galerie 4 ist.

Gego, Bichito 89 29, 1989 - Courtesy Claudia Garcés - Archivo Fundación Gego

Gego. Linie als Objekt ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Henry Moore Institute, der Hamburger Kunsthalle und dem Kunstmuseum Stuttgart und wird von der Kulturstiftung des Bundes finanziell gefördert. Die Recherchen in Caracas wurden von der Fundación Cisneros unterstützt.

Die Ausstellung am Henry Moore Institute wird von der
artEDU Stiftung gefördert.

Gego. Line as Object
Bis 19.10.2014

Henry Moore Institute
Leeds, Grossbritannien

www.henry-moore.org


www.fundaciongego.com

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