Das Henry Moore Institute: von innen nach außen

Mediadaten 2017

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Von öffentlichen zu privaten Begegnungen

Roman Signer, Bürostuhl, 2006 - photo Tomasz Rogowiec - Courtesy of the artist & Galerie STAMPA
Von öffentlichen zu privaten Begegnungen

Das Institut hat sich dem anhaltenden Nachforschen der Beziehung zwischen Bildhauerei und Dokumentation in der Kunstgeschichte verschrieben und The Event Sculpture greift dies auf. Die von Natur aus zeitlich begrenzten Events nutzen Bewegung, Licht und Klang, um die gängigen Annahmen über Skulptur als etwas Unbewegliches, Stabiles und Festes herauszufordern. Skulpturen werden traditionell aus haltbaren Materialien wie Stein, Bronze und Stahl geschaffen, um die Zeiten zu überdauern. The Event Sculpture verfolgt einen anderen Ansatz und befreit die Skulptur damit von Schwerkraft, Gewicht und Stillstand.

Draußen, außerhalb des Institutsgebäudes, findet bis zum 8. März 2015 jeden zweiten Montag eine Eventskulptur statt. Die Arbeiten, die von ein paar Sekunden bis zu mehreren Stunden dauern können, umfassen Aktionen, Objekte, Performances, Bewegtbilder und flüchtige, vergängliche Anregungen durch das Publikum. Am 3. Februar, am Tag nach dem siebten Event, werden die Skulpturen damit beginnen, sich in den Räumen der Galerie einzufinden.

Roman Signer, Chair, 2014 - Courtesy STAMPA Galerie - photo Jerry Hardman-Jones

Dauerhaftigkeit oder auch Denkmal wird oft assoziiert, wenn man an eine Skulptur im öffentlichen Raum denkt. Und tatsächlich, genau vor dem Gebäude stehen zwei Skulpturen, die eben diese Definition verkörpern: das Leeds War Memorial von Henry Charles Fehr und eine der „7000 Eichen“ von Joseph Beuys.

Wenn die neun Arbeiten im öffentlichen Raum präsentiert werden, sind sie konzentriert, unbeständig und vergänglich und mit jedem Outdoor-Event sehr öffentlich, schwappen in das Stadtleben über und stellen die Begegnung ganz nachdrücklich in die momentane Gegenwart.

Simone Forti, Slant Board (performance), 1982

Wenn die neun Arbeiten in den Räumen der Galerie präsentiert werden, bewegen sie sich hin zu einer privaten Form der Begegnung und, verwurzelt in einem Zentrum, das sich dem Studium der Bildhauerei verschrieben hat, finden ihren Platz in dem sich ständig erweiternden Feld der Skulptur.

The Event Sculpture
gibt jedem einzelnen Künstler die Möglichkeit, das Vermächtnis seines Events zu steuern, wenn es vom Gebundensein an die Zeit in den Raum überwechselt. In einigen Fällen geben Bruchstücke des verwendeten Materials Auskunft über das Event, in anderen wird es in Fotografien, Video und Sprache eingefangen, während sich wieder andere Arbeiten über die Zeit hin weiter entfalten, wenn sie sich vom Außen nach innen bewegen.

Lara Favaretto, Doing, 1998-2014 - Courtesy the artist & Galleria Franco Noero

Kunstwerke mit einer zeitlich begrenzten Lebensdauer wollen gesehen werden, jedoch ist es die Dokumentation, die sie in die Kunstgeschichte eingehen lässt und auf deren Grundlage dann Forschung stattfindet. The Event Sculpture erforscht die zentralen Annahmen innerhalb der Aktivitäten des Henry Moore Institute, einem Zentrum für das Studium der Bildhauerei.

The Event Sculpture
zeigt neun Skulpturen einschließlich Lara Favaretto (geb. 1973, Italien), Urs Fischer (geb. 1973, Schweiz), Ceal Floyer (geb. 1968, Pakistan), Simone Forti (geb. 1935, Italien), Simon Martin (geb. 1965, GB), Anthony McCall (geb. 1946, GB), Tino Sehgal (geb. 1976, GB) und Roman Signer (geb. 1938, Schweiz).

The Event Sculpture
Bis 08.03.2015

Henry Moore Institute
Leeds – GB

www.henry-moore.org

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