Das Menschenbild aus globaler Sicht

Mediadaten 2017

Download PDF

Newsletter abonnieren

sculpture network veröffentlicht monatlich einen Newsletter auf deutsch und englisch.
Er informiert zu laufenden Veranstaltungen und Ausstellungen zur zeitgenössischen Skulptur in Europa und zu den Veranstaltungsreihen von sculpture network.

Newsletter abonnieren

Sollten Sie eine Auflage verpasst haben können Sie hier nachlesen.

Auf Bedeutungssuche - Museum de Fundatie, Zwolle (NL)

Juan Muñoz, Conversation Piece, 1996 - photo Luis Asin
Auf Bedeutungssuche - Museum de Fundatie, Zwolle (NL)

Der Fall der Berliner Mauer, der Untergang des Kommunismus, der Aufstieg der nicht-westlichen Volkswirtschaften, religiöse Fragen: Am Ende des 20. Jahrhundert folgten soziale und gesellschaftliche Veränderungen unmittelbar und in atemberaubendem Tempo aufeinander.  Seit dieser Zeit haben Künstler zunehmend „Menschenbilder“ geschaffen, um ihren Fragen zum „Menschsein“ Ausdruck zu verleihen, in einer Zeit, in der schnelle Antworten nicht zu existieren scheinen.

Berlinde de Bruyckere, The Pillow, 2010 - ©Mirjam-Devriendt

Die Ausstellung mit dem Titel Auf Bedeutungssuche – Das Menschenbild aus globaler Sicht untersucht die Bedeutung der Menschenfigur in einem globalen Kontext. Welche Sichtweisen haben Künstler aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt auf das Leben? 

Viele Künstler haben sich ab Anfang der 90er Jahre der menschlichen Gestalt zugewendet, um mit ihrer Hilfe die wichtigen Fragen zum Leben allgemein zu stellen. Kunstschaffen ist für sie eine Art des Selbststudiums. Oft beginnen sie bei sich selbst und machen Abdrücke ihrer Körper als eine Erweiterung von Body Art. Diese Menschenbilder sind jedoch nicht als Selbstporträts gedacht. Es handelt sich um stilisierte Figuren, mit denen sich jeder identifizieren kann. Dabei geht es bei dieser konzeptionellen Figuration nicht um eine Person, sondern eher um Metaphern zum Menschsein.

Auf Bedeutungssuche
untersucht den Stellenwert der menschlichen Figur in einem globalen Kontext. Kunst begann in den neunziger Jahren global zu werden. Ein Anstieg des Wohlstands und die fortschreitende Urbanisierung anderer Regionen der Welt führten ebenfalls zu einer individuelleren Ausübung von Kunst. Die in dieser Ausstellung vertretenen Künstler kommen aus der ganzen Welt, von Europa und Amerika über China, Südkorea, Indonesien, Indien und Nigeria. Es ist eine begrenzte aber dennoch repräsentative Auswahl für eine bestimmte Entwicklung: die konzeptionelle Figuration.

Yue Minjun, Romantic Realism, Study Number 5, 1999

Wir alle sind Menschen, die sozialen Umstände jedoch sind unterschiedlich. Es ist auffällig, dass Künstler aus westlichen Ländern hauptsächlich individuelle Menschenbilder darstellen und eine Tendenz zu einer Hinwendung zu existenziellen Fragen aufweisen. Künstler aus anderen Teilen der Welt hingegen zeigen lieber Figurengruppen. Sie kommen aus Ländern, in denen Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist und schaffen Arbeiten zu politisch brisanten Themen.

Die 21 Künstler in der Ausstellung bilden eine buntgemischte Gruppe mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, angefangen mit dem zynischen Realisten Minjun, über den Muslimen Riyas Komu und den Mystiker Tahon hin zum Atheisten Quinn. Es ist schier unmöglich, sie auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Sie passen nicht in die Postmoderne, die die Dinge eher aus einem distanzierten Blickwinkel betrachtet und auch nicht in den Postsäkularismus, wenn dieser erwägt zu traditionelleren Glaubensformen zurückzukehren.

Aber eines haben sie gemeinsam: sie alle beschäftigen sich damit, was es bedeutet, Mensch zu sein. Sie erzählen uns Geschichten über ihre eigenen Erfahrungen vom Menschsein, aber sie haben die Wahrheit nicht für sich gepachtet. Künstler stellen ihre Fragen oft der Öffentlichkeit. Es geht in Auf Bedeutungssuche nicht so sehr darum, Antworten zu geben, sondern eher um ein Nachdenken zum Leben als eine sinnvolle Tätigkeit an sich.

Lin Tianmiao, Endless, 2004 - photo tentoonstelling Non Zero, Tokyo Art Project, Beijing

Auf Bedeutungssuche wird von Anne Berk kuratiert und die teilnehmenden Künstler sind Juan Muñoz (ES), Marc Quinn (GB), Jan Fabre (BE), Karin Arink (NL), Lee Bul (KOR), Stephan Balkenhol (DE), Caspar Berger (NL), Berlinde de Bruyckere (BE), Heri Dono (IDN), Antony Gormley (GB), Lidy Jacobs (NL), Folkert de Jong (NL), Riyas Komu (IND), Atelier van Lieshout (NL), Yue Minjun (CHN), Lin Tianmiao (CHN), Yinka Shonibare (GB/Nig), Kiki Smith (US), Elisabet Stienstra (NL), Johan Tahon (BE) und Henk Visch (NL).

Auf Bedeutungssuche

Das Menschenbild aus globaler Sicht
17.01. – 06.04.2015

Museum de Fundatie
Zwolle, Niederlande.

www.museumdefundatie.nl

 

 

Nur für Mitglieder

Dieser Bereich ist nur für eingeloggte Mitglieder zugänglich.

Noch kein Mitglied? Hier erfahren Sie mehr.