Der Duft der Kunst im Museum Tinguely, Basel

Mediadaten 2017

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Die Erweiterung der Kunst in die Welt der Düfte

Ernesto Neto, While nothing happens, 2008 (detail) - photo Giorgio Benni - Courtesy the artist and Museo d’arte contemporanea Roma
Die Erweiterung der Kunst in die Welt der Düfte

Belle Haleine – Der Duft der Kunst setzt sich mit dem Phänomen des Geruchs auseinander und geht damit über die gängige museale Erlebnisform von Kunst hinaus, bei der vor allem der visuelle Sinn des Betrachters angesprochen ist.

Diese Ausstellung ist die erste einer Ausstellungsreihe, mit der das Museum Tinguely mit der es die komplexe Thematik der fünf menschlichen Sinne und ihre Darstellung in der Kunst des 20. Jahrhunderts bis heute beleuchten wird.

Die Ausstellung rückt das olfaktorische Potential unserer ästhetischen Wahrnehmung ins Zentrum und stellt dabei eine Reihe von Fragen:

Jana Sterbak, Container For Olfactive Portrait, 2004 - photo Lorenzo Palmieri - Courtesy the artist and Galleria Raffaella Cortese

Was geschieht, wenn unsere Nase plötzlich die Hauptrolle beim Erleben von Kunst spielt?  Wie riecht Kunst? Können Düfte und die verschiedenen Bereiche, die in unserem Leben davon beeinflusst werden, überhaupt als Medium künstlerischen Ausdrucks und Kreativität dienen? Gelingt es Künstlern, in ihren Arbeiten den Geruchsinn des Betrachters auf seiner emotionalen und kognitiven Ebene zu aktivieren, ohne dabei ein Odorierungsmittel zu verwenden?  Lassen sich Gerüche beschreiben und in bildlich abstrakter Form darstellen? 

Die Exponate im Museum Tinguely zeigen, dass es diesen Platz für Experimente und damit eine Erweiterung des Kunstbegriffs in die olfaktorische Dimension tatsächlich gibt. 

Valeska Soares, Fainting Couch, 2002 - Heather and Tony Podesta Collection gift - Courtesy The Phillips Collection

Als biochemischer Sinn ist der Geruch a-perzeptorisch und gehört zu unseren ältesten sensorischen Fähigkeiten. Er ist direkt erlebbar, da unsere Geruchswahrnehmung unmittelbar mit dem limbischen System verbunden ist. Als eine wichtige sensorische Eigenschaft ist unser Riechsinn eng mit der Erinnerung sowie der Bewertung bestimmter Erlebnisse verknüpft und ist dazu bestimmt, Informationen über vergangene Ereignisse in den gegenwärtigen Moment zu integrieren. Düfte evozieren daher subjektiv und kulturell stark unterschiedlich geprägte Emotionen, Erinnerungen und Assoziationen, die auch geschichtlichen Wandlungen unterliegen.

Der Einsatz von olfaktorischen Stimuli in der Kunst geschieht oft subversiv und bricht mit vielen Tabus.  Ein bestimmter Duft zieht uns an oder stösst uns ab. Gerüche provozieren, stimulieren und beeinflussen uns ganz direkt.  Diesen Umstand machen sich Künstler und Künstlerinnen zu Nutze und setzen dabei verschiedene brisante Fragen unserer Zeit und Gesellschaft ins Zentrum ihrer Werke.

Marcel Duchamp, Air de Paris (1919) - Collection David Fleiss ©Succession Marcel Duchamp, ProLitteris - photo Galerie 1900–2000

Der Hauptfokus der Ausstellung liegt auf einer Auswahl von Kunstwerken aus den letzten zwanzig Jahren, in denen unsere olfaktorische Sinneswahrnehmung in unterschiedlicher Art und Weise eingefordert wird. Einige Arbeiten rücken die enorme Diskrepanz zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit in den Vordergrund und zeigen, dass eine sensiblere Wahrnehmung der Umwelt mittels unserer Nase im 21. Jahrhundert aktueller ist denn je.

„Belle Haleine – Der Duft der Kunst“ ist weder eine Parfüm-Ausstellung noch verfolgt sie das Ziel einer kunsthistorisch umfassenden chronologischen Gruppenausstellung.  Sie ist bewusst experimentell angelegt und möchte zur Reflexion über unsere oft vernachlässigte und dabei so bedeutende und spannende sensorische Fähigkeit anregen.


Belle Haleine – Der Duft der Kunst
Bis 17.05.2015

Museum Tinguely

Basilea, Schweiz

www.tinguely.ch

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