Louise Bourgeois – Intensiv und emotional

Mediadaten 2017

Download PDF

Newsletter abonnieren

sculpture network veröffentlicht monatlich einen Newsletter auf deutsch und englisch.
Er informiert zu laufenden Veranstaltungen und Ausstellungen zur zeitgenössischen Skulptur in Europa und zu den Veranstaltungsreihen von sculpture network.

Newsletter abonnieren

Sollten Sie eine Auflage verpasst haben können Sie hier nachlesen.

Fünf Ausstellungen in Europa geben Einblick in einzigartiges Oeuvre

Louise Bourgeois, IN AND OUT, 1995 (detail)- photo Christopher Burke ©The Easton Foundation - VG Bild Kunst, 2014 - Haus der Kunst
Fünf Ausstellungen in Europa geben Einblick in einzigartiges Oeuvre

Im Laufe ihrer sieben Jahrzehnte umfassenden Laufbahn hat Louise Bourgeois (1911-2010) bahnbrechende Ideen initiiert und entwickelt, die später Schlüsselpositionen in der zeitgenössischen Kunst einnahmen und heute weit verbreitet sind: unter anderem das Format der Installation, das Theatralische und Themen des Feminismus. Ihre unverwechselbaren skulpturalen Formen, die in komplexen ikonografischen und psychologischen Tableaus ausgearbeitet sind, sowie ihre herausragenden Zeichnungen sind unübertroffen.

In Frankreich geboren, studierte sie an den Pariser Akademien und ließ sich 1938 in New York nieder. Die ersten Ausstellungen ihrer Arbeiten waren 1943 zu sehen, aber wie für viele andere Künstlerinnen auch, dauerte es eine Weile bis ihre Arbeiten Anerkennung fanden. Erst 1982, im Alter von 72 Jahren, zeigte das MoMa in New York seine erste Retrospektive ihrer Arbeiten, welche auch die erste Retrospektive des Museum einer Künstlerin war.

Das umfangreiche Schaffen von Louise Bourgeois, die als eine der einflussreichsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts angesehen werden kann, ist dieses Jahr in verschiedenen Ausstellungen in Europa zu besichtigen.

Louise Bourgeois, Ode à la Bièvre (detail), 2007 - Collection Tate, Gift of The Easton Foundation - photo Christopher Burke ©The Easton Foundation DACS

Tate Modern, Level 4 - London, GB

Bourgois, allgemein anerkannt für ihr bildhauerisches Werk, hat am Anfang ihrer Laufbahn mit künstlerischen Drucktechniken experimentiert und sich in den 1990er Jahren diesen wieder zugewandt, als sie mit etlichen Verlegern und Druckern zusammenarbeitete.

Die Ausstellung im Tate Modern zeigt eine Auswahl an Louise Bourgeois‘ Druckgrafiken, Zeichnungen und Stoffbüchern. Ebenfalls in der Ausstellung zu sehen, sind die außergewöhnlichen großformatigen Radierungen mit einer Höhe von fast 1,50 Meter. Diese sind in Zusammenarbeit mit dem Verleger Benjamin Shiff von Osiris Press entstanden.

Louise Bourgeois, CELL II, 1991 (detail) - Collection Carnegie Museum of Art - photo Peter Bellamy ©The Easton Foundation / VG Bild-Kunst 2014

Haus der Kunst - München, Deutschland

Mit Unterstützung von Louise Bourgeois Studio und Stiftung und in enger Zusammenarbeit mit ihrem langjährigen Freund und engagierten Assistenten Jerry Gorovoy wird das Haus der Kunst die größte Anzahl von Bourgeois‘ „Zellen“, die je zusammen gezeigt worden sind, in einer von Julienne Lorz kuratierten Ausstellung vereinen.Unter den skulpturalen Arbeiten von Louise Bourgeois sind die „Zellen“ eine Serie von architektonischen Räumen und Situationen, die ihre Aufmerksamkeit fast zwanzig Jahre lang gefesselt hat. Die Zellen decken mehrere von Bourgeois‘ künstlerischen Anliegen gleichzeitig ab und wirken als hoch emotionale Mikrokosmen. Jede Zelle ist ein facettenreiches und dichtes Arrangement in einem eigenwilligen Gehäuse, das als spannungsreiche Barriere zwischen Louise Bourgeois‘ Innenwelt und der Außenwelt des Ausstellungsraums steht. In sorgfältig inszenierten, fast theatralen Szenen erzeugen gefundene Gegenstände, Kleidungsstücke oder Stoffe, Mobiliar und markante Skulpturen von Bourgeois eine intensive Atmosphäre. In Bourgeois‘ eigenen Worten: „Die Zellen repräsentieren verschiedene Arten von Schmerz: physischen, emotionalen, psychologischen, geistigen und intellektuellen Schmerz. Dabei ist jedoch die Frage: Wann wird eine Emotion physisch? Wann wird das Physische emotional? Es geht immer im Kreis ... Jede Zelle befasst sich mit dem Genuss des Voyeurs, mit dem Reiz des Sehens und Gesehenwerdens. Die Zellen ziehen sich entweder an oder stoßen einander ab. Es gibt diesen Drang, sich zu verbinden, zu verschmelzen oder zu zerfallen.“ (Louise Bourgeois, 1991)

Louise Bourgeois, Together, 2005 ©The Easton Foundation - BUS - photo Christopher Burke - Moderna Museet

Moderna Musseet - Stockholm, Schweden

Moderna Musseet zeigt I have been to hell and back (Einmal Hölle und zurück) und bietet einen Überblick über ihr einzigartiges und komplexes Werk mit 105 Arbeiten, die ihre gesamte Laufbahn von den 1930ern Jahren bis 2009 umfassen.

Die Ausstellung ist in neun kennzeichnende Themenbereiche aufgeteilt: Erinnerungen, Trauma, Beziehungen, Sexualität, Angst sowie die Schwierigkeit gleichzeitig Mutter und Künstlerin zu sein. Es sind Skulpturen, Arbeiten auf Papier und Stoff zu sehen, von denen einige noch nie zuvor öffentlich ausgestellt wurden.

Die von Iris Müller-Westermann kuratierte Ausstellung wird im Juni auf die Reise zum Museo Picasso Málaga in Spanien gehen.

TATE Modern
Louise Bourgeois: Works on Paper

Bis 12.04.2015
London, GB
www.tate.org.uk

Southampton City Art Gallery

Artist Room: Louise Bourgeois, A Woman Without Secrets
Bis 18.04.2015
Southampton, GB
www.southampton.gov.uk

Haus der Kunst

Lebensgrundlage: Die Zellen

27.02- 02.08.2015
München, Deutschland
www.hausderkunst.de

Moderna Museet
I have been to hell and back

14.02 – 17.05.2015
Stockholm, Schweden
www.modernamuseet.se

Museo Picasso
Louise Bourgeois. Retrospective
15.06. – 27.09.2015
Malaga, Spanien
museopicassomalaga.org

Nur für Mitglieder

Dieser Bereich ist nur für eingeloggte Mitglieder zugänglich.

Noch kein Mitglied? Hier erfahren Sie mehr.