SERGI AGUILAR Rückseite / Vorderseite

Mediadaten 2017

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Vier Jahrzehnte skulpturaler Praxis

Sergi Aguilar, Reverse / Obverse (1972-2015), exhibition view - MACBA, Barcelona
Vier Jahrzehnte skulpturaler Praxis

„Wie kann man materielle Gegenstände bauen, die sich ableiten lassen von, und auch irgendwie verweisen auf reine Körperlosigkeit?“[1] Dieser unwägbaren Frage geht Sergi Aguilar (Barcelona, 1946) mit Leidenschaft nach und sie bestimmt seine künstlerische Suche. Die Ausstellung Rückseite/Vorderseite (1972–2015) im MACBA (Museu d’Art Contemporani de Barcelona) vereinigt mehr als sechzig Arbeiten von Aguilar, einen Zeitraum von vier Jahrzehnten seines künstlerischen Schaffens umfassend. Die Ausstellung, die sich quasi durch Aguilars skulpturales Schaffen schlängelt, erforscht einige der kreativen Spannungen, die immer wieder in seinen Arbeiten zu finden sind wie der Dialog zwischen Objekt und Prozess, Mäßigung und Maßlosigkeit, Festigkeit und Leichtigkeit, Künstlichem und Natürlichem und Bleiben und Verdrängen.

Sergi Aguilar, Reverse / Obverse (1972-2015), exhibition view - MACBA, Barcelona

Werkzeuge und Bearbeitungsmethoden
Ausgangspunkt für eine der ersten Reihen von Aguilar, Tronc, espai, terra, eina (Stamm, Raum, Erde, Werkzeug), 1974, sind Baumstämme, die die Einwohner von Menorca zur Werkzeugherstellung verwenden. Diese Grundformen aus Bronze und Blech enthalten das Konzept sowohl des Werkzeugs als auch einen Bezug auf die Natur.

Eines i mesuradors (Werkzeuge und Bearbeitungsmethoden), 1974–2014, ist eine Reihe in welchen sich Werkzeuge anhäufen, aber hier leichter wurden und mit Messwerkzeugen, Zeichnungen und einigen Bänden abstrakter Art kombiniert wurden.

Geometrien
Durch das Kopieren der Natur wird sie geometrisch, eine radikale Form, aber eine, die nicht den ursprünglichen Kontext außer Acht lässt.

Verteilt auf einem großen Holztisch findet sich eine repräsentative Auswahl an Skulpturen aus schwarzem Marmor, die zwischen 1974 und 1998 entstanden sind. Karton, Holz und Sperrholz führen zu einem Gefühl der Zerbrechlichkeit und Leichtigkeit und deuten gleichzeitig das erste Auftreten linguistischer Zeichen an, das Ergebnis einer ausgesprochenen, formalen Synthese.

Sergi Aguilar, Reverse / Obverse (1972-2015), exhibition view - MACBA, Barcelona

Zeichen und Landschaft
Die Blöcke beginnen zu verschwinden und machen Platz für den Raum als wichtigste Grundlage der Arbeiten. Die Skulpturen sind verbogen, montiert und verrutscht, damit zufällige Geometrien erschaffend, in welchen die Konzepte von Steigungen, Begrenzungen und Zirkeln als Ausrede dienen, Gedanken zu Sichtbarkeit und Hindernissen zu entwickeln. Das verwendete Material der Arbeit ist der Raum; die Form ist Transparenz und das Nichts.

Ort und Territorium
Durch seine Reisen beeinflusst, ging Aguilar weiter und fügte die Konzepte von Land und Topographie seinem Werk hinzu.

58 falques (58 Keile), 2004–10, und To G. Anselmo (Für G. Anselmo), 2013, spielt auf die Entmaterialisierung von Skulptur und auf Vertreibung an, sowohl durch die von ihnen angedeutete Bewegung als auch durch ihren Inhalt.

Sergi Aguilar, Reverse / Obverse (1972-2015), exhibition view - MACBA, Barcelona

Fugen und Zeit
Die Reise endet schließlich mit drei Stücken: Via Laietana, 1988, eine an der Wand hängende Stahlskulptur, die uns auffordert, in ihr Zuflucht und Schutz zu suchen, uns gleichzeitig hin zu Punt de fuga (Fluchtpunkt), 2013–15 und Cara NNO (NNW Gesicht) 2015 drängend.

Die Atmosphäre im Atelier des Künstlers wurde ebenfalls im MACBA nachgestellt. Weit davon entfernt ein chronologisches Narrativ vorzuschlagen, bildet es die Dynamik im Atelier des Künstlers nach, mit dem Ergebnis ein fast unendliches Netz von möglichen und zufälligen Beziehungen zwischen den Arbeiten zu erschaffen.



[1]
Übersetzt von Sergi Aguilar: ‘Revers anvers’, Revers anvers. Barcelona: Museu d’Art Contemporani de Barcelona(MACBA), 2015, S. 19. 

Sergi Aguilar
Rückseite/Vorderseite (1972-2015)

Bis 31.01.2016
MACBA
Barcelona, Spanien


www.macba.cat

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