Alltagsgegenstände und ein Blick hinter die Kulissen von Kunstinstitutionen

Mediadaten 2017

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@ de Appel arts centre

Saskia Noor van Imhoff, #+21.00 - courtesy Galerie Fons Welters - photo Gert Jan van Rooij
@ de Appel arts centre

Saskia Noor van Imhoff (Kanada, 1982) zeigt zur gleichen Zeit ihre erste große Einzelausstellung in den Niederlanden. Van Imhoff erschafft für diese Ausstellung eine neue Rauminstallation mit dem Titel #+21.00, die den gesamten ersten Stock des De Appel Arts Centre einnimmt.

Die ortsspezifischen Installationen von Saskia Noor van Imhoff beginnen „hinter den Kulissen“ der Kunstinstitutionen, das können Depots, räumliche Gegebenheiten und Zuordnung, Konservierung und Restaurierung sowie Klimaregulierung sein. In einer auf Gebrauch gerichteten Infrastruktur kommen sowohl bereits bestehende als auch neue Gegenstände, Kunstwerke anderer Künstler, aber auch Gebrauchsobjekte wie Kleidung auf assoziative Weise zusammen. Van Imhoff erforscht mit dieser Installation wie Kunstwerke und Artefakte sich auf verschiedenen Stufen innerhalb der Ausstellung verhalten und wie sie behandelt werden. Sie stellt die Frage, wie wir die Welt um uns herum werten und interpretieren. Welchen Status und Wert verbinden wir mit den uns umgebenden Gegenständen und Systemen?

Saskia Noor van Imhoff, #+21.00 - courtesy Galerie Fons Welters - photo Gert Jan van Rooij

Mit der Arbeit #+21.00 nähert sich Van Imhoff dem De Appel Arts Centre als einer künstlichen archäologischen Forschungsstätte an. Ihr Interesse für Archäologie besteht für Van Imhoff nicht allein aus formalistischen Gründen sondern steht als Metapher für eine Zeitspanne, die mit persönlichen mentalen und körperlichen Zuständen in Verbindung gebracht werden kann. Während wir uns in einem Depot befinden, versuchen wir Gegenstände mit einer Art „Make-up“ über die Zeiten hin zu konservieren und wir versuchen sicher auch, uns selbst zu erforschen und zu bewahren.

Van Imhoff entblößt intuitive Schichten eines bestimmten Zeitabschnittes und offenbart infolgedessen die verdeckten Strukturen des Ausstellungsmachens, der Konservierung und Programmgestaltung. In ihrer Installation werden die Institution und das Kunstwerk zusammengebracht und sie verdeutlicht, dass es schier unmöglich ist, das Kunstwerk von der Umgebung, in der es präsentiert wird, zu trennen.

Zur gleichen Zeit wie die Ausstellung im De Appel Arts Centre, wird das Stedelijk Museum in Amsterdam bis 8. Mai 2016 eine neue Installation zeigen, die auf Arbeiten von Van Imhoff basiert und die kürzlich in die Sammlung aufgenommen wurden. Die Verbindung beider Ausstellungen erfolgt über eine Publikation in limitierter Auflage, die in beiden Institutionen erhältlich sein wird.

Alicja Kwade, Eadem Mutata Resurgo 9, 2013 _photo Roman März

Die bildende Künstlerin Alicja Kwade (Polen, 1979) macht sich bei ihrer Arbeit unterschiedliche, auf einem wissenschaftlich-künstlerischen beruhenden Ansatz Strategien zunutze. Sie verändert Alltagsgegenstände und Materialien – eine Palette, ein Fahrrad, eine Tür, ein Nachtlicht, ein Spiegel – und verwandelt sie in neue Formen, die sie als separate Skulpturen oder Installationen präsentiert. 

Das Ergebnis fühlt sich oft irgendwie introvertiert und formell an, hat jedoch häufig auch einen humorvollen Unterton. Durch das Auseinandernehmen der Wirklichkeit und die Bearbeitung der Materialien wird der Betrachter ständig in die Irre geführt. Kwade erschafft Sinnestäuschungen, die unsere Gedanken und Wahrnehmung auf die Probe stellen. Sie zwingt den Betrachter dazu, das Wesen der Gegenstände zu betrachten und zu hinterfragen, was ist eigentlich wirklich „real“ an der uns umgebenden Realität.

Saskia Noor van Imhoff
Alicja Kwade

Bis 10.04 2016
De Appel arts centre

www.deappel.nl
Amsterdam, Niederlande

Saskia Noor van Imhoff
Bis 8.05.2016
Stedelijk Museum

www.stedelijk.nl
Amsterdam, Niederlande



www.alicjakwade.com

www.saskianoorvanimhoff.com

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