B. Wurtz

Mediadaten 2017

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Betonung des Unbeachteten

B. Wurtz, Selected works 1970-2015, Installation view - photo John McKenzie ©2015 BALTIC
Betonung des Unbeachteten

Bezeichnet als „Meister des Unscheinbaren“ von Roberta Smith, einer Kunstkritikerin für die New York Times, erschafft B. Wurtz schon seit über 40 Jahren Skulpturen aus Materialien des täglichen Lebens.

Essen, Unterkunft, Kleidung sind die Ausgangsmaterialien, die Wurtz nutzt. Meistens beziehen sie sich direkt oder auch nicht, auf eine dieser drei grundlegenden menschlichen Bedürfnisse.

Er machte 1971 eine Zeichnung mit dem Titel Three Most Important Things und beschriftet mit den Worten ‘Essen’, ‘Unterkunft’ und ‘Kleidung’. Seither ist diese Arbeit eine Art Manifest oder fundamentales Statement geworden, das seine künstlerische Praxis auf einen Weg der ästhetischen Untersuchung führte, bei der er die banalen Abfallprodukte unseres Alltagslebens, die meisten mit einem Bezug auf unsere heutigen extremen Konsumgewohnheiten, ergründete.

B. Wurtz, Selected works 1970-2015, Installation view - photo John McKenzie ©2015 BALTIC

B. Wurtz (1948, USA) ist am meisten für seine dreidimensionalen Arbeiten bekannt geworden, sorgfältig zusammengestellte Skulpturen aus einer breiten Palette von einfach angeordneten banalen, ausrangierten Materialien. Ein stolzer Kenner von wenig wertvollen Gegenständen, beschäftigt sich seine künstlerische Praxis mit der Ethik der Wiederverwendung und Recycling und verwendet universelle Materialien wie: Lebensmittelverpackungen, Plastikbeutel, Schnürsenkel, Schlösser, Wischmopgriffe, Einweggeschirr, Sportbeutel und Holzklötze.

Trotz ihrer Bescheidenheit und Ehrlichkeit umgibt B. Wurtz und seine oft titellosen Arbeiten ein gewisses Geheimnis. Selbst der Name des Künstlers scheint Teil des Portfolios zu sein. Er verwendet nur den Anfangsbuchstaben B., der für Bill steht, was hinwiederum eine Abkürzung für William ist und dies führt uns hin zu dem berühmtesten Künstlerpseudonym Duchamps R. Der einzelne Anfangsbuchstabe von Wurtz‘ Vornamen (B.) scheint dem Namenspaten zuzunicken, schafft es zugleich geschlechtsneutral zu bleiben und erlaubt somit eine absichtliche Anonymität.

In der Ausstellung am BALTIC, präsentiert Wurtz 60 Arbeiten, die seine gesamte Laufbahn von den frühen 1970er Jahren bis heute umfassen. Die große Bandbreite an Skulpturen, die auf Level 3 gezeigt werden, betont die Beständigkeit von Wurtz künstlerischer Produktion und bestätigen seinen konzeptionellen Impuls das Medium von Grund auf buchstäblich zu erfinden.

B. Wurtz, Selected works 1970-2015, Installation view - photo John McKenzie ©2015 BALTIC

Durch die Betonung des Unbeachteten und dem Besucher das Vergessen zu verwehren, woraus die Stücke gemacht sind, gelingt es Wurtz' Arbeiten, die vielen Möglichkeiten dieser alltäglichen Materialien zu kanalisieren.  Die von Wurtz verwendeten Gegenstände zeugen von ihrer ehemaligen und formalen Qualität und Funktion. Für den Künstler ist Skulptur ein sich langsam entwickelnder Prozess und er verbringt ausgiebig Zeit damit, Materialien zu sammeln, zögernd und wählerisch einen Gegenstand auf den anderen stellend, anordnen, verwerfen und neu anordnen, manchmal mit einer nur minimalen Verbesserung, die die perfekte Zusammenstellung erst ermöglicht.

B.Wurtz
Bis 28.02.2016

BALTIC Centre for Contemporary Art
Gateshead, GB

www.balticmill.com

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