Carl Andre im Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris

Mediadaten 2017

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Skulptur als Ort

Carl Andre, Sculpture as a Place, Dia Beacon, Riggio Galleries - photo Bill Jacobson Studio - courtesy Dia Art Foundation ©ADAGP
Skulptur als Ort

Durch die Arbeit mit unveränderten Industrieelementen definiert Carl Andre (USA, 1935) Skulptur als Mittel zum Erfahren von Raum, Form und Gegenstand neu.  Er schuf auch Gedichte, in denen Worte für sowohl ihren visuellen, als auch ihren semantischen Klangwert Verwendung finden. Die offenkundige Einfachheit seines Werkes fordert die traditionellen Auffassungen von Technik, Komposition und Installation heraus und macht den Betrachter gleichzeitig zum aktiven Teilnehmer.

In Andres Oevre ändert das Kunstwerk seinen Status: Es ist nicht länger ein symbolisches oder figürliches Element, sondern ein reales Objekt, das nicht mehr und nicht weniger als ein Teil der Welt ist, wie ein Baum oder eine Wand. Im Laufe der 1960er Jahre entwickelte sich seine Auffassung von Skulptur zunächst als Form, dann als Struktur und zuletzt als Ort: "Ich habe Wünsche" rzählte er Marta Gnyp 2015 in einem Interview. "Ich habe keine Ideen. Für mich ist es ein körperliches Verlangen, Material sowie einen Ort zum Arbeiten zu finden."

Carl Andre, Tin Ribbon, 1969-1997 - Hamburger Bahnhof - photo Sébastien Gokalp, courtesy Paula Cooper Gallery ©ADAGP

Nach der Ankunft in New York 1957 schrieb Andre Gedichte und fertigte seine ersten kleinen Skulpturen an. Auf die Eigenschaften der Materie bezogen - Form, Gewicht, Textur - begann er 1965 Industriekomponenten wie Holz, Metall, Ziegel und Heuballen in Interaktion mit seinen Ausstellungsorten zu versammeln. Seitdem reagiert er kontinuierlich auf Galerie-, Museums- und urbane Räume: Er arbeitet mit Materialien, die er vor Ort findet, versammelt Dinge, die er alleine bewältigen kann, und schafft Arbeiten, die eine reale Präsenz mit einer räumlichen Integration so effektiv kombinieren, dass es den Anschein erweckt, sie bestünden schon ewig.

Carl Andre building Cedar Piece in 1964 - photo Martin Ries -Gannett Ries Digital Designs ©ADAGP

Das Musée d’ArtModerne präsentiert zur aktuell Sculpture as Place, 1958–2010, eine Retrospektive des gesamten Spektrums und der inneren Konsistenz von Andres Oevre, mit 40 monumentalen Skulpturen, zahlreichen Gedichten und Fotografien, Arbeiten auf Papier sowie verschiedenen Objekten, die sich in keine Schublade einsortieren lassen. Seine ikonischen Arbeiten tauchen neben Stücken auf, die nie zuvor zusammen gezeigt wurden, so wie seine Dada Forgeries.

Die erste Carl André-Ausstellung in Frankreich seit 20 Jahren - die letzte fand 1997 im MuséeCantini in Marseille statt - Sculpture as Place reflektiert den Grundsatz des Musée d'ArtModerne's, die großen Wegbereiter der Moderne in einem frischen Look erscheinen zu lassen.

Gestaltet durch die Dia Art Foundation, in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler, ist diese Retrospektive bereits in New York (2014), Madrid (2015) und Berlin (2016) gezeigt worden und wird anschließend nach Los Angeles (2017) weiterziehen.

Video mit freundlicher Genehmigung des Musée d'Artmoderne de la Ville de Paris.

Carl Andre
Sculpture as Place, 1958–2010
Kuratoren: Sébastien Gokalp, Yasmil Raymond and Philippe Vergne
Bis 12.02.2017

Musée d’Art Moderne
Paris, Frankreich

www.mam.paris.fr

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