Damián Ortega

Mediadaten 2017

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Ironisches Auseinandernehmen

Damián Ortega, Controller of the Universe, 2007 - Installation view - courtesy Malmö Konsthall
Ironisches Auseinandernehmen

Damián Ortega (Mexiko, 1967) untersucht die Vorstellung von Skulptur mittels der Verwendung alltäglicher Gegenstände, deren Bedeutung er ‚auseinanderbaut‘. Aufbauen und auseinanderbauen, Parallelen ziehen, Übertragen von Bildern und Konzepten auf andere Situationen, um deren Fundamente kritisch zu hinterfragen, dies sind einige der Verfahren, die Ortega in seinen Projekten einsetzt.

Die Räume, die seine Installationen, Performances, Skulpturen und Videos beherbergen, werden zu dynamischen Situationen—aktiviert durch Akkumulation, Konzentration und Verteilung—die oft kinetische Bewegung und schwebende Elemente enthalten. In vielen seiner Arbeiten kommt eine subtile Ironie zum Vorschein, die Ortega aus seinen frühen Anfängen als Karikaturist beibehalten hat. In ihnen greift er auf die Wirklichkeit zurück, um einen kritischen Kommentar abzugeben.

Damián Ortega, Cosmic Thing, 2002 - courtesy Malmö Konsthall - photo Helene Toresdotter

Man kann Damián Ortegas Arbeiten zurzeit in der Malmö Konsthall in Schweden und im Reina Sofía Museum in Madrid genießen.

Malmö Konsthall, Schweden
Casino lautet der Titel seiner ersten Einzelausstellung in Schweden, in der Skulpturen, Installationen, Performances und Filme zu sehen sind. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Käfertrilogie, eine der wichtigsten Arbeiten Ortegas, in Form des legendären VW Käfer. Ein herausstechendes Merkmal seiner Arbeit ist die Verwendung von gewöhnlichen oder recycelten Materialien, wie Werkzeuge und Geräte, die er aufarbeitet und welche sein Interesse an Produktionssystemen, Umwandlungsprozessen und Entropie verdeutlichen. Ortega baut Gegenstände auseinander, verändert sie und baut somit Strukturen, die einen Dialog zwischen Materie und Form, zwischen Handlung und Gedanken schaffen. Sein Werk ist von einem sehr persönlichen und subtilen Sinn für Humor durchdrungen, der den banalsten Dingen Bedeutung und Einzigartigkeit verleiht, um so schwierigste Themen auf leichte Art zu vermitteln.

Damián Ortega, The rocket and the Abyss, 2016 - photo Joaquín Cortés - Román Lorés - courtesy Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía

Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid, Spanien
Für seine Eingriffe im Palacio de Cristal, hat Ortega den Titel El cohete y el abismo (Die Rakete und der Abgrund) gewählt, um die widersprüchliche Spannung zwischen Aufstieg und Fall als einer Allegorie der Modelle, auf denen die Arbeiten in der Ausstellung basieren, widerzuspiegeln: Bezüge auf die Geschichte der modernen Architektur und Konstruktion, die Ausdruck von symbolischer und monumentaler Selbstdarstellung der Gesellschaft der kapitalistischen Akkumulation sind.

In Torre Latinoamericana, wendet sich Ortega erneut einem klassischen Beispiel moderner mexikanischer Architektur zu, das bereits 2007 Thema seiner Serie Torre Latino war. Damián Ortega verwandelt ihn in ein Pendel und hängt ihn kopfüber von einem Stahlkabel am höchsten Punkt des Palacio de Cristal auf. Die Struktur besteht geprägtem Leder, ein dehnbares, flexibles Material, das in Kontrast zu architektonischen Strukturen innewohnender Stabilität steht.

Damián Ortega, Installation view - Courtesy Pirelli HangarBicocca, Milan

Der Torre ist eigentlich ein riesiges Stundenglas, in dem der Sand beim Hin- und Herschwingen eine Art Zeichnung auf dem Boden erschafft. Der Vorgang des Sandansammelns und Wiederbefüllens der Behälter ist Teil des Projektes, das an Sisyphus denken lässt. Dessen Strafe war es, einen riesigen Steinblock den Berg heraufzuwälzen, der dann, fast am Gipfel angekommen, wieder ins Tal herabrollt und dies musste er bis in alle Ewigkeit wiederholen.

Bei Monumento, handelt es sich um die Titanic, eine dreizehn Meter lange Skulptur aus weichem Segeltuch, die an der Decke wie eine Marionette schwebt. Das Schiff fällt steil auf den Boden und sein Bug ist im Sand begraben, was sein Sinken ironisch verzerrt. Damit wird sein Status als Symbol und Monument infrage gestellt und lässt die kritische Ironie mit anschwingen, mit der Claes Oldenburgs Skulpturen die Möglichkeiten des Denkmals in der heutigen Zeit neu definiert haben.

DAMIÁN ORTEGA

Casino

Bis 25.9 2016
Malmö Konsthall
Schweden

www.konsthall.malmo.se


Die Rakete und der Abgrund

Bis 02.10.2016
Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía
Madrid, Spanien

www.museoreinasofia.es

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