Daphne Wright

Mediadaten 2017

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Emotionale Archäologie

Daphne Wright, Kitchen Table, 2014, courtesy of the artist and Frith Street Gallery
Emotionale Archäologie

Arnolfini und der National Trust Tyntesfield präsentieren eine Auswahl von Arbeiten der letzten 25 Jahre von der in Bristol lebenden Künstlerin Daphne Wright (Irland, 1963), die zwei Serien von konzeptuellen Ideen und skulpturalen Sprachen entwickelt hat, welche leise im Hintergrund wirken. Ihre Arbeit ist das Resultat einer unnachgiebigen Neugier im Hinblick darauf, wie Materialien eine Mitleidenschaft an zumeist unausgesprochenen menschlichen Besorgnissen erzeugen können.

Mit Ton, Guss, Video und Klang arbeitend, sind Wrights verarbeitete Materialien oft arbeitsintensiv, indem sie fragile und instabile Materialien verwendet, mit längeren, auf den Fähigkeiten und Kenntnissen einiger Experten basierenden Forschungs- und Zeichenperioden. Ihre Thematik lädt dazu ein, über schwierige, oft am Rande liegende Angelegenheiten in Zusammenhang mit Klasse, Sehnsucht, Altern und Fürsorge nachzudenken.

Die Künstlerin wurde mit einer Serie von Arbeiten bekannt, in der sie dekorativen viktorianischen Gipsputz verwendete, um das Heim als Ort der Einsamkeit und Isolation hervorzuheben.

Daphne Wright, Home Ornaments, 2002-06, courtesy of the artist and Frith Street Gallery

In einem wohlüberlegten Schachzug, um die skulpturale Sprache zu verlagern, hat sie Folie als Material verwendet, um Arbeiten zu schaffen, die auf die Distanz betrachtet kostbar und verführerisch wirken, jedoch bei näherem Hinsehen verletzbar, zerknittert und geflickt sind. Mit ihrer Lust an der Täuschung schließt Wright oft gesprochene Songtexte und Rhythmen mit ein, um eine absorbierende Atmosphäre für die zu integrierenden Objekte als sanften Widerspruch zum Visuellen zu schaffen.

Über den häuslichen Bereich als Repräsentation des menschlichen Daseins hinausschauend, hat Wright ihr Augenmerk auf die komplexe Beziehung der Menschheit zu Tieren gerichtet - aufziehen, hätscheln, züchten. Über einen Zeitraum von zehn Jahren von 2004 bis 2014, hat Wright eine Gusstechnik perfektioniert, um das Tierleben als Fundament für die Agonie und Ekstase der Existenz zu verkörpern.

Daphne Wright, Stallion, 2014 - courtesy of the artist and Frith Street Gallery

Die kunstvolle Perfektion der verstorbenen Tiere, nachgebildet in einer weißen glitzernden Marmorstaubzusammensetzung, ist zugleich schockierend und bewegend. Für Wright sind die emotionalen und praktischen Schwierigkeiten, an tote Körper zu gelangen und diese nachzubilden, Teil einer bedeutsamen Archäologie, die die Kraft der Objekte auflädt.

Erst kürzlich hat Wright ihr Interesse auf die Schaffung menschlicher Präsenz durch akribisch gestaltete Güsse ihrer Söhne in Jesmonite verlagert, einem Material, das in der Tierpräparation und der Paläontologie gerne verwendet wird. Wrights Arbeiten schaffen eine Aura, eine Inszenierung; es gibt Schatten, Echo und Distanz, wo zuvor Atem, Geruch und Intimität waren. Um Medien angemessen auf ihre Ideen abzustimmen, hat Wright auch einige Arbeiten geschaffen, bei denen sie Videos verwendet, um unsere widersprüchlichen Emotionen gegenüber Älteren und Kindern zu erforschen. Die neueste Entwicklung bei Wright zeigt eine instinktive Freude am Arbeiten mit ungebranntem Ton. Indem sie in der naiven Ästhetik von Surrealismus und Kinderbildern zeichnet, hat die Künstlerin damit zu experimentieren begonnen, eine Serie von Haushaltsgegenständen und Strichzeichnungen von Müttern und Kindern in diesem einfachen Material wiederzugeben.

Daphne Wright: Emotional Archaeology
Kuratorin: Josephine Lanyon
Bis 31.12.2016

Arnolfini and National Trust Tyntesfield
Bristol, UK

www.arnolfini.org.uk

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