Die Kräfte hinter den Formen

Mediadaten 2017

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Wissenschaftliche Neugier und der Wunsch, Formen zu generieren

Julian Charrière, The Blue Fossil Entropic Stories, 2013 - courtesy Dittrich & Sclechtriem @2015 Bildrect, Wine, VG Bild Kunst
Wissenschaftliche Neugier und der Wunsch, Formen zu generieren

Die Ausstellung The Forces behind the Forms widmet sich der Erforschung von Materie und Naturprozessen in der zeitgenössischen Kunst. Sie vereint Werke, die Prozesse der Evolution und formende Kräfte der Natur reflektieren, indem sie in eine künstlerische Form gebracht werden, und deren Bezug zum Menschen untersuchen. Die breit diskutierte Frage, ob wir in einer vom Menschen geschaffenen Umwelt leben, schärft unser Bewusstsein hinsichtlich der Natur und den Kräften hinter den Naturphänomenen sowie seinen Einfluss auf unser Handeln in Bezug auf die Umwelt.

Die Kraft der Vorstellung hinter der Visualisierung natürlicher Prozesse hat insbesondere in letzter Zeit wieder an Relevanz gewonnen. Der momentane wissenschaftliche Diskurs formuliert auch Fragen hinsichtlich der Entstehung von Formen und der Dynamik anorganischer Materie. Im Rahmen eines vermeintlichen "geologischen Wandels", wird die Weltgeschichte zu einem Feld von Ideen und Vorstellungen, woraus wir ein Bild der Grundlagen des menschlichen Lebens ableiten können. Der Ausstellungstitel ist aus den Schriften des Künstlers Per Kirkeby übernommen, der sich auf die Geologie als "Wissenschaft der Kräfte hinter den Formen" bezieht.

Giuseppe Penone, Essere fiume 7, 2000 - ©2015 Bildrecht, Wien; VG Bild Kunst - photo Archivio Penone

Die Beschäftigung mit der Erde, zusammen mit Materie und Formen, findet in den ausgestellten künstlerischen Positionen auf verschiedenen, ineinander greifenden Ebenen statt. Was jene künstlerischen Positionen vereint, ist die Kombination aus wissenschaftlicher Neugier und dem Wunsch, Formen zu generieren. Großartige soziale und wissenschaftlich-theoretische Aktualität ist mit konzentrierter Bildsprache und einem weiten Horizont an intellektueller Geschichte gepaart. Nicht ohne humoristische Komponenten in den Werken, spielen die Künstler mit der Sehnsucht nach Integrität, mit dem unwiderstehlichen Wunsch, die Welt zu verstehen, mit der Ehrfurcht vor der Kreation und ihrer eigenen kreativen Kraft - einer Einstellung, die beabsichtigt, die eigenen Aktivitäten immer wieder zu reflektieren.

Giuseppe Penone
(Italien, 1947) bezieht sich ebenso auf Formen und Prozesse, die in der Natur auftreten, und die er als Ausgangspunkt seiner Betrachtungen unserer Erfahrungen mit der Realität sieht. Julian Charrière (Schweiz, 1987) sucht in verschiedenen Ländern Abbaugebiete für seltene Erden auf und erarbeitet anhand von Gesteinsproben eine spekulative Geologie unserer Gegenwart.

Ilana Halperin, The Mineral Body, 2013 - courtesy the artist - photo Neil McLean, National Museums Scotland

Ilana Halperin (USA, 1973) schafft Objekte mittels geologischer Prozesse und hinterfragt unser Verhältnis zur Zeit und zu einer sich stetig wandelnden Umwelt. Katie Paterson (UK, 1981) entwickelt eine konzeptionelle Poesie von natürlichen Formen. George Steinmann (Schweiz, 1950) untersucht die Konsequenzen für die Umwelt durch Nickelabbau und Atommülldeponien in der russischen Arktis. Roger Hiorns (UK, 1975) bringt das Mechanische und Menschliche zusammen, indem er mit dem Kontrast zwischen Flüchtigkeit und Beständigkeit durch Hinzufügen von Performance-Elementen zu seinen Objekten spielt.

Jens Risch, Seidenstück V, 2011-2012 - courtesy the artist & Bischoff Projects - photo Jórg Baumann

Nina Canell (Schweden, 1979) setzt ihre Materialien den Kräften der Physik aus und erforscht alchemistische Praktiken in ihren Arbeiten. Jens Risch (Deutschland, 1973) formuliert mit seinen Knoten-Arbeiten ein universelles Chiffre-System für Lebewesen.

Die Ausstellung The Forces behind the Forms wurde in Kooperation mit den Kunstmuseen Krefeld / Museen Haus Lange, Haus Esters and Galerie im Taxispalais, Innsbruck entwickelt.

Künstler:
Jonathan Bragdon, Nina Canell, Julian Charrière, Olafur Eliasson, llana Halperin, Roger Hiorns, Paul Klee, Lutz/Guggisberg, Per Kirkeby, Katie Paterson, Giuseppe Penone, Jens Risch und Gaste, Hans Schabus, Reto Steiner und George Steinmann.

Die Kräfte hinter den Formen
Bis 20.11.2016

Kunstmuseum Thun

Thun, CH

www.kunstmuseumthun.ch

 

Übersetzung: Irene Anton

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