Katharina Fritsch und Alexej Koschkarow

Mediadaten 2017

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Geschichtliche Bezüge innerhalb der Theaterpraxis

Katharina Fritsch and Alexej Koschkarow, Zita Щара, Schaulager - Collection of the artists ©2016, ProLitteris, Zurich - photo Tom Bisig
Geschichtliche Bezüge innerhalb der Theaterpraxis

Katharina Fritschs monochrome Skulpturen haben seit Ende der 1980er Jahre Aufmerksamkeit erregt. Ihre alltäglichen, stereotypen Figuren verfügen über vertraute Formen und einen semantischen Gehalt, den sie durch die Manipulation der Größenverhältnisse, Materialität und Farbigkeit unterläuft und damit neue Bedeutungsebenen eröffnet. Eines ihrer bekanntesten Werke ist Rattenkönig, 1993. Dieses Stück ist dauerhaft im Schaulager installiert und besteht aus sechzehn riesengroßen schwarzen Ratten mit ineinander verknoteten Schwänzen.

Auch für Alexej Koschkarow, der an den Kunstakademien in Mink und Düsseldorf studiert hat, sind Bedeutungsverschiebungen und Mehrdeutigkeit zentrale Punkte seiner künstlerischen Arbeit. In der Verschmelzung von historischem Material, Mythen und Motiven der Gegenwartskultur eröffnen sich in seinen Werken Themen wie das Fremde und das Wundersame. Koschkarow rätselhafte Skulpturen bewegen sich elegant zwischen fingierter Narration und vermeintlicher Dokumentation wie das kontrovers diskutierte Arrangement Befruchtung von Hecken, 1999, und Beutekunst, 2006.

Alexej Koschkarow, Schtetl, 2012 - Emanuel Hoffmann Foundation, permanent loan Öffentliche Kunstsammlung Basel ©2016, ProLitteris, Zurich - photo Bisig & Bayer

In enger Zusammenarbeit haben Katharina Fritsch (Deutschland, 1956) und Alexej Koschkarow
 (Weißrussland, 1972), Zita – Щapa konzipiert, eine dichte Installation, die im Schaulager erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird. Die beiden Künstler haben mit neuen Skulpturen und Zeichnungen einen atmosphärischen, bühnenartigen Raum geschaffen, in dem verschiedene Bezüge und Narrative verschmelzen. Fritsch und Koschkarow haben nicht zu ersten Mal gemeinsam ausgestellt, aber es ist das erste Mal, dass sie ein Projekt gemeinsam umgesetzt haben.

Bereits die titelgebenden Namen Zita und Щapa (Schtschara) eröffnen Themenbereiche der europäischen Geschichte, in denen komplexe politische und gesellschaftliche Verstrickungen als Ursachen und Folgen der beiden Weltkriege auftreten. Zita von Bourbon-Parma -Gemahlin von Kaiser Karl I.- war die letzte Kaiserin von Österreich. Sie lebte von 1918 an, nach dem Untergang der Habsburger Monarchie, jahrelang im Exil. Der Fluss Щapa (Schtschara) in Weißrussland hingegen verweist auf eine wichtige Verteidigungslinie während der beiden Weltkriege.

Katharina Fritsch, Sarg (Coffin), 2016 - Collection of the artist ©2016, ProLitteris, Zurich - photo © Ivo Faber

Mit Zita – Щapa haben Fritsch und Koschkarow einen Ort geschaffen, an dem die einzelnen Teile Bestandteile einer größer angelegten Inszenierung werden. Die Arbeiten bilden ein atmosphärisches Bild voller kultureller und historischer Bezüge zu Themen wie Vertreibung, Heimat, Exil, Unterdrückung, Macht, Angst, Gewalt und Tod. Die Themenkreise speisen sich nicht nur aus historisch überlieferten Fakten und Erinnerungen, sondern auch aus den persönlichen Erfahrungen der Künstler.

Das Projekt wurde von den Künstlern entwickelt und in enger Zusammenarbeit mit dem Schaulager unter der Leitung von Heidi Naef, Senior Curator, realisiert.

Zita – Щapa
Kammerstück von Katharina Fritsch und Alexej Koschkarow

Bis 2.10.2016

Schaulager
Basel, Schweiz

www.schaulager.org

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