María Luisa Fernández

Mediadaten 2017

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Annäherung an die Figur und das Konzept vom idealen Künstlers

María Luisa Fernández, Pródiga I, Desmayo I, Desmayo II (coacción), 1989 - photo Enrique Touriño, courtesy MARCO
Annäherung an die Figur und das Konzept vom idealen Künstlers

María Luisa Fernández' Arbeiten zeichnen sich durch die Verwendung einer sehr unterschiedlichen künstlerischen Sprache aus, die von post-konzeptionell und Minimalismus hin zu Elementen aus den verschiedenen Überschneidungen von Konstruktivismus und traditioneller baskischer Skulptur reichen, von der die Künstlerin ihr Handwerkszeug erlernte. Die Verwendung von Zweideutigkeiten und Wortspielen sind ebenfalls oft in ihren Arbeiten zu finden. Des Weiteren bezieht sie eine kritische Vision gegenüber offiziellen Versionen der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts in ihr Werk ein. Damit behält Fernández die Einflüsse der 1980er Jahre im Blick, die in ihren Arbeiten ständig infrage gestellt werden.

In diesem Zusammenhang bekräftigt Fernández, dass „außer das wir etwas zu sehen haben, wir auch so arbeiten können, als ob uns etwas anschaut und dass wir etwas haben, mit dem wir schauen können“ und erschafft damit eine Reihe an alternativen Vorbildern des idealen Künstlers, die völlig gegensätzlich zu den Portraits der Authoritätsfiguren in der Ausstellungshalle sind.

María Luisa Fernández, Artista ideal, 1995 - photo Enrique Touriño - courtesy MARCO

Je, je... luna, zeichnet eine Reise durch das Werk der Künstlerin María Luisa Fernández (Spanien, 1955) nach. Arbeiten, die zwischen 1979 und 1997 entstanden und die Teil der verschiedenen Herangehensweisen rund um die Figur und das Konzept des idealen Künstlers sind. Beides Themen, die im Schaffen der Künstlerin präsent sind. Die Ausstellung ist im Dialog mit der konkreten Zeit und Szene verortet, – und gelegentlich als „unbeabsichtigtes Ereignis“ bezeichnet“ –.

Die Ausstellung mit den ersten Arbeiten von Fernández als Teil von CVA (Komitee für künstlerische Wachsamkeit), einem Künstlerkollektiv, das als „künstlerisches Unternehmen“ entstanden ist und zwischen 1979 und 1985 gemeinsam mit dem Künstler Juan Luis Moraza auf den Weg gebracht wurde. Die Projekte dieses „Unternehmens“ sind durch kritische Reflexion gekennzeichnet, die sie um die Mechanismen des Ausstellens und Erhaltens von Kunstwerken, Ausstellungsformaten oder ideologischen und ökonomischen Funktionen der Darstellung der Kunstinstitution auslösten.

María Luisa Fernández, Leyenda I, Leyenda III, 1986, Untitled, 1985 - photo Enrique Touriño, courtesy MARCO & Galería Oliva Arauna Collection

Nach der Teilnahme von CVA an Ausstellungen wie Mitos y delitos (Mythen und Missetaten) (Metrònom, Barcelona und Aula de Cultura, CAM, Bilbao, 1985), wurden ihre Initialen mit dem was man als „Neue Baskische Skulptur“ bezeichnete in Verbindung gebracht. Eine Gruppe von Künstlern aus Bilbao, die zum Bezugspunkt künstlerischer Praxis und Debatten wurde, die in den 1980er das Baskenland kennzeichneten.

In der Ausstellung sind Dokumente und Gegenstände zu sehen, die in die CVA-Zeit gehören, sowie wichtige Arbeitsreihen, die nach Auflösung des Kollektivs entstanden sind, unter anderem Máculas (Makel), 1984-1985, Leyendas (Legenden), 1985-1986, Melenas (Langes Haar), 1988, Esculturas rojas (Rote Skulpturen), 1989, Burladeros, 1990, und Corridas, 1996-1997. Bei den ebenfalls in der Ausstellung gezeigten Arbeiten Burlas expresionistas (Expressionistische Verspottung), 1993, und Artistas ideales (Ideale Künstler), 1990-1997, handelt es sich um zwei Installationen, die die Hauptanliegen der Künstlerin zum Gegenstand haben, welche sich durch ihr gesamtes künstlerisches Schaffen als roter Faden hindurchziehen.


Die Ausstellung ist ein Projekt von Azkuna Zentroa und wurde von Beatriz Herráez kuratiert.

María Luisa Fernández, Burlas expresionistas, 1993 - Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía Collection - photo Enrique Touriño, courtesy MARCO

MARÍA LUISA FERNÁNDEZ
JE, JE… LUNA

Bis 29.05.2016

MARCO

Vigo, Spanien

www.marcovigo.com

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