MAXXI

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Erkundung der Verwandlungsfähigkeit von Kunst

Martino Gamper, 100 Chairs in 100 days, 2007, Courtesy the artist and Galleria Nilufar - photo Angus Mill
Erkundung der Verwandlungsfähigkeit von Kunst

In einer Zeit des globalen Wandels verwischen sich die Grenzen zwischen den einzelnen Disziplinen und werden neu definiert. Man kann einen Wald aus 3.000 an der Decke hängenden Plastiksieben durchqueren, auf einem Stuhl sitzen, der seine ursprüngliche Form verändert hat, einer Melodie lauschen, die von einem aus verschiedenen Waffen zusammengesetzten Orchester gespielt wird, man kann sich vorstellen, mutterseelenallein mitten im Meer zu treiben und sich an eine riesengroße Boa zu klammern. Das sind einige der Projekte, welche das MAXXI in Rom bis Ende März zeigt. Die ausgestellten Projekte wurden von Choi Jeong-hwa (Seoul, 1961), Didier Fiuza Faustino (Chennevières-sur- Marne, Frankreich 1968), Martino Gamper (Meran, Italien 1971) und Pedro Reyes (Mexiko-Stadt, 1972) geschaffen.

Die Wirklichkeit wird durch die Arbeiten dieser vier Kunstschaffenden in ein anderes Wesen verwandelt. Hou Hanru, Direktor des Museums und Kurator der Ausstellung, sagt: „Die Künstler sind außergewöhnliche Träumer. Ihre kreative Tätigkeit wird durch ein starkes Engagement gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt über unterschiedliche geopolitische Kontexte der heutigen Zeit bestimmt. Sie schaffen daher neue und offenere Wirklichkeiten und ermutigen uns damit, die Erfahrung des Menschseins im vollen Umfang auszuleben.“

Choi Jeong Hwa, Golden Lotus - photo Masacchio Ianniello

Der Besucher wird von der Installation Golden Lotus, von Choi Jeong-hwa in Empfang genommen. Dabei handelt es sich um eine riesige Plastikblume mit goldenen Blütenblättern, die sich aufblähen und wieder erschlaffen, um den Vorgang des Atmens abzubilden. Es werden zwei weitere Arbeiten von Jeong-hwa ausgestellt: Hubble Bubble, ein hängender Wald, den das Publikum betreten kann und die Installation Life Life, aus langen farbigen Ballons, die sich dank der Hilfe der Besucher täglich ändern, da sie nach und nach herunterfallen, die Luft verlieren oder platzen.

Post-Forma ist ein Projekt von Martino Gamper. Dies ist eine Ansammlung von Stühlen, die durch die Verwendung von Stoff und mundgeblasenes Glas verändert wurden. An der Grenze zwischen Kunst und Design will der Künstler den Arbeitsprozess und die Partizipation betonen, das Publikum kann daher auf den Stühlen sitzen und somit verschiedene Bedeutungen aktivieren.

Pedro Reyes - photo Masacchio Ianniello

Pedro Reyes, der ausgebildeter Architekt ist, Räume erkundet und sich gängigen Konventionen widersetzt, verwandelt Pistolen und Gewehre in ein mechanisches Orchester. Disarm ist eine Installation, die aus den Überresten von Waffen geschaffen wurde, die die mexikanische Armee zusammengetragen und dann vernichtet hat. Ebenfalls zu sehen sind Disarm Instruments: fünf Skulpturen, auch aus Waffen gemacht, die Musikinstrumente wie Gitarre, Xylophon, Panflöte und Regenrohr nachbilden. Um die Arbeit zu vervollständigen, schafft Reyes eine Zeitung mit Daten, Zahlen und verstörenden Informationen zum Thema Waffenherstellung und -handel.

Didier Fiuza Faustino, Body in Transit

Lampedusa ist eine ortsspezifische Installation von Didier Fiuza Faustino, ein Künstler und Architekt, der die intime und intensive Beziehung zwischen den sozialen Umständen des Körpers und der Erzeugung von Raum erkundet.  Genauso stark und verstörend ist die Arbeit Body in Transit, ein winziger Raum, der dafür bestimmt ist, am Fahrwerk eines Flugzeugs befestigt zu werden, um damit illegale Flüchtlinge zu transportieren. Diese Arbeit wurde auf der Biennale in Venedig ausgestellt und ist momentan Teil der Dauerausstellung des Centre Pompidou. Die letzte ausgestellte Arbeit ist Exploring Dead Buildings 2.0, eine Installation, die der Künstler in Havanna aufgestellt hat, in dem von dem italienischen Architekten Vittorio Garatti 1961-66 entworfenen utopistischen Gebäude. Dieses war für eine Tanzschule gedacht, die dann jedoch nie aufgemacht hat. Dank des Eingriffes von Faustino, wurde dem maroden Gebäude ein neues Leben geschenkt.

Courtesy Fondazione MAXXI

Transformers
Choi Jeong-hwa, Didier Fiuza Faustino, Martino Gamper, Pedro Reyes
Kuratoren: Hou Hanru and Anne Palopoli
Bis 28.03.2016

MAXXI
– Museo Nazionale Delle Arti del XXI Secolo
Roma, Italy

www.fondazionemaxxi.it

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