Mona Hatoum

Mediadaten 2017

Download PDF

Newsletter abonnieren

sculpture network veröffentlicht monatlich einen Newsletter auf deutsch und englisch.
Er informiert zu laufenden Veranstaltungen und Ausstellungen zur zeitgenössischen Skulptur in Europa und zu den Veranstaltungsreihen von sculpture network.

Newsletter abonnieren

Sollten Sie eine Auflage verpasst haben können Sie hier nachlesen.

Erste Überblicksschau in Großbritannien an der Tate Modern in London

Mona Hatoum, Hot Spot III, 2009 - courtesy Fondazione Querini Stampalia - photo Agostino Osio ©the artist
Erste Überblicksschau in Großbritannien an der Tate Modern in London

Mona Hatoum (Libanon, 1952) ist für ihre großformatigen Installationen und Skulpturen bekannt, die die Formsprache von Minimalismus und Surrealismus herausfordern, um eine Welt zu enthüllen, die voller Konflikte und Widersprüche ist. Ihre Laufbahn begann in den 1980er Jahren mit Performance- und Videoarbeiten, in denen der Körper einer geteilten, von politischer und sozialer Kontrolle besetzten Realität Ausdruck verlieh.

Der Körper steht immer im Mittelpunkt von Hartoums Arbeit und sie ist dafür bekannt, auf seine Verletzlichkeit und Widerstandsfähigkeit zu verweisen. Dies veranschaulicht sie mit Corps étranger 1994, eine endoskopische Reise durch die innere und äußere Landschaft ihres eigenen Körpers.

Mona Hatoum, Grater Divide, 2002 - photo Iain Dickens - courtesy White Cube 
©Mona Hatoum

Ihre Installationen stellen den Körper als Macht oder auch Eingesperrtsein ausgesetztes Wesen dar. Dies wird besonders gut sichtbar in Impenetrable, 2009, ein hängendes Quadrat, das aus Hunderten herabhängenden, zarten Stäben aus Stacheldraht besteht und in dem symbolträchtigen Light Sentence, 1992. Wände aus Drahtgitterspinden und eine einzelne, bewegliche Glühbirne erzeugen in dieser Arbeit dramatische Schatteneffekte, die die Galerie in einen verwirrenden und unsicheren Ort verwandeln.

Möbel und andere vertraute Gegenstände sind markante Bestandteile ihrer Arbeit, oft abgewandelt und aufgewertet, beschäftigen sie sich mit der feinen Trennlinie zwischen dem Vertrauten und dem Unheimlichen. Homebound 2000, besteht beispielsweise aus einer Zusammenstellung von Küchenutensilien und Haushaltsmöbeln, die mit Elektrokabeln verbunden sind, durch die hinwiederum hörbarer elektrischer Strom fließt.

Mona Hatoum, Light Sentence, 1992 - Centre Pompidou - photo Philippe Migeat

Hatoums Arbeit betont den Zustand der Vertreibung, den viele in der heutigen Zeit erleben. Present Tense 1996 ist aus 2.200 Würfeln zusammengesetzt. Diese Würfel sind aus Olivenseife, die aus Nablus, einer Stadt nördlich von Jerusalem kommt.

Kleine rote Glasperlen, die in die Oberfläche gedrückt wurden, stellen die Karte des Oslo-Friedensprozesses von 1993 zwischen Israel und den palästinensischen Behörden dar.  Eine neuere Installation mit dem Titel Twelve Windows 2012-13, besteht aus zwölf Stickereien von palästinensischen Frauen, die in einem Flüchtlingslager im Libanon leben, und hier wird die Stickerei zu einem Akt des Widerstands. Organisiert und produziert von der libanesischen Nichtregierungsorganisation Inaash, sind die fein gestickten „Fenster“ an sich kreuzenden Stahlkabeln aufgehängt, jede einzelne steht für eine wichtige palästinensische Region mit ihren einzigartigen Motiven, Sticharten, Farben und Mustern.

Mona Hatoum Homebound, 2000 - courtesy Rennie Collection

Tate Modern präsentiert die erste Überblicksausstellung der Arbeiten von Mona Hatoum. Ihr umfangreiches Werk ausschöpfend, spiegelt die Ausstellung 35 Jahre poetischen und radikalen Denkens wider, dass in einer reichhaltigen Palette an Medien zum Ausdruck kommt. Die Ausstellung enthält mehr als 100 Arbeiten aus den 1980er Jahren bis heute, von frühen Performance- und Videoarbeiten, hin zu Skulpturen, Installationen, Fotografie- und Papierarbeiten.

Mona Hatoum wurde 1952 in Beirut als Kind einer palästinensischen Familie geboren und ließ sich 1975 nach Ausbruch des Krieges im Libanon in London nieder. Sie ist in zahlreichen bedeutenden Sammlungen in der ganzen Welt vertreten und aktuelle Einzelausstellungen waren u.a. in der Fondazione Ouerini Stampalia, Venedig (2009); im Kunstmuseum, St Gallen (2013);  im Mathaf:  Arab Museum of Modern Art, Doha (2014); und in der Pinacoteca do Estado de Sao Paulo (2015) zu sehen. Sie hat auf der Biennale in Venedig (1995 und 2005} und der Documenta XI, Kassel (2002) ausgestellt. Hatoum war für den Turner Prize 1995 nominiert; erhielt den Joan Miró Prize 2011 und wird 2017 den Hiroshima Art Prize erhalten.

TateShots: Mona Hatoum, Atelierbesuch

Tate – Courtesy of Tate @Tate London

Mona Hatoum
Bis 21.08.2016
Kuratoren: Clarrie Wallis, Curator of Modern and Contemporary British Art, Tate und Christine van Assche, Chief Curator at Large, Centre Pompidou, Paris zusammen mit Capucine Perrot, Assistant Curator, Tate Modern.

Tate Modern
London, GB

www.tate.org.uk

Nur für Mitglieder

Dieser Bereich ist nur für eingeloggte Mitglieder zugänglich.

Noch kein Mitglied? Hier erfahren Sie mehr.