Oberflächen aus Licht

Mediadaten 2017

Download PDF

Newsletter abonnieren

sculpture network veröffentlicht monatlich einen Newsletter auf deutsch und englisch.
Er informiert zu laufenden Veranstaltungen und Ausstellungen zur zeitgenössischen Skulptur in Europa und zu den Veranstaltungsreihen von sculpture network.

Newsletter abonnieren

Sollten Sie eine Auflage verpasst haben können Sie hier nachlesen.

Dark - Entdecken Sie die Dunkelheit im Zentrum für
Internationale Lichtkunst Unna

Regine Schumann; Connect, Back to Back, 2012 / 2014 - photo Frank Vinken
Dark - Entdecken Sie die Dunkelheit im Zentrum für

Dunkelheit verschluckt die Welt um uns herum.   Ein Raum ohne Licht, ohne Schatten und ohne Farben hat etwas Beängstigendes oder Verstörendes.

DARK II analysiert und interpretiert den Begriff „dunkel“ unerwartet und eindrucksvoll.  Die Ausstellung spürt der Dunkelheit in der Seele des Menschen nach - in dem metaphorischen Spiel aus Licht und Schatten, dem Sichtbaren und Unsichtbaren.

Die fast vollständig dunklen Ausstellungsräume hüllen die Besucher ein und lassen erst nach einer kurzen Phase der Gewöhnung die Kunstwerke der Ausstellung erkennbar werden. Die Installationen Arbeiten von Anthony McCall, Diana Ramaekers, Regine Schumann und Vera Röhm kreieren „Oberflächen aus Licht“.

Anthony McCall, Meeting You Halfway II, 2009 - photo Frank Vinken

Anthony McCall (GB, 1946) wurde Anfang der 1970er für seine individuellen Lichtinstallationen bekannt, die sogenannten „Solides Licht“-Filme. Animierte Linien in Schwarz-Weiß werden in einen mit feinem Kunstnebel gefüllten Raum projiziert, so dass die zweidimensionalen Zeichnungen als scheinbar greifbare, skulpturale Formen im realen Raum artikuliert werden. So existieren seine Werke an den Grenzen zu Kino, Skulptur und Zeichnung. Seine Werke sind flüchtig und scheinen doch greifbar, physisch. Horizontal durch den Raum auf eine Wand oder – wie in seinen jüngsten Werken – von der Decke auf den Boden projiziert, hüllen sie den Betrachter ein in einen einzelnen, sich langsam bewegenden Kegel aus Licht.

Diana Ramaekers, Sensing the Light, 2015 - photo Frank Vinken

Bewegung ist Teil auch der Arbeit von Diana Ramaekers (Niederlande, 1970), allerdings nicht durch Verwendung von Film sondern verursacht durch zwei große Spiegel.  Die Lichtchoreographie wird auch in diesem Fall durch Kunstnebel sichtbar gemacht.  Drei große Theaterscheinwerfer und die sich bewegenden Spiegel produzieren eine große Lichtskulptur, die von den Besuchern erkundet werden kann. In der reaktiven Licht-Rauminstallation Sensing the Light werden die Besucher zu einem Teil der Lichtbilder, denn abhängig von ihrer Position im Raum verändern sie die Lichtgebilde.  Das materialisierte Licht tastet sich langsam durch den Raum, an den Wänden, dem Boden und der Decke entlang und streift hier und da den Betrachter. Das Licht wird als greifbar, als dinglicher Körper erfahren; es kommt den Besuchern manchmal zu nahe.

Vera Röhm, Die Nacht ist der Schatten der Erde, 2005/heute - photo Frank Vinken

Seit 2005 hat die Künstlerin Vera Röhm (Deutschland, 1943) mittlerweile 66 Kuben in 66 Sprachen geschaffen. Sprachlicher Ausgangspunkt der Textkuben ist ein Satz des deutschen Gelehrten Johann Leonhard Frisch (1666-1743). In knapper, anschaulicher Form vollzieht Frisch mit der Formulierung Die Nacht ist der Schatten der Erde einen radikalen Perspektivwechsel: weg von den zahllosen unterschiedlichen Nachtatmosphären, die je nach subjektiven, kulturellen, jahreszeitlichen oder geographischen Gegebenheiten variieren können, hin zu einer kosmischen Betrachtungsweise des Phänomens Nacht.  In ganz unterschiedlichen Sprachen – von Deutsch und Französisch über Finnisch und Griechisch bis hin zu Hebräisch und Thailändisch – lässt Vera Röhm den Satz Die Nacht ist der Schatten der Erde sich aus den Seitenflächen schwarz lackierter Aluminiumkuben mit einer Kantenlänge von 75 cm herauslösen. Jede Sprache erhält dabei ihren eigenen Kubus; die mittels Laser ausgeschnittenen Sätze werden mit weißem Mattglas hinterlegt und die Aluminiumwürfel von innen hell beleuchtet.

Regine Schumann; Connect, Back to Back, 2012 / 2014

Die Architektur ist bei Regine Schumann (Deutschland, 1961) der Ausgangspunkt, die Basis all ihrer Überlegungen.  Der Raum fordert und bestimmt ihre gesamte Herangehensweise hinsichtlich Farbe, Form, Licht und Inszenierung. Das Einbeziehen weiterer gestalterischer Elemente wie Tanz und Sprache sind eine logische Konsequenz ihres Strebens nach dem Gesamtkunstwerk.

Ihre Installation Connect, Back to Back ist eine Installation aus wellenförmigen Acrylglasplatten. In phosphoreszierend blauen und fuchsienroten transparenten Farbtönen gehalten mäandern sie durch den Ausstellungsraum. Sie lädt den Betrachter zu einem entspannten Spaziergang durch sie hindurch ein und bietet ihm damit neue Blickwinkel, neue Perspektiven und neue Farberfahrungen.  Die Acrylplatten werden durch die Verwendung von Schwarzlicht akzentuiert, was bewirkt, dass die Objekte Lichtlinien durch den Raum ziehen und infolgedessen zu graphischen Elementen werden.

¡DARK!
Bis 03.04.2016

Zentrum für Internationale Lichtkunst

Unna, Deutschland


www.lichtkunst-unna.de

Nur für Mitglieder

Dieser Bereich ist nur für eingeloggte Mitglieder zugänglich.

Noch kein Mitglied? Hier erfahren Sie mehr.