‘Riddle of the Burial Grounds’

Mediadaten 2017

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Kunstwerke, die sich selbst vor geologischer und menschlicher Zeit schützen

Tracy Hanna, Holes, 2015 - Extra City Kunsthal, 2016 ©Tomas Uyttendaele
Kunstwerke, die sich selbst vor geologischer und menschlicher Zeit schützen

In beton-verkleideten Tunneln, tief in der Erde, wird täglich radioaktives Material vergraben. Das Potenzial dieses Material zur Auslösung einer Katastrophe reicht weit in unsere Zukunft hinein. Einen Zeitraum, den wir weder erfassen, geschweige denn uns vorstellen können. Sich mit aus der Vergangenheit überlieferten Spuren und Gegenständen beschäftigend, starrt die Gruppenausstellung ‘Riddle of the Burial Grounds’ ungerührt in diese Zukunft, in eine mit industriellem Niedergang und ausgehöhlten Kratern übersäte Landschaft – Gegenstände und Botschaften, die uns überdauern werden und eine Zukunft, die in erschütternden, radioaktiven Halbwertzeiten gezählt werden wird.

Lucy Skaer, Sticks and Stones, 2015 - Extra City Kunsthal, 2016 © Tomas Uyttendaele

Wir leben in einer Zeit, in der die Übernahme von Verantwortung für die Zukunft zu einem dröhnenden Imperativ geworden ist. Aber was bedeutet ‘langfristig’ wirklich? Was ist die menschliche Zeit gemessen an geologischer oder kosmischer Zeit? Was bedeutet es, sich in eine Zukunft zu versetzen, so weit entfernt von unserer eigenen Lebenszeit, dass die einfache Vorstellung über die Bewohner dieses Planeten reine Spekulation sein muss, wo die Sprache keinerlei Ähnlichkeit mit irgendeiner heutzutage gesprochenen Sprache haben wird und wo die konkreten Überreste dieser Epoche bestenfalls baufällige Abdrücke sein werden?

Mariana Castillo Deball, Mschatta Fassade, 2014 - Extra City Kunsthal, 2016 ©Tomas Uyttendaele

„Zerstöre diese Markierungen nicht nicht. Diese großen Steine markieren ein Gebiet, das einmal für die Entsorgung radioaktiver Abfälle benutzt wurde. Diese Abfälle geben unsichtbare Energien ab, die Pflanzen, Tiere und Menschen zerstören können. Der Fels und das Wasser sehen vielleicht nicht ungewöhnlich aus, fühlen sich nicht außergewöhnlich an und riechen nicht anders, aber sind möglicherweise vergiftet. Diese Markierungen wurden darauf ausgelegt, 10.000 Jahre zu halten. Bohre hier nicht. Grabe hier nicht.” (Aus ‘Containment’, ein Film von Peter Galison & Robb Moss.)

‘Riddle of the Burial Grounds’ vereinigt Kunstwerke, die sich an geologischer und menschlicher Zeit messen. Es sind Kunstwerke, die Zeitabschnitten, Epochen und Ären spekulative Formen und Bilder verleihen: große, unergründliche Ausdehnungen der Zeit, die es uns ermöglichen, aus uns und den von uns bewohnten Welten heraus zu schauen und dabei den Versuch zu wagen, die menschliche Vorstellungskraft auszuweiten. Künstler haben Arbeiten in oder um verschiedene einzigartige Gegenstände platziert: menschengemachte Ruinen und außergewöhnliche Naturphänomene, Ausgrabungsstätten und ausgeschachtete Bergwerke, Sprache und ihre Grenzen, Bestattung, Ritual, Vorhersagen, Zukünfte und Radioaktivität; Rohstoffe, Formensprache, Brachflächen und Wildnis.

Lonnie van Brummelen & Siebren de Haan, The Social Lives of a Tree, 2015 - Extra City Kunsthal ©Tomas Uyttendaele.jpg

Tessa Giblin
Kuratorin der Bildenden Künste, Project Arts Centre und Irland bei Venedig 2017



Künstler:
 
Lara Almarcegui, Stéphane Béna Hanly, Rossella Biscotti, Simon Boudvin, Mariana Castillo Deball, Dorothy Cross, Regina de Miguel, Mikala Dwyer, Harun Farocki, Geoffrey Farmer, Peter Galison & Robb Moss, Tracy Hanna, Mikhail Karikis, Sam Keogh, Ruth E. Lyons, Nicholas Mangan, Jean-Luc Moulène, Lucy Skaer, Lonnie van Brummelen & Siebren de Haan und Emmanuel Van der Auwera.

Riddle of the Burial Grounds
Curator: Tessa Giblin
Until 17.07.2016

Extra City Kunsthall

Antwerp – Belgium

extracitykunsthal.org

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