Sammlung George Economou

Mediadaten 2017

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Unpacking Minimalism

Roni Horn, Untitled (Billie), Untitled (Holiday), 2012 - photo Genevieve Hanson
Unpacking Minimalism

George Economou wurde 1953 in Athen geboren. Nach seinem Abschluss am Massachusetts Institute of Technology (MIT) begann er seine Laufbahn im Schiffbau und weitete seine Geschäftstätigkeit auf Offshore-Bohrungen und Immobilien aus. Mit dem Sammeln von Kunst begann er in den 1990er Jahren und konzentrierte sich zunächst auf die europäische Kunst Anfang des 20. Jahrhunderts. Inzwischen enthält seine Sammlung auch Nachkriegs- und zeitgenössische Kunst. Die wichtigsten Kunstströmungen Anfang des 20. Jahrhundert wie der deutsche Expressionismus und Neue Sachlichkeit wurden eingehend gesammelt. Wirklich einzigartig für diese Sammlung ist, dass sie das gesamte grafische Werk von Otto Dix und Otto Müller enthält. Arbeiten von Künstlern wie Anselm Kiefer, Baselitz, Andreas Gursky und Neo Rauch setzen den deutschen Dialog in die zeitgenössische Kunst hinein fort und sind Seite an Seite mit Werken internationaler Künstler wie Agnes Martin, Ellsworth Kelly, Cady Noland und Jenny Saville zu sehen. Ein besonderer Ausstellungsort für die Sammlung wurde 2012 in einem Vorort von Athen eröffnet, dort werden zwei bis Ausstellungen pro Jahr gezeigt.

Opening the Box: Unpacking Minimalism ist die von Mark Godfrey kuratierte Ausstellung von zehn Arbeiten aus der Sammlung George Economou. Die Ausstellung möchte sich differenzierter mit Minimalismus auseinandersetzen, indem sie sich einer Reihe von Debatten, Orten und Zeiträumen zuwendet.

Donald Judd, Untitled, 1978-79 - Art © Judd Foundation. Licensed by VAGA, NY - photo courtesy Pace Gallery

Drei Arbeiten umgeben im Erdgeschoss eine großartige, aus sechs offenen Modulen bestehende Arbeit aus gebürstetem Aluminium von Donald Judd aus dem Jahr 1978, ein frühes Relief von Judd von 1961, ein Gemälde von Agnes Martin von 1966 und eine Art Paneel von John McCracken von 1988. Dieses Ensemble lässt bereits mehrere verblüffende Fragen aufkommen: wie sieht John McCracken die Beziehung zwischen Malerei und Skulptur, als er seine Arbeiten zwischen Wand und Boden lehnte? Welche Rolle spielte Farbe für Judd und McCracken und wie nähern sie sich dem Unterschied zwischen aufgetragener und integrierter Farbe an? Was unterscheidet den Umgang der beiden Künstler mit Oberflächenstruktur und Reflektionsvermögen?

Wenn die Betrachter den abgedunkelten Raum in der zweiten Etage betreten, treffen sie auf Dan Flavins monument 4 for those who have been killed in ambush (to P. K. who reminded me about death), 1966, dessen oberste Elemente aus der Ecke auf sie zu zeigen scheinen. Dabei handelt es sich um eine seltene Arbeit für Flavin, sie besteht komplett aus roten Leuchtstoffröhren und befasst sich direkt mit der Gewalt des Vietnamkrieges. Wenn dieses Stück die Beziehung zwischen Minimalismus und seinem historischen Zeitpunkt hervorhebt, so pendeln die beiden anderen Arbeiten auf dieser Etage vor und zurück um diese Zeit herum. Die Arbeit Suprematist Composition von Nikolai Suetin aus dem Jahr 1921 zeigt verschiedene Vorbilder für die diagonale Komposition von Flavins Arbeit in einem anderen Augenblick historischer Krise, während Isa Genzkens Gelbes Ellipsoid, 1976, eines der besten Beispiele für die deutsche Rezeption des Minimalismus in den 1970er Jahren ist: eine Form aus Holz, mithilfe von Computern geschaffen, an einen Stab oder Speer erinnernd, dieser liegt jedoch auf dem Boden.

Dan Flavin, Monument 4 for those who have been killed in ambush (to P. K. who reminded me about death), 1966 - ©Stephen Flavin, ARS, OSDEETE - courtesy David Zwirner - photo Stefan Altenburger

Auf der lichtdurchfluteten obersten Etage offenbart die nachfolgende Generation von Künstlern, wie sie die formale Sprache des Minimalismus zu neuen Zielen führte, sich den Themen Sehnsucht, Verlust und Identität zuwendend. The Silent Sink, von Robert Gober, 1984, beschwört die an den Wänden montierten Boxen von Judd herauf, die Darstellung von Abwaschbecken und Abfluss jedoch, bringen eine weitere Ebene hinein, die des Körpers zusammen mit Gedanken von Verlust, Sauberkeit und Schmutz und sogar Krankheit. Die Arbeit von Roni Horn Untitled (Billie), Untitled (Holiday), 2012, ist eine Skulptur aus Gussglas in zwei Teilen. Zu verschiedenen Zeitpunkten am Tag leuchtet die eine im Sonnenlicht, während die andere im Schatten ist—was man mit den tragischen und romantischen Polen von Billie Holidays Musik in Verbindung bringen kann. Eine dritte Arbeit in dem Raum, Rashid Johnsons Cosmic Slop "Hotter than July", 2014, trägt einen an die Musik der Afroamerikaner erinnernden Titel: in diesem Fall das legendäre Album von Stevie Wonder und ‘Cosmic Slop’ von Funkadelic. Die Gesten, die Minimalismus verbannte, kehren in diesem Monochrom, aus schwarzer Seife und Wachs zurück.

Die Sammlung George Economou
Opening the Box: Unpacking Minimalism

Kurator: Mark Godfrey
Bis 01.04.2016

Marousi, Athen, Griechenland

www.thegeorgeeconomoucollection.com

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